Paramore – Brand New Eyes (Podcast: Alben-Review)

BrandNewEyesEndlich ist es so weit! Das neue Paramore Album “Brand New Eyes” ist seit dem 25.09. und das noch 4 Tage vor dem Release in den Staaten hier erschienen und lässt die Herzen der Fans höher schlagen. Da ich erst Anfang diesen Jahres der Band verfallen bin, ist es somit meine erste Albumveröffentlichung der ich entgegen fiebern durfte. Ob sich das Fiebern und Feiern im Vorfeld gelohnt hat, sage ich euch nach dem Klick!


Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 20. Folge des Babbel-Net Podcast!

Paramore – Brand New Eyes

Anzahl der Tracks: 11 + 1 (in der internationalen Version) + 2 (in der auf 15.000 Stück limitierten Deluxe Box Edition mit Making Of-DVD, 7″ Vinyl Single, dem 16 seitigen Booklett, einem 40 seitigen Buch mit den handschriftlichen Texten des Albums und Notizen von Hayley Williams, einem Paramore Poster, 5 Paramore Fotokarten und einem Authentizitätszertifikat) + 3 (in der iTunes Store Deluxe Edition samt Musikvideo zu “Ignorance” und bei Vorbestellung mit dem Making Of des Videos)

Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 41 Min.

Wie bereits oben erwähnt bin ich noch ein Greenhorn was das Paramore Fan Dasein angeht, denn das Ganze ist erst durch die Single “Decode” für mich ins Rollen gekommen. Der Song war mir schon durch die täglichen Ausstrahlungen auf MTV und Co. aufgefallen und auch Paul erzählte mir von dem Video mit dem coolen Look. Je öfter ich den Song hörte, desto mehr interessierte mich die Band und auch ihre Musik. Paramore war mir zwar ein Begriff, aber löste dieser damals kein Interesse bei mir aus. Durch “Decode” änderte sich dies wie schon gesagt und ab da an waren alle Dämme gebrochen und Paramore auf Dauer und das bis heute des Öfteren Gäste in meinen vier Wänden musikalisch gesehen. Die energievolle und erfrischende Mischung aus Alternative Pop/Rock, Power Pop und Pop Punk und die wundervolle Stimme von Frontfrau Hayley Williams, die uns mit jedem Album mit Ohrwürmern überhäuft, lädt ständig auf eine weitere spaßige Runde ein, die man immer wiederholen möchte. Das macht in meinen Augen den Reiz an der Band aus.

Seit dem ersten Album “All We Know Is Falling” aus dem Jahre 2005 hat sich die Band immer mehr gesteigert und ist musikalisch stärker, experimentierfreudiger und reifer geworden. Das merkte man bereits auf dem Nachfolger “Riot!”, der 2007 erschien und immer noch mit einer Energie daher kam, die Bäume auswurzeln konnte, und Balladen, die unter die Haut gingen, aber mehr Hit potenzial besaß und um einiges ausgearbeiteter und runder wirkte. Dennoch sind beide Alben sehr gut ausgefallen in meinen Augen, auch wenn “Riot!” letzten Endes die Nase, um einen Millimeter vorn hatte.

Nun steht mit “Brand New Eyes” das dritte Album des flotten Fünfers aus Franklin, Tennessee im Handel und soll dem Ganzen noch die Krone aufsetzen. Die beiden Singles “Decode”, der in Deutschland als Bonustrack auf der CD zu finden ist, und “Ignorance” haben uns bereits die Münder wässrig und Lust auf mehr gemacht. Zwar klingen die beiden Songs nicht besonders anders als der sonstige Paramore Songpool, aber man merkte schon, dass die Band ihren experimentierfreudigen und reiferen Weg von “Riot!” fortsetzen werden. Das wird recht schnell deutlich, denn man hört zum ersten Mal Akustikgitarren in ihren Songs und auch sonst lassen die Dame und die Herrschaften um sie herum es recht melancholisch zugehen. Dazu kommt noch der Fakt, dass man mit dem Zugang des zweiten Gitarristen Taylor York noch mehr Gitarrenspuren als es sonst schon der Fall ist in den Songs zu hören bekommt. Trotz der eher ruhigen Herangehensweise lassen es sich Paramore nicht nehmen wieder mit vollem Einsatz in die Saiten zu hauen und vor allem dabei liefern sie Hitbomben ab, die mich im Sturm erobert haben. Wer dachte, dass “Ignorance” schon das Highlight wäre, der irrt, denn Songs wie “Lookin Up” oder “Where The Lines Overlap” strahlen nur so vor positiver Energie, um wahre Tagesretter zu sein. Kaum gehört meißelt sich ein Lächeln ins Gesicht, die Freude kehrt ein und man möchte lauthals mitsingen oder durch den Raum springen. Für mich ist “Where The Lines Overlap” mein persönlicher, verspäteter Sommerhit. Es ist halt wie bereits gesagt das Gefühl als würde der Song dunkle Wolken verwehen lassen und die Sonne in den Alltag holen. Besonders zu erwähnen ist hierbei, dass der Song trotz der gewaltigen Wirkung auch eine Akustikgitarre im Instumentenrepertoire beinhaltet, die in der Strophe zum Einsatz kommt, der mich komischerweise irgendwie an Nina & Mike’s “Fahrende Musikanten” erinnert. Genauso schwungvoll ist auch “Feeling Sorry”, nur erinnert dieser durch die Melodie an die unzähligen Punkballaden aus den vielen Teeniefilmen, die uns jedes Jahr “beglücken”. Ein Wenig vom Gas gehen die Dame und die Herren bei den Songs “Playing God” und “Turn Off”, um nach der Strophe wieder Gas zu geben. Dabei klingen vor allem die Strophen sehr gefühlvoll und schön, dass man die Augen schliessen möchte. So richtig melancholisch wird es dann mit “The Other Exception” und besonders durch “Misguided Ghost”. Dort lassen Paramore die E-Gitarren links liegen und gehen vollkommen akustisch zu Werke und gehen dabei mit ihren Tönen unter die Haut. Genau diese Songs haben mich am Meisten überrascht und zeigen, dass Hayley Williams gesanglich noch mehr auf dem Kerbholz hat als Energiebomben zu entfachen. Allein “Misguided Ghost” zeigt deutlich, dass die Band reifer geworden ist und das im textlichen als auch musikalischen Sinne. Der Rest bestehend aus “Careful” und “Brick By Boring Brick” besticht mit netten mehrstimmigen Einlagen und weisen durchaus den bereits genannten wegfegenden Schwung auf! Einzig “All I Wanted” konnte mich nicht packen, aber das macht bei einer Ausbeute von 10 bei 11 Songs nichts mehr aus, denn das Album ist klasse!

Fazit:
Paramore gehen wie bereits gesagt ihren experimentierfreudigen und reiferen Weg von “Riot!” eindeutig weiter und überraschen durch eine melancholischere Seite als zuvor, aber sie wissen dennoch, wie sie auf die Pauke hauen können, um Fans der Vorgängeralben im Sturm zu erobern. Dabei entfachen sie ein Hitfeuerwerk, dass sich sehen lassen kann, aber nicht ganz an die Hitvielfalt von “Riot!” heranreicht. Zwar fiel das Album mit einer Ausbeute von 9 bei 11 Songs um einen Song schlechter aus, aber diese 9 überzeugen durchweg, was bei “Brand New Eyes” nicht ganz der Fall ist, da es bei vier Songs eher ein Hin und Her von guten Strophen oder guten Refrains ist und somit nicht alle 10 Songs durchweg überzeugen. Dennoch läuft das Album dem Vorgänger nicht hinterher, sondern rennt auf gleicher Höhe mit “Riot!” zusammen auf dem Weg zum neuen Albumvergleich.
Ich empfehle das Album jedem Paramore Fan, denn es kann trotz der ruhigeren Seite, dennoch überzeugen und beinhaltet mit “Where The Lines Overlap”, “Looking Up”, “Ignorance” und “Misguided Ghosts” gleich vier Songs, die man gehört haben muss! Mit dem Bonustrack “Decode” sogar direkt fünf! Natürlich werden auch Fans von VersaEmerge, New Found Glory, Coheed and Cambria, Simple Plan, Jimmy Eat World, Yellowcard und Co hier auf ihre Kosten kommen. Genauso werden Romantiker sicherlich was für sich auf dieser Platte entdecken und ich hoffe noch mehr Leute können mit diesem Album was anfangen, denn die Band hat es verdient. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Band ihren Weg kontinuierlich so weiter geht und Hits wie “Where The Lines Overlap”, die gute Laune verbreiten und einem zum Mitsingen und Mittanzen aufrufen, am laufendem Band produziert. Zum Schluss muss ich noch sagen, dass die Rechnung von Hayley Williams total aufgegangen ist, denn wie heißt es im Song “Where The Lines Overlap” nochmal?

“Now I’ve got a feeling
If I sang this loud enough
You would sing it back to me
I’ve got a feeling
If I sang this loud enough
You would sing it back to me
I’ve got a feeling
(I’ve got a feeling)
That you would sing it back to me
That you would sing it back to me

No one is as lucky as us
We’re not at the end, but
Oh, we already won
Oh, no, no one is as lucky as us
Is as lucky as us
Is as lucky as us”

Paramore – Where The Lines Overlap

Hörempfehlungen:
- Where The Lines Overlap
- Looking Up
- Ignorance
- Misguided Ghosts
- Feeling Sorry
- Playing God
- Turn It Off
- The Only Exception
- Brick By Boring Brick
- Careful

Links:
Offizielle Seite
Offizielle Myspace Seite
Hayley Williams’ Twitter Account
Jeremy Davis’ Twitter Account
Zac Farro’s Twitter Account
Taylor York’s Twitter Account

Paramore – Ignorance:

Paramore – Decode:

Paramore – Decoy (Live):

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Ein Kommentar zu “Paramore – Brand New Eyes (Podcast: Alben-Review)”

  1. [...] Album "Brand New Eyes" klingt wie aus "einem Guss". Momentan gehört das Album zu meinen absoluten "Favorites" und ich habe noch nicht eine schwache Minute auf dem [...]

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