Wenn man den Titel so ließt denkt man irgendwas passt da nicht so ganz. Stimmt so gesehen schon, denn mit Plant steht auf der einen Seite eine der bekanntesten und markantesten Stimmen der Rock-Geschichte und mit Krauss ein gleichwertiges Pendant für die Bluegrass-Szene auf der Anderen, aber was diese Verbindung da zu Stande bringt ist wirklich einzigartig und sucht seines Gleichen. Warum, wieso und weshalb ich dieser Meinung bin könnt ihr hier nachlesen!
Robert Plant & Alison Krauss – Raising Sand
Anzahl der Tracks: 13
Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 58 Min.
Bevor ich nun aufs Album eingehe muss ich sagen, dass ich kein großer Led Zeppelin Fan bin und nur wirklich die bekanntesten Songs kenne. Von daher kann man davon ausgehen, dass ich dieses Album nicht im höchsten Maße loben werde, nur weil Robert Plant dem Projekt seine Stimme leiht. Heißt aber nicht, dass Led Zeppelin und Plant mich völlig kalt lassen. Ich hatte nur bis heute nie so das Bedürfnis mich mit allen Alben auseinander zu setzen um einen tieferen Einblick in die Musik zu bekommen. Wird aber sicherlich noch irgendwann passieren so wie ich mich kenne.
Von dem Projekt hab ich ehrlich gesagt ziemlich spät was mitbekommen um es genau zu sagen erst vor zwei Wochen hab ich erfahren, dass es dieses Projekt überhaupt gibt, wobei es die CD schon seit Ende 2007 im Handel gibt. Knapp drei Tage nachdem ich das Video zu “Please Read The Letter” im TV gesehen habe kam Paul mit der CD an und fragte mich, ob ich Interesse hätte mal rein zu hören. Naja da ich selten bei sowas nein sagen kann gibt es deswegen nun hier die Review dazu.
Bei Robert Plant muss man nicht viele Worte verlieren, denn dieser Name steht schon wie ein Denkmal für sich, wie die Namen Ozzy Osbourne, Pete Townshend, Ritchie Blackmore usw. Kaum sind sie einmal ausgesprochen schon weiss man genau um was es geht von daher geh ich mal davon aus, dass ihr da draussen wisst wer Robert Plant ist. Von Alison Krauss weiss ich recht wenig, aber sie war mir im Vorfeld schon ein Begriff vom genialen “O Brother, Where Are Thou?” Soundtrack. Ich bekomme noch heute eine Gänsehaut von dem Song “Down To The River To Pray”. Da wären wir auch schon bei der dritten Person, denn der Produzent T-Bone Burnett war nicht nur für “Raising Sand” verantwortlich, sondern auch für den vorher erwähnten Soundtrack. Also so gesehen kann da nicht viel anbrennen von daher geht es nun ans Eingemachte.
Sänger aus zwei unterschiedlichen Genres zusammen zu bringen ist schon ein großes Wagnis, denn man kann nie ganz genau voraussagen, ob die Mischung passt und ob die Herrschaften sich auch sowohl vom Stimmlichen als auch vom Persönlichen unter einen Hut kriegen können. Produzent T-Bone Burnett hatte da das richtige Händchen und hat wirklich was zusammengezaubert, dass mich gerade wieder in seinen Bann zieht.
Auf dem Album bekommt man einen schönen Mix aus Folk, Country und Blues geboten, der einen in eine Art Road Movie Feeling versetzt in dem man alles um sich rum vergisst und einfach nur den Moment genießt. Vor allem an regnerischen Tagen ein super Hörtip. Der Mix erinnert schon an den “O Brother, Where Are Thou?” Soundtrack, wobei die Songs alle eine Priese sanfter, ruhiger und zum Teil düsterer ausfallen. Das die Stimmungen umso intensiver wirken liegt an erster Stelle an den Stimmen von Plant und Krauss, die einen mit ihren Harmonien förmlich fesseln. Außergewöhnlich ist dabei Plant, der viel weniger nach der Rockikone klingt, die wir alle kennen, denn hier zeigt er sich von seiner ruhigeren Seite und die kann sich wirklich sehen ehm ich meine hören lassen. Es macht sehr den Eindruck als würden sich bei dem Projekt zwei Stimmen gefunden haben, die nur so drauf gewartet haben miteinander Räume mit ihren Tönen zu füllen. Das merkt man durchweg in jedem Song und vor allem bei den Balladen bei denen man ihn das fiktiv-lyrische Liebespaar total abnimmt. Ein totaler Ohrwurm ist für mich “Please Read The Letter”, der schon auf dem Page & Plant Album “Walking Into Clarksdale” sein Debüt feiern durfte, aber dies ist nicht der einzige Vorzeigbare Song auf der CD, denn da wären noch 12 weitere. Der einzige Song, der meiner Meinung nach ein wenig fehl am Platz ist, ist der Song “Gone Gone Gone (Done Moved On)”, denn dieser klingt für mich eher nach 60′s Pop als nach Country und Co.
Fazit:
Das knapp 58 Minuten lange Album versetzt einen in einen traumartigen Zustand. Die Zeit läuft langsamer und man bekommt den Kopf frei von allen Alltagsproblemen. Es ist fast so als würde ein Film vor einem ablaufen sobald die Augen geschlossen sind und sowas find ich immer genial und zwingt mich die CD wieder und wieder und wieder und wieder zu hören. Wer einen Repeat-Modus hat ist da klar im Vorteil. Ich bin zwar kein großer Country Fan, zwar höre ich hin und wieder Leadbelly, Glen Campbell und den schon oben erwähnten “O Brother, Where Are Thou?” Soundtrack, aber ich würde diese Art von Musik nicht zu meinen Genre zählen. Was nicht ist kann aber immer noch werden! Diese CD ist sehr gut und ich kann sie jedem empfehlen, der auf ruhige Musik steht und gerne mal durch Musik aus dem Alltag fliehen will um sein eigenes Kopfkino-Erlebnis zu haben. Ich hoffe, dass es in Zukunft noch mehr solcher einzigartigen Projekte gibt, denn wie schon in meinem Dr. Horrible Tip gesagt erobern solche kleinen und speziellen Projekte einem im Sturm. Vielleicht kommen ja noch mehr Alben von den beiden als Duett. Also ich würde mich sehr freuen. Bevor ich nun Schluss mache, um mich wieder meinem eigenen Kopfkino zu widmen merke ich, dass ich junger Musikfanatiker noch viel zu lernen und zu hören habe bevor ich abtrete, denn erst nachdem ich mich durch andere Kommentare gelesen habe musste ich feststellen, dass sich unter den 13 Songs eine handvoll Cover-Songs von Sam Phillips, Tom Waits, den Everly Brothers, Gene Clark, Mel Tillis und Townes Van Zandt befinden. Schande über mich, aber ich kann ja auch nicht alles wissen und gehört haben.
Hörempfehlungen:
- Please Read The Letter
- Sister Rosetta Goes Before Us
- Trampled Rose
- Nothin’
- Fortune Teller
- Polly Come Home
- Your Long Journey
- Rich Woman
Links:
Robert Plant & Alison Krauss
Robert Plant
Alison Krauss
Robert Plant & Alison Krauss – Please Read The Letter:
Robert Plant & Alison Krauss – Gone Gone Gone (Done Moved On):
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