Mit ‘Kunst’ getaggte Artikel

Das ist der Tag…

Freitag, 9. Dezember 2011

von dem ihr noch euern Enkelkindern erzählen werdet. So lautet der Titel den Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek für ihre Semesterarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign an der HTW Berlin ausgewählt haben. Hinter diesem Titel verbirgt sich ein ganz perfides Machwerk, was jedoch nicht die Schuld der beiden Ersteller dieses Werks ist, sondern ganz allein auf dem Mist von Heidi Klümpchen und Kollegen basiert. Die beiden Studenten haben in ihrer Arbeit für das zweite Semester die Pro7-Fernsehshow “Germany’s Next Topmodel 2011 – Das Finale” fein säuberlich transkripiert und in Dramenform gebracht. Verpackt in einen gelben Einband, ähnelt es den beliebten Reclamheften und verstärkt damit noch die Absurdität des Inhalts. Auf etwa 120 Seiten entfaltet sich das ganze Panorama gesellschaftlichen und medialen Schwachsinns, für den Heidi Klums Fleischbeschau stellvertretend ausgesucht wurde und sich leider auch wunderbar anbietet. Wer Interesse verspürt Heidi Klum in Dramenform zu erleben ist dazu herzlich eingeladen und kann online im Werk schmökern. Ich für meinen Teil bin schwer begeistert von dieser Mischung aus Schwachsinn und gelungener Präsentation.

Bilder als Portale ins Netz

Montag, 14. November 2011

Gerne wird ja davon gesprochen, dass Kunst Türen in andere Welten öffnet und dem Betrachter ermöglicht neue Dinge zu entdecken. Jose Antonio Torres Jr. gestaltet seine Bilder mit genau dieser Idee im Hinterkopf, macht die Türen in andere Welten dabei viel greifbarer als seine Kollegen. Seine Gemälde zeigen urbane Landschaften, Hochhäuser bei Nacht oder die Skyline einer Stadt und bieten jedoch leicht versteckt noch Türen ins World Wide Web. Tony Taj, wie sich Jose Antonio Torres Jr. nennt, hat entdeckt welche Möglichkeiten QR-Codes ihm bieten. Diese Codes, welche von vielen Gadgets mittlerweile erfasst und umgewandelt werden können, bieten ihm die Möglichkeit eine weitere Ebene zu seinen Bildern hinzuzufügen. Hinter den Codes können sich kurze Geschichten über die Bewohner des gemalten Ortes verstecken, Videos oder auch Songs, die zeigen was “in” dem Gemälde passiert. Das ist zumindest die Idee von Tony. Um das ganze in seiner geplanten Fassung realisieren zu können, ist Tony auf finanzielle Starthilfe angewiesen, welche man ihm bis Ende November über die Plattform Kickstarter zukommen lassen kann. Die Verbindung von analoger und digitaler Kunst ist ja schon länger populär, doch gefällt mir gerade die Nutzung von QR-Codes sehr, denn die Teile besitzen noch eine ganze Menge Potential was bisher nur oberflächlich genutzt wird.

Micromachina

Samstag, 19. März 2011

Meine erste Überschrift hierfür las sich so: Mircomachines. Das war natürlich nicht beabsichtigt, zeigte aber schon die Richtung vor. Ähnlich wie die beliebten Minispielzeuge aus den 80ern und 90ern die “Realiät” in winzigem Maßstab nachbildeten, schaut die Micromachina Ausstellung auch auf sehr kleine Dinge und riskiert dabei einen Blick in die Zukunft. Bereits heute arbeiten Wissenschaftler der DARPA und ähnlichen Einrichtungen daran, die Natur und ihre Einwohner sich zu Nutze zu machen. Käfer und andere Insekten können schon mit Mikrofononen oder Peilsendern ausgestattet und auch erfolgreich gesteuert werden. Die Ausstellung auf dem Adelaide Fringe Festival zeigt wohin der Weg führen kann, wenn man sich die Natur – hier Käfer – zum Untertan macht. In kleinen Dioramen mit Figuren aus dem Modelbahn Katalog und mit Schrauben und Drähten modifizierten Käfern gibt es einen Einblick in eine Zukunft die wahrscheinlich nie sein wird, aber unter anderen Umständen möglich wäre.

Der Untergang des Papierhauses Usher

Freitag, 3. Dezember 2010

Ich schaue ja gerne bei Pieters “today and tomorrow” vorbei, weil man dort immer wieder richtig tolle Künstler findet. Bei uns hier, im kulturellen Brachland der Republik, sind solche Funde im echten Leben meist etwas seltener, weswegen ich so gerne Pieters Seite ansteuere. Letztens bin ich dort auf Daniele Del Nero gestoßen, der mich  mit seinem “After Effects” sehr an “The Fall of the House of Usher” erinnert hat. Das kann vielleicht daran liegen, dass ich erst letzten wieder darin geblättert habe oder aber an der Tatsache, dass dies nicht Danieles erste Arbeit zum Thema Niedergang ist. In “After Effects” hat Daniele Papiermodelle von Häusern, so wie man sie aus der Architektur kennt, genommen und sie mit Mehl und Schimmel bestrichen um ihnen das Aussehen verlassener Gebäude zu geben. Ähnlich wie sein “Condominium” wirkt es als ob sich die Natur die Häuser zurück holt und selbst neu besiedelt. Wer noch Inspiration für sein nächstes Buch sucht oder generell Interesse an einer Post-Whatever ohne Menschen hat, einfach rüberklicken.

Shadow Catchers

Freitag, 5. November 2010

Fotos ohne Kamera. Das klingt im ersten Moment etwas merkwürdig, doch wenn man sich kurz vorstellt wie Fotos eigentlich entstehen ist es schon gar nicht mehr so abwegig. Im Victoria and Albert Museum in London läuft noch bis zum 20. Februar 2011 die Ausstellung “Shadow Catchers: Camera-less Photography”, welche sich mit den modernen Nachfolgern der Luminografie beschäftig. Ohne Kamera Bilder zu fotografieren erfordert etwas mehr Einfallsreichtum, der sich aber auch sofort in der kreativen Wahl der Motive widerspiegelt. Mit einer Lichtquelle werden Objekte welcher Art auch immer auf das Fotopapier gebannt, die Stärke und Distanz des Lichts zum Papier gibt auch den Ausschlag für die spätere Schattierung des Fotos. Heraus kommen dabei sehr eigenwillige, weil ungewohnte Motive, die oft aussehen als seien sie von unten aufgenommen worden und eine sehr seltsame Perspektive bieten. Wer also diesen Winter zum Weihnachtsshoppen nach London reist, sollte einen Besuch im Museum mit einplanen. Die Ausstellung präsentiert fünft internationale Künstler, darunter den Deutschen Floris Neusüss. Mein persönlicher Favorit sind ja die “Wasserbilder” von Susan Derges, welche ihr Fotopapier in kleine Flüsse gelegt hat und dann mit einer Taschenlampe belichtete. Das Endprodukt ist eine kuriose Mischung aus einer Momentaufnahme des Wasserflusses und einem Negativ. 5£ kostet der Eintritt in die Ausstellung, deren genauen Standort ihr dort findet. Ebenfalls auf der Seite des Museums gibt es einige Bilder die Teile der Ausstellung zeigen und Videos in denen die Künstler präsentiert werden.

The Big Caption

Dienstag, 1. Juni 2010

Ich mag ja Fotokünstler, also Leute die geschickt mit der Kamera sind und einzigartige Bilder aufnehmen. Wenn die ganzen tollen Bildbände von Taschen nicht so teuer wären, hätte ich auch bereits mehr von denen bei mir zu Hause rumstehen. So muss ich mich aber meistens mit kleinen Auszügen im Internet begnügen, was aber hin und wieder auch echte Perlen hervorbringt. Gestern habe ich wieder einen Fotokünstler gefunden, der zwar nicht die Bilder selber schießt, dafür aber typographisch bearbeitet um ihnen einen kleinen Spin zu geben. So wird aus einem Luftbild des grausamen Ölteppichs im Golf von Mexico auf einmal das teuerste Ölgemälde der Welt. Ian Collins schnappt sich diese Fotos aus wichtigen Momenten, aber auch aus Szenen des Alltags und verwandelt sie mit Hilfe kreativ eingesetzter Typographie in kleine Botschaften. Manchmal stehen Bild und Text in einem krassen Gegensatz und dann gibt es wieder Fotos die mit dem Text wunderbar zusammenpassen. Wer auf Kunst am Foto steht oder sich für interessante Bilder begeistern kann, sollte definitiv bei The Big Caption vorbeischauen.

Combo – Kunst, die die Wände hoch geht!

Freitag, 5. Februar 2010

Der gleich zu sehende Stop Motion Film “Combo” ist ein Werk der Künstler Blu und David Ellis in Zusammenarbeit mit dem Studio Cromie und Musiker Roberto Lange. Was anfangs noch wie das mühevolle Säubern und Renovieren eines Hofes aussieht entwickelt sich nach wenigen Momenten in eine interessante und schöne Animation, die sich nicht nur über den kompletten Hof verbreitet, sondern sich auch über die Wände und ins Gebäude erstreckt bis es sogar eins mit diesem wird. Kaum ist ein Motiv fertiggestellt wird es leider auch schon übermalt oder zerstört, um den nächsten Schritt in dieser Animation zu gehen. In diesem Werk steckt sehr viel kreative und vor allem aufwendige Arbeit drin, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Am meisten hat mir das Motiv bei 3:07 Min. gefallen und wünsche nun viel Spaß mit “Combo”. (weiterlesen …)

Frack The 3rd Dimension

Montag, 7. September 2009

FUCK3DUns werden ständig neue, noch schönere und leistungsstärkere 3D-Engines versprochen, wo doch schon jetzt absehbar ist, dass das Ende der Fahnenstange für längere Zeit erreicht ist. Aram Bartholl hat ein kleines Speed Project eingereicht, dass sich mit dem Phänomen 3D beschäftigt. Hier mal kurz die Catchphrases davon:
Are you annoyed by the people and world around you? Do you feel sometimes dizzy walking home in the 3rd dimension? But you DO enjoy your 2D  – facebook/twitter/browser life much more than the dirty world out there?”
Aram bietet mit seinem Projekt eine Lösung für alle die heutige 3D-Orgien a la Crysis nicht mehr sehen können und lieber Spiele mit Inhalt wollen, oder aber die virtuelle Welt zwischen Twitter und Facebook viel hübscher finden als diese dreidimensionale Welt dort draußen: Die 2D Brille! Damit wird die Welt wieder schön flach, vielleicht sollte man ein paar Stück davon auch dem Vatikan zukommen lassen. Hier gibts das gute Teil zum Ausdrucken und selber bauen.
Wer dennoch nicht genug hat von 3D, der kann es ja mal mit Browsergames in 3D probieren. Auswahl gibt es da schon genug.

Nollywood

Donnerstag, 13. August 2009

nollywoodDie Filmindustrie Nigerias, liebevoll auch Nollywood genannt, ist nach Bollywood auf Platz zwei der Filmindustrien mit den meisten gedrehten Filmen pro Jahr. Laut CNN erschienen zu Hochzeiten etwa 200 neue Filme pro Monat in Nigeria, was jedoch durch staatliche Restriktionen stark nach unten korrigiert werden muss. Nichtsdestotrotz bleibt Nigeria das Zentrum der afrikanischen Filmindustrie, welche in Europa und anderswo ja kaum Beachtung findet. Mein erster Kontakt mit der Nollywood war ein Hinweis bei today and tomorrow auf den Fotografen Pieter Hugo, der eine wirklich herausragende Bildserie zum Thema Nollywood geschaffen hat. Die Bilder wechseln zwischen surrealen Szenen und komischen Momenten. Mein Tipp für einen humorigen ersten Blick wäre der Darth Vader Imitator und für den ernst bis surrealen Moment, der Mann mit der toten Kuh. Viel Spaß bei diesen etwas anderem Bildvergnügen.

Jen Stark’s World Of Papercraft

Mittwoch, 11. Februar 2009

JenStarkDas was ihr da links seht ist eine komplett aus Bastelpapier bestehende Skulptur. Für diese und einer Vielzahl solcher Arbeiten ist die 26 jährige Amerikanerin Jen Stark aus Miami, Florida verantwortlich. Die Dame sorgt mit ihren Werken für Aufsehen und ist seit 2006 schon bereits mehrmals mit ihrer Soloausstellung in den USA unterwegs gewesen. Unter ihren Arbeiten gibt es auch ein interessanter Haufen namens “How To Become A Millionaire In 100 Days“. Dieser besteht auf den ersten Blick an sich nur aus Arbeitsresten, aber falsch gedacht, denn Jen hat in 100 Tagen jeden Tag 10.000 Teile aus- bzw. zusammengeschnitten und angehäuft. Nach 100 Tagen hieß es dann “Tada das Kunstwerk ist fertig!” Warum ich noch nicht auf die Idee gekommen bin? Ihr Weg zu der Bastellei mit Papier war eher zufällig. In ihrem Studium an der Maryland Institute College of Art (MICA) nutze sie die Chance nach Frankreich zu reisen. Dabei packte sie ihre zwei Koffer nur mit ihren nötigen Klamotten mit dem Gedanken alles für ihr Kunststudium dort zu kaufen. Jedoch war der Eurokurs recht hoch, somit musste sie das billigste Material kaufen, dass der Bastelschuppen zu bieten hatte und das war Bastelpapier. So schnell kann’s gehen. Kurz ein wenig rumprobiert und schon eine Große in der Kunstwelt. Ich finde es sehr interessant und ihr hoffentlich auch. Viel Spaß mit den Videos und Links. (weiterlesen …)