Nach einem frivolen Jürgen von der Lippe im letzten Monat kommen wir in unserer Stand-Up Comedy Reihe nun zu einem Mann, der sein humorvolles Talent sehr ernst nahm. Bill Hicks, der Outlaw Comedian der 80er und frühen 90er Jahre, wäre heute 48 Jahre alt und doch wäre er nie nötiger gewesen als in diesen Tagen. Der Mann aus Georgia, der sich selbst gerne als “Chomsky with dick jokes” bezeichnete und eine ganze Generation amerikanischer Comedians nach ihm prägte und bekannt war für seine beissende Gesellschaftskritik, starb leider viel zu früh – 1994 mit 32 Jahren - an Bauchspeicheldrüsenkrebs. In unserer Stand-Up Reihe haben wir ja bereits eine sehr breite Palette an Comedians und Kabarettisten präsentiert und mit Bill Hicks zeigen wir eine weitere sehr tolle Facette davon. Viel Spaß mit mehr Infos und Videos nach dem Klick.
Auf Bill Hicks bin ich auf verschlungenen Pfaden gestoßen. Wie es im Leben manchmal ist, finden sich die wahren Perlen oft erst nach langer Suche an den ungewöhnlichsten Orten und meist dann wenn man nicht mehr wirklich sucht. So war es bei mir mit dem amerikanischen Comedian Bill Hicks. Dank eines Hinweises des Comedian Joe Rogan, den wir ja bereits in unserer Stand-Up Reihe erwähnt haben, stieß ich in einem Interview mit ihm über Amerika, Drogen und Fear Factor auf den Outlaw Comedian Hicks. Rogan, der ja bekannt dafür ist selber kein Kind von Traurigkeit zu sein und manchmal etwas vulgär wirkt in seinen Auftritten oder bei der Wahl seiner Themen, erwähnte in diesem Interview Bill Hicks als einen seiner Einflüsse.
Nach etwas Recherche im Internet flogen die Lobpreisungen über Hicks nur so über meinen Bildschirm und ich wusste, dass ich mir diesen Mann mal genauer anschauen musste. Neben all dem Lob aus erwählten Kreisen laß ich jedoch auch eine ganze Menge unschöne Reviews und Kritiken über den bereits 1994 verstorbenen Comedian. Er sei zu zynisch gewesen, sein Programm sei überhaupt nicht lustig und generell sei er einer dieser Sozialisten-Spinner gewesen. Interessanterweise reizte mich die Durchschau seines Programmes nun noch mehr als nach dem ersten Lobpreisungen. In meinen Augen sind amerikanische Comedians die als zu zynisch oder zu politisch abgestempelt werden, selten eine schlechte Wahl und fallen oftmals in die Kategorie eine Pispers oder Beltz hier in Deutschland.
Das Leben des Bill Hicks ist von echten Ups and Downs gekennzeichnet. Bereits früh, während seiner Schulzeit, ist er im Comedy Workshop in Houston, Texas regelmäßig auf der Bühne und erarbeitet sich seine Bühnenreife und Präsenz die ihn später auszeichnet. Nach seiner Schulzeit versucht er sein Programm und seine Herangehensweise zu ändern und beginnt zu trinken, zu rauchen und testet verschiedene Drogen aus. Dass exessives Trinken und der Konsum von psychodelischen Drogen nicht immer förderlich für einen Bühnenauftritt sein müssen, wie man an so manchen Rockstars der 80er und 90er gesehen hat, musste Hicks ebenfalls einsehen und hörte weitesgehend damit auf. Mit kaum Kohle in der Tasche zog Hicks 1987 nach einem erfolgreichen Auftritt in Rodney Dangerfields “Young Comedians Special” nach New York und begann in Folge dessen gute 300 Shows pro Jahr zu arbeiten. Ebenfalls während dieser Zeit kam er zu mehreren Auftritten in der David Letterman Show, die jedoch stets mit Problemen für ihn verbunden waren. So wurden seine Auftritte stets zensiert oder gekürzt und Hicks fühlte sich stets um seinen Auftritt betrogen, da er dem Publikum nie sein wahres Ich zeigen konnte. Doch nicht nur TV-Produzenten waren bei seinen Programmen schnell mit der Schere zur Hand, auch die Presse und konservative Gruppierungen, die seine oftmals radikalen Ansichten bezüglich Existenz und Moral nicht ganz teilten.
Musikliebhaber könnten Bill Hicks jedoch auch unter anderen Umständen kennengelernt haben, denn die Prog-Metal Band Tool war mit Hicks befreundet und widmete ihm bzw. seinen Ideen ihr dreifach Platin Album “Ænima” aus dem Jahre 1996. Im Frühjahr 2010 premierte auf dem SXSW Festival in Texas der Dokumentarfilm “American: The Bill Hicks Story”, welcher zum Großteil auf Interviews mit Freunden und Familie von Hicks basiert und ein interessanten Rundumblick über Hicks Schaffen gibt.
Nun aber viel Spaß mit einigen Schnipseln von Bill Hicks:
American: The Bill Hicks Story – Official Trailer:
Bill Hicks – Christen und Kennedy:
Bill Hicks – Lutsch Satans Schwanz:
Bill Hicks – What is the point to Life:
Bill Hicks – JFK:
Bill Hicks tripping on acid:
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