Stand-Up Comedy: Craig Ferguson

Heute ist ein guter Tag für unseren Blog, denn es geht weiter mit unserer Stand-Up Comedy Reihe. Im mittlerweile elften Teil bleiben wir nach Pauls Vorstellung von Bill Hicks weiterhin in den Staaten. Dort sorgt der aus Schottland stammende Late Night Host, Schauspieler, Autor, Synchronsprecher und “American On Purpose” Craig Ferguson mit seiner “The Late Late Show” auf CBS jeder Woche für neue Gags und erzählt zudem interessante Geschichten aus seinem Leben. Deswegen nun viel Spaß und Vorhang auf für den besten Late Night Host der Welt – Craig Ferguson!

Die Bretter, die die Welt bedeuten betrat Ferguson schon recht früh und nicht als Comedian, sondern als Drummer in der Rock Band “Exposure” und später bei “The Bastards From Hell”, die sich dem Punk verschrieben haben. Nach der Namensänderung von “The Bastards From Hell” in “Dreamboys” traten sie regelmäßig in Glasgow zwischen 1980 und 1982. Der Sänger der Band und gleichzeitig Schauspieler Peter Capaldi erkannte Fergusons Talent für Comedy und riet dem damals 20 Jahre alten Ferguson dazu sich als Comedian zu versuchen, was Ferguson ihm bis heute noch hoch anrechnet. Sein erster Auftritt war kein guter Start, denn offensichtlich nervös wurde er vom Publikum mit hämischen Gesängen von der Bühne gejagt. Darauf setzte er sich hin und entschied sich eine Figur zu kreieren, die eine Parodie der überall in Schottland auf Veranstaltungen zu sehenden überpatriotischen Folk Sänger sein sollte. Seine Kreation trug den Namen Bing Hitler und feierte seine Premiere in Glasgow und schlug später ein wie eine Bombe auf dem Edinburgh Festival Fringe im Jahre 1986. Sein Auftritt in Glasgows Tron Theatre wurde im selben Jahr auf CD veröffentlicht mit dem Namen “Bing Hitler – Live At The Tron”. Von da an tourte er unter seinem wahren Namen durch Großbritannien als Support Act von Harry Enfield.
1988 öffnete sich die Tür der TV Landschaft für ihn und so kam er in den Genuss kurzer Gastauftritte in verschiedenen Serien. Zwei Jahre später eröffnete ihm Granada Television die Chance einen Piloten für seine “The Craig Ferguson Show” zu drehen mit Paul Whitehouse und Helen Atkinson-Wood in den Nebenrollen. Am 04.03.1990 wurde dieser ausgestrahlt, aber leider blieb es nur beim Piloten. Dafür fand er den Erfolg auf der Bühne im Musical “The Rocky Horror Show”, wo er die Rolle des Brad Majors spielte zusammen mit Anthony Stewart Head (Rupert Giles aus Buffy The Vampire Slayer) als Dr. Frank-N-Furter an seiner Seite. Im selben Jahr war er wieder auf dem Edinburgh Festival Fringe zu sehen und dieses Mal in der Rolle des Oscar Madison in “The Odd Couple” (Männerwirtschaft). Dies wurde später in Glasgow neuaufgelegt und führte zudem zu einer Tour in Schottland. Ferguson war zu dem Zeitpunkt bereits seit längerer Zeit dem Alkohol verfallen und wollte sich an Weihnachten 1991 von der Tower Bridge in London stürzen. Zum Glück traf er auf den Weg seinen Freund Tommy The Irishman, der ihn spontan auf ein Glas Sherry einlud und somit den Selbstmordversuch vereiteln konnte. Darauf folgte der freiwillige Besuch einer Entzugsklinik, den er erfolgreich hinter sich brachte und seit dem 18.02.1992 mit dem Stempel “trocken” auf der Brust durch die Welt schreitet. Nach minder erfolgreichen Versuchen eigene Sendungen und Serien wie “2000 Not Out” (1992) oder “The Ferguson Theory” (1994) im TV fest unterzubringen zog es ihn von Großbritannien aus in seine Traumheimat Amerika. Dort war er bereits als Teenager zu Besuch gewesen und war von da an überzeugt alles zu tun, um für immer dort zu bleiben.
Sein TV Debüt in den Staaten feierte er als Bäcker Logan McDonough in der Serie “Maybe This Time” (1995). Bis zu seinem Durchbruch folgten weitere Kurzauftritte und die für sieben Folgen vorgesehene Sprecherrolle für Roddy MacStew in der Zeichentrickserie “Freakazoid!”. 1996 brachen alle Dämme und Ferguson etablierte sich in der US TV Landschaft als Nigel Wick in der Serie “The Drew Carey Show”. 170 Folgen lang spielte er von 1996 bis 2004 Drew Careys britischen Chef mit dem übertriebensten Akzent aller Zeiten. Damit vollführte er die lange auf sich wartende Rache an sämtlichen Generationen englischer Schauspieler, die sich erfolglos am schottischen Akzent vergingen. Er stieg zwar 2003 als fester Cast aus, dennoch wurde seine Rolle für die letzten zwei Staffeln am Leben erhalten, um für Kurzauftritte und dem Serienfinale wieder auf der Matte zu stehen. Zwischen den Dreharbeiten in den acht Jahren der “Drew Carey Show” arbeitete Ferguson an den Drehbüchern und den Handlungen der Filme “The Big Tease” (1999), “Saving Grace” (2000) und “I’ll Be There” (2003) in denen er auch aktiv vor der Kamera stand und beim letzteren Film sogar Regie führte. Für “I’ll Be There” erhielt er den Audience Award für den besten Film bei den Film Festivals in Aspen, Dallas und Valencia. Beim Napa Valley Film Festival wurde er sogar als Best New Director betitelt. Zudem kam es noch zu weiteren Sprecherrollen in der Zeichentrickserie “Buzz Lightyear Of Star Command” (2000), wo er NOS-4-A2 seine Stimme lieh, sowie Samuel T. Philander in Disneys Serie “The Legend Of Tarzan”.
Am 27. August 2004 beendete unerwartet Craig Kilborn nach 1190 Shows seine Zeit als Host der “The Late Late Show”. Den Rest des Jahres übernahmen Craig Ferguson, D. L. Hughley, Damien Fahey und Michael Ian Black die Sendung. Im Dezember war es aber endlich soweit, denn CBS verkündete, dass Craig Ferguson die Nachfolge von Craig Killborn antreten würde als insgesamt dritter Host der “The Late Late Show”. Seine erste Show als fester Host lief am 03.01.2005 über die Schirme. Während Killborns Version der “The Late Late Show” sehr seiner ursprünglichen News Comedy Sketch Show “The Daily Show” ähnelte, ging Ferguson den Weg zurück zu einer typischen Late Night Show in der er das erste Viertel der Show mit seinen witzigen und teils sehr ernsten Monologen überließ. Hin und wieder streute er auch Sketche in die Show, wo er Aquaman, Sean Connery, Michael Caine oder Prince Charles imitierte bzw. darstellte. Seit 2009 sind auch die Auftritte seiner Krokodilhandpuppe Wavey und seinen Freunden gern gesehene Einlagen in der Show. Als typische Begrüßung hat sich “It’s a great day for america!” mittlerweile eingebürgert, sowie “Cheeky Monkeys”, “I know!”, “CBS cares” und sein italienisches “What’s a come and a go?”. Sein Studiopublikum bezeichnet er seit 2010 als Hobos, die er mit dem Versprechen von kostenlosen Hühnchen ins Studio lockt, und seine Twitterfollower als Robot Skeleton Army. Diese Bezeichnung hängt mit seinem neuen Sidekick Geoff Peterson zusammen – ein Roboter den Grant Imahara von Craigs Lieblingssendungen “Mythbusters” gebaut hat. Davor stand Craigs unsichtbarer Sidekick an seiner Seite, wenn er einen brauchte. Ein weiteres typisches Element der Show ist das Beantworten von Fragen der Zuschauer, die per Twitter oder E-Mail an Craig gesandt werden können. Unsere Versuche schlugen bis dato immer fehl. Mit Ferguson als Host gelang es der “The Late Late Show” im April 2008 die “Late Night with Conan O’Brien” in den Wochenratings zu schlagen, wie auch Ende 2009 Jimmy Fallon mit seiner “Late Night with Jimmy Fallon”. Als einer der Meilensteine der Show wird der am 31.03.2010 gewonnene Peabody Award genannt, der vom Henry W. Grady College of Journalism and Mass Communication an der Universität von Georgia überreicht wurde.
Neben seiner Tätigkeit als Host und Schauspieler ist er noch als Autor aktiv und veröffentlichte 2006 seinen Roman “Between The Bridge And The River” und drei Jahre später seine Autobiografie “American On Purpose: The Improbable Adventures Of An Unlikely Patriot”, die auch als Hörbuch erhältlich ist.

Seine Wuzeln als Stand-Up Comedian hat er bei all dem nie vergessen und zeigt sein Talent Woche für Woche nicht nur in seiner “The Late Late Show”, sondern er tritt zusätzlich noch hier und da auf und das seit 2008 mit seinem bereits auf DVD gebannten Programm “A Wee Bit O’ Revolution”. Dort lässt er nochmal seine gelungene Einbürgerung in seine Traumheimat, seine Kindheit und Jugend in Schottland, seine Alkoholabhängigkeit und seinen Weg nach Amerika bis zum Show Host Revue passieren. Dabei lässt er es sich auch nicht nehmen über Sean Connery samt seiner genialen Sprachkünste als Japaner oder Russe zu sprechen, wie auch sich groß aufspielende Schauspieler durch den Kakao zu ziehen. Zum Großteil geht es aber um eigene Erfahrungen und Erlebnisse und das macht sein Programm nicht nur sympathisch, sondern auch interessant. Dass man sich dabei noch vor lauter Lachanfällen vom Stuhl wirft ist da fast schon Nebensache. Ich bin seit 2 oder 3 Jahren Fan von Craig Ferguson und begeisterter Zuschauer der “The Late Late Show” und habe mich bis heute immer noch nicht satt gesehen. Zwar schwächelt die Show je nach Stargast, aber das hält mich trotzdem nicht ab seinen Monologen und Geschichten zu lauschen. Leider gibt es im Netz nicht so viele Videoschnipsel seines Stand-Up Programms. Deswegen musste ich auf Clips seiner Show zurückgreifen, die aber auch lustig anzusehen sind. Viel Spaß mit Craig Ferguson.

Links:
Offizielle Seite der Late Late Show
Offizieller Twitter Account
YouTube Channel mit den aktuellsten Folgen der Late Late Show

Craig Ferguson – Sean Connery:

Craig Ferguson – Sean Connery #2:

Craig Ferguson – A Wee Bit Of Revolution “4 Bananas”:

Craig Ferguson on his American Citizenship:

Craig Ferguson as Bing Hitler:

Tom Cruise’s Scientology Video From The Late Late Show:

When Sean Connery Met Michael Caine:

The Late Late Show – “Dear Aquaman” 05.07.2008:

The Late Late Show – Jersey Shore: The Movie:

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