Für Freunde der strapazierten Lachmuskeln ist heute ein guter Tag, denn wie gewohnt steht am siebten Tag des Monats ein neuer Teil unserer Stand-Up Comedy Reihe an. Die mittlerweile neunte Folge unserer Serie handelt über den aus Bad Salzuflen stammenden Hans-Jürgen Dohrenkamp, der jedem wohl unter dem Namen Jürgen von der Lippe ein Begriff sein sollte. Für mich ist er schon seit frühster Kindheit ein Begriff und das nicht nur, weil sein Hit “Guten Morgen, liebe Sorgen” von meinem Vater Jahre lang bei unzähligen Momenten voller guter Laune geträllert wurde, sondern auch durch seine TV-Shows wie “Donnerlippchen – Spiele ohne Gewähr” oder “Geld oder Liebe”, die Jahre lang meine Eltern und mich vor den Bildschirm gebannt haben. Somit gehört der lustige Mann mit den Faible für Hawaiihemden seit mehr als zwei Dekaden zu meinen Lieblingskomikern. Darum ist es mir eine Ehre für ihn nun den Vorhang zu öffnen. Viel Spaß mit Jürgen von der Lippe.
Bevor Jürgen von der Lippe ganz Deutschland mit seinem Talent für Musik und Comedy im Sturm erobert, stand er von 1966 – 1970 für die Bundeswehr stramm. Der frühere katholische Messdiener absolvierte dort seine Offiziersausbildung bei den Fernmeldern, die er dann als Leutnant verließ, um sich seinem Studium der Germanistik, Philosophie und Linguistik zu widmen. 1972 zog es ihn nach Berlin, um sein Studium fortzusetzen und die ersten Live-Auftritte in Folk-Pubs hinter sich zu bringen. Bis 1976 vertonte er zudem nicht nur eigene Texte, sondern auch welche von Kästner, Weinert und Ringelnatz. Danach folgte die Gründung der Musikgruppe Gebrüder Blattschuss zu denen auch Hans Werner Olm gehörte. Ein Jahr später begann für von der Lippe die Zusammenarbeit mit dem WDR Hörfunk, wo er die Moderation der Sendung “Unterhaltung am Wochenende” übernahm und auch eigene Sketche einfließen ließ, darunter eine seiner bekanntesten Figuren namens Hubert Lippenblüter. Im selben Jahr entstand auch sein erstes Soloalbum mit dem Namen “Sing was Süsses”. Das folgende Jahr war für die Gebrüder Blattschuss ein riesiger Erfolg, denn ihr Hit “Kreuzberger Nächte” meißelte sich für 24 Wochen in den Charts ein und belegte als höchste Platzierung Platz 2 und dies sorgte unter anderem für Auftritte in der ZDF-Hitparade. Bis dahin erschienen mit “Nicht am Bär packen!” (1978) und “Extra Drei” (1979) zwei weitere Alben. 1980 stand die Tür für von der Lippe offen, um sich im TV einen festen Platz zu erarbeiten. Sein Debüt gab er als “Hausmeister” im WWF Club, der von Marijke Amado und Frank Laufenberg moderierten Show in der er bis 1984 aktiv war und insgesamt 158 Folge absolvierte. Auch während dieser Zeit ließ er es sich nicht nehmen weitere Alben aufzunehmen – “Zwischen allen Stühlen” (1980), “Kenn’Se den?” (1982) und “Ein Mann Show” (1983). Mit seinem Bühnenprogramm “Zwischen allen Stühlen” war er von 1979 an auch auf den Bühnen Deutschlands unterwegs und das mit jedem folgenden Bühnenprogramm bis 1994 ohne größere Schaffenspause. 1984 sollte für von der Lippe der Durchbruch im TV anstehen mit der Live-Sendung “So isses”, die bis 1989 produziert wurde und insgesamt 56 Folgen umfasst. Das verhalf ihm ab 1986 die Spielshow “Donnerlippchen” bei der ARD zu moderieren. In dieser Zeit entstanden die Bühnenprogramme “Teuflisch gut!”, “Guten Morgen, liebe Sorgen” und “Is was”, die 1985, 1987 und 1989 veröffentlicht wurden. Wobei “Teuflisch gut!” für die Pressung als CD im Jahre 2006 in “Man kann nicht immer Sieger sein” umgetauft wurde. Vor allem sein Programm “Guten Morgen, liebe Sorgen” war ein großer Erfolg und der dazugehörige Song belegte 1987 den ersten Platz der ZDF-Hitparade und war für 15 Wochen in den Charts zu finden, wo er als Höchstplatzierung Platz 3 belegte. Im Jahre 1989 hob er die Samstagabend-Show “Geld oder Liebe” aus der Taufe, die 12 Jahre lang einen festen Platz in der TV Landschaft haben sollte und mir den Satz “Paule, sach doch watt” für immer ins Hirn einbrannte. Es folgten weitere Shows mit “Hast Du Worte” (1992 – WDR), “Lippes Lachmix” samt Live-Specials (1992 – 1997 – WDR), der Film “Nich mit Leo” (1995) und mit “Humor ist Humor” (1990), “König der City” (1992) und “Der Blumenmann” (1995) natürlich auch neue Bühnenprogramme. Besonders “Der Blumenmann” war sehr erfolgreich und wurde 1997 in der ARD als zweiteiliges Spezial ausgestrahlt. Davor legte von der Lippe an 1994 eine dreijährige Bühnenpause ein und 1995 mit der Überraschungstalkshow “Wat is” im WDR und später in der ARD an den Start, die wöchentlich mit unbekannten Gästen und Themen die Zuschauer bis 2000 mit 188 Folgen fesselte. Bevor 2000 Sat. 1 das Bühnenprogramm “Männer. Frauen. Vegetarier” ausstrahlt wird dieses 1998 auf CD veröffentlicht. 2000 wird auch das Hörspiel “Ja uff erst mal … – Winnetou unter Comedy-Geiern” veröffentlicht in dem Jürgen von der Lippe, Rüdiger Hoffmann, Herbert Knebel, Mike Krüger, Bernd Stelter, Dirk Bach, Hella von Sinnen, Bastian Pastewka, Frank Zander und Till & Obel mitwirken. Dazu gibt es auch eine TV Aufzeichnung, die auch 2000 im WDR in einer langen TV Nacht ausgestrahlt wurde. Es ging natürlich weiter für von der Lippe im TV und auf der Bühne, aber die einzig erwähnenswerten Sendungen sind “Was liest du?” (ab 2003 – WDR), die RTL Sitcom “Der Heiland auf dem Eiland” (2004 – 2005), seine Auftritte in der Improvisations-Comedyshow “Schillerstraße” (ab 2006 – Sat.1) und die dreiteilige Ausstrahlung seines Bühnenprogramms “Alles, was ich liebe” im Jahre 2007 auf Sat. 1. Der Rest besteht aus Shows ohne langem Atmen wie zum Beispiel “Bild Dinner” (2001 – Sat. 1), “Hart & Heftig” (2002 – Sat. 1) oder “Lippe blöfft” (2004 – ARD). Abseits der TV-Bühne lief und läuft es mit seinen Bühnenprogrammen “So bin ich” (2001), “Alles was ich liebe” (2004) und “Das Beste aus 30 Jahren” (2008), wie gewohnt gut und er tourt weiter und weiter und weiter und…
Ich bin wie schon oben erwähnt von klein auf begeistert von dem lustigen Mann mit seinen Hawaiihemden, der uns Geschichten über die Ehe samt den typischen Problemen und Unterschiede zwischen Mann und Frau erzählt oder die Erinnerungen an seine fiktive Kindheit mit dem Ursprung allen Übels Udo Lohmeier – Hätt’ ich nur ein Luftgewehr – oder verschiedene Situationen aus dem Alltag. Vom Betrunkenen, der Nachts seine verlorene Liebe per Telefon zurückerobern will, oder Kalle dem Rocker, der aus Langeweile die Reaktion seines Hundes auf einen Finger im Hinterteil testet, zu dem Jungen, der nicht durch diese eine Tür gehen soll und es dann doch tut um festzustellen, dass dahinter Bäume, Straßen, Häuser, Autos und vor allem andere Menschen sind, all diese Geschichten sind Dauerbrenner, die man gehört oder gesehen haben muss. Und nicht zu vergessen seine Parodien von Udo Lindenberg, dem Muränen Peter Maffay und Helge Schneider sind auch ein Grund sich mal durch die Programme oder zumindest das Best Of zu hören. Das Beste an seinen Geschichten ist, dass er sich immer die Mühe macht den gerade sprechenden Chrakter so echt wie möglich darzustellen, sprich mit verstellter Stimme und stellenweise sogar mit einem passen Köstüm. Was die Songs angeht sind diese schon eine Geschmackssache, aber auch wenn nicht alles mich vom Stuhl haut gibt es dennoch Songs, die ich selber gerne höre und auch mitsinge. Einen besseren Eindruck erhaltet ihr aber mit den gleich folgenden Videos. Trotz der 32 aktiven Jahren auf der Bühne und seinen 61 Jahren auf dem Rücken ist er immer noch derselbe Jürgen von der Lippe, der uns mit Biss seit 1979 fast durchweg auf der Bühne mit seinen Geschichten, Witzen und Liedern beglückt. Für mich ist er nicht nur Kult, sondern auch ganz oben mit dabei was die Elite der deutschen Comedyszene angeht. Ich ziehe derweil meinen Hut und freue mich auf weitere Jahre mit dem lustigen Mann und seinen Hawaiihemden.
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Jürgen von der Lippe – Alkohol:
Jürgen von der Lippe – Anmachsprüche:
Jürgen von der Lippe – Peter Maffay:
Jürgen von der Lippe – Kalle:
Jürgen von der Lippe – Rache:
Jürgen von der Lippe – Der Nächste bitte:
Jürgen von der Lippe – Der Vogel:
Jürgen von der Lippe – Guten Morgen, liebe Sorgen:
Jürgen von der Lippe – Saunafreunde ‘Aufguss 09′:
Jürgen von der Lippe – Hätt’ ich nur ein Luftgewehr 2009:
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