Musikalisch durch die Welt – Heute: USA

Für den lachenden Vagabunden steht nun nach Japan die letzte Station seiner musikalischen Reise um den Globus an. Diese lautet Amerika und dort hält er an, um genauer zu sein in Carbondale, Illinois. Somit hi and welcome to Carbondale. Hier trifft er auf die leider mittlerweile seit 4 Jahren nicht mehr bestehende Post-Grunge Band Revis. Diese hat es in den Augen des lachenden Vagabunden geschafft mit ihrem einzigen Album “Places For Breathing” nicht nur einen musikalischen Meilenstein abzuliefern, sondern sich auch für immer in seine Gehörgänge zu spielen. Begleitet ihn nun auf den letzten Metern zu einem seiner musikalischen Highlights überhaupt.

Mein Weg mit der Musik der damals fünfköpfigen Band began im Juni 2003. Schon damals hielt ich oft Ausschau nach hier unbekannten Bands, die früher oder später ein heißes Eisen in meinem Freundeskreis sein könnten. Dabei stieß ich nicht nur über die Jahre auf Bands wie Cold, Boy Hits Car, Burn Season, Allele, Finger Eleven, Motograter, Nothingface, Pressure 4-5, Pumpjack, Default, Dry Kill Logic, Miseryhead, Submersed, Ra, Stereomud, Sevendust und viele viele andere, sondern auch auf Revis und das durch ein Video Werbebanner zur Single “Seven”. Der Song war direkt nach wenigen Sekunden als Ohrwurm gebranntmarkt und das Album musste her und zwar schnell! Von da an lief nichts anderes mehr in meiner Anlage, sodass ich mich noch gut daran erinnern kann wie ich und ein Kollege das Album direkt mehrmals hörten, bevor wir den Weg zu unserem Abiball antraten samt Begleitung und auch Monate später bei meiner privaten Weihnachtsfeier bei mir, kein anderes Album die Feier begleitete. Seitdem höre ich das Album mindestens 5-10 Mal im Jahr, weil es mit zu den besten Alben aller Zeiten für mich gehört.

Die Anfänge der Band gehen bis ins Jahr 1999 zurück, wo sich fünf Herren zusammenschlossen, um als Orco die Bühnen der Welt zu erobern und Anfang 2000 die heimischen Clubs bespielte. Nach einem Bassistenwechsel ging es gestärkt durch die lokale Anhängerschaft ab nach Los Angeles im Juli 2001. Dadurch war das finale Line-Up komplett und bestand bis zum bitteren Ende aus Justin Holman (Gesang), Robert Davis (Gitarre), Nathaniel Cox (Gitarre), Bob Thiemann (Bass) und David Piribauer (Schlagzeug). In L.A. verlief es weniger schön für die Herren, denn sie verloren schnell ihre Bleibe in L.A. und ihr damaliger Manager war nicht so zuverlässig wie man sich dachte. Durch den neuen Manager John Zagata kam Leben in die Runde und die Band nahm mit den Produzenten Tommy Hendrickson und Jeff Tilson ein Demo auf, dass die Songs “A Gift,” “Seven,” und “Straight Jacket Labels” umfasste und positiv von Plattenfirmen aufgenommen wurde. Durch den aufkommenden Erfolg folgten direkt zwei weitere Aufnahmen – die Demos von “Caught In The Rain” und “Spin”. Der Januar im Jahre 2002 brachte auch das Ergebnis des Erfolgs, denn sie unterschieben bei Epic Records, um ihr Debütalbum aufzunehmen. Neben einigen Demosongs wurden während den fünf Aufnahmenwochen auch einige neue Songs geschrieben. Zudem musste die Band auch noch ihren Namen in Revis umändern, da bereits eine andere Band seit Jahren diesen Namen ihr Eigen nannte. Der Name der Band Revis kommt von einem ihrer engsten Freunde und Gitarrentechniker Jason Revis, der unbezahlt seit der Gründung ihnen zur Seite stand. Am 20.05.2003 war dann so weit, denn mit “Places For Breathing” wurde ihr Debütalbum veröffentlicht und in ihrer Heimatstadt wurde der 19.05.2003 zum offiziellen Revis Day erklärt. Das Album debütierte auf Platz 1 der Billboard’s Heatseekers Charts und erreichte als Höchstplatzierung in den Billboard Top 200 Platz 115. Ihre einzigen Singles “Caught In The Rain”, der auch auf dem Daredevil Soundtrack zu finden ist, und “Seven” wurden zu Radio Rock Hits und wurden zudem durch Touren mit Oleander, Pearl Jam, Evanescence, Fuel, und Cold, um so öfter gespielt. 2004 folgte das zweite Demo und leider auch das Ende bei Epic Records und auch mit ihrem kompletten Management im Rücken, trotz steigender Popularität. Sänger Holman sieht als Hauptgründe für diesen Schritt schlechtes Management und die Fusion von BMG und Sony. Davis und Piribauer stiegen kurze Zeit danach bei der Band Hensley ein, während Holman und Cox nach Illinois zurückkehrten, um dort neues Material für Revis zu schreiben. Im August 2005 bestätigte Holman, dass er und Produzent Tommy Hendrickson bereits an 12 – 15 Songs mit Namen wie “New Ways”, “Red Letter Day” und “Taste In The Flash” arbeiteten und zudem Ungewissheit herrschte in Sachen einer neuen Plattenfirma oder anstehender Konzerte. Das Ende für die Band wurde kurze Zeit später bestätigt. Seitdem waren Davis und Cox in der Band Maryandi, die später in The Yelling umbenannt wurde, Thiemann in den Bands TJ Brown, Chalk Buddah und einigen weiteren lokalen Bands und Holman in Aujalyn (Echt zu empfehlen!) aktiv.

Was die Musik von Revis angeht muss ich schon gestehen, dass diese nichts besonderes ist, wenn man sich vor Augen hält, dass sie mit der Richtung Post-Grunge zu einem großen Pool von Bands wie Creed, Nickelback, Theory Of A Deadman, Puddle Of Mudd, Staind, 3 Doors Down, Cold oder Three Days Grace gehören. Der Unterschied ist aber, dass sie mit ihrem ersten und einzigen Album ein für mich perfektes Album abgeliefert hat, was nach Stunden und Jahren des Hörens sich noch nicht ausgelutscht hat und noch heute voller Energie strahl, wie es am Tag meines Kaufs tat. Es ist wie ein Best Of der genannten Bands und das Ganze nochmal hoch zwei, denn wir wissen ja, ein guter Nickelback Song funktioniert immer und das auch bei der tausendsten Kopie. Auch das Mischverhältnis aus ruhigen und rockigen Stellen ist nahezu identisch, aber es liegt in den Song ein gewisses Etwas, dass mich immer wieder vom Neuen begeistert und mich in seinen Bann zieht. Es fällt mir wirklich schwer zu beschreiben, was für mich den Reiz an dieser Band ausmacht. Ist es der gut klingende und sehr passende Gesang von Justin Holman oder die rote Linie aus Ohrwürmern, die sich durch das Album zieht von Anfang bis Ende oder das gut abgestimmte Verhältnis aus ruhigen und rockigen Parts? Ich weiss es echt nicht, aber eins ist für mich seit Jahren klar: Das Album gehört zu den besten Alben aller Zeiten, die ich bis heute gehört habe und das sage ich voller Überzeugung. Das Album lässt mich nicht nur die Augen schließen, um es zu genißen, sondern auch mit förmlich jede Zeile vor Begeisterung mitschreien naja mitsingen und dieses besondere Etwas ist eine wahre Seltenheit, die ich gerne öfter auskosten möchte. Deswegen ist es so schade, dass die Band nach dem ersten Highlight keine weitere Zukunft hatte.

Ein wirkliches Fazit muss ich wohl nicht mehr ziehen, weil noch höher kann ich eine Band und ihr Album nicht loben, aber ich kann sagen, wie einige Demos für das erste als auch das zweite Album klingen. Denn diese tauchen komischerweise seit 2007 vermehrt auf YouTube auf, mit Ankündigungen, dass eventuell mehr kommt und vielleicht noch eine Überraschung für Fans der Band ansteht. Fünf Songs wurden bereits veröffentlicht und ich muss sagen, dass diese bis auf zwei Ausnahmen wirklich gut klingen, auch wenn vermutlich durch den Demo Status der strahlende Funken, den die Band ausmacht, dort zu kurz und die Energie mit leicht angezogener Handbremse daher kommt. Da dies Demos sind kann ich schlecht sagen, ob das zweite Album genauso klasse ausgefallen wäre, wie es beim Debütalbum der Fall gewesen ist. Gewünscht hätte ich es mit aber.

So hier endet nun die musikalische Reise des lachenden Vagabunden und er bedankt sich bei allen, die ihm bei dieser Reise begleitet haben, um die tolle und stellenweise noch unbekannte Welt der Musik da draußen kennenzulernen. Wenn ihr mit den 13 Teilen was anfangen könntet wird er sich sicherlich darüber freuen, auch wenn es am Ende nur das kurze rein Hören war. Ob er euch auch nächstes Jahr mit solch einer Serie beglücken wird steht noch nicht fest, aber ich vermute er zappelt jetzt schon voller Freude euch seine Musik aus allen Ecken des Globus oder aus der für euch unbekannten Musikgeschichte zu präsentieren. Von daher wird man sicherlich nächstes Jahr noch hier und dort von ihm hören. Wann kann ich euch nicht sagen, aber wenn was kommt werdet ihr es hier erfahren. In diesem Sinne goodbye and see you!

Hörempfehlungen:
- Straight Jacket Labels
- Spin
- Caught In The Rain
- Look Right Through Me
- Seven
- Your Wall
- Living Rooms
- From That Point On
- Everything After
- Re Use
- A Gift
- Places For Breathing
- City Beneath
- New Ways
- Hollow Days
- Red Letter Day

Links:
Offizielle MySpace Seite

Revis – Caught In The Rain:

Revis – Seven:

Revis – Straight Jacket Labels (Live):

Revis – From That Point On:

Revis – New Ways:

Revis – Red Letter Day:

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