Musikalisch durch die Welt – Heute: Russland

AmatoryGut erholt in seiner zweiten Heimat Polen zieht es den lachenden Vagabunden ins kalte Russland. Mit einem Добро пожаловать und Привет begrüßt er euch aus St. Petersburg, wo es heute deftig zur Sache gehen wird. Denn in St. Peterburg trifft er auf die Metalcore Band Amatory. Diese hat nicht nur heimische Bühnen zum beben gebracht, sondern auch die in Estland, Lettland, Moldawien, Weißrussland, Ukraine und Finnland.

Wer meine Reise bis heute mitverfolgt hat, wird sicherlich wissen, dass ich einige östliche Bands der härteren Gangart, durch mein altes Hobby dem Rollenspielen, für mich entdeckt habe. Ein von mir geleitetes Abenteuer zum Rollenspiel “Shadowrun” spielte in Tschechien mit einem mysteriösen russischen Konzern, der dort sein Unwesen trieb. Da sonst immer die üblichen Verdächtigen sprich Killswitch Engage, Rise Against und Co. durch die Boxen schallten, dachte ich mir einfach mal den Soundtrack dem Abenteuer anzupassen. So googlete ich mich durch eine Vielzahl von Seiten, um am Ende Arakain aus Tschechien und Amatory, BeZumnie Usiliya und Mechanical Poet aus Russland für mich zu entdecken.

Die Band Amatory (Ausgesprochen Amatri) wurde 2001 gegründet und besteht momentan aus Igor (Gesang), Denver (Bass und Gesang), Alex (Gitarre), Jay (Gitarre) und Stewart (Schlagzeug). Davor waren in der Band noch aktiv der vom Militär noch vor der Aufnahme der Split-CD “Хлеб” (Bread – 2002) eingezogene PJ (Gitarre und Gesang), der direkt nach den Aufnahmen zu “Вечно прячется судьба” (The Fortune On The Run – 2003) ausgestiegene Lexus (Gesang) und der leider am 15.03.2007 durch Leberkrebs verstorbene Sergei “Gang” Osechkin (Gitarre). Mit “Вечно прячется судьба” (The Fortune On The Run – 2003), “Неизбежность” (Inevitability – 2004), “Книга мёртвых” (Book Of The Dead – 2006) und “VII” (2008) hat die Band bereits vier Alben veröffentlich, deren Bekanntheitsgrad sie mit sechs Singles in den russichen Landen gesteigert haben. Dazu gesellt sich noch die Split-CD mit Spermadonarz “Хлеб” (Bread – 2002) und drei DVDs.

In Sachen Musikstil gibt es natürlich volles Pfund auf’s Maul und das mit einer Mischung aus temporeichen Passagen a la Unearth und Killswitch Engage, erdbodenerzitterenden Stampforgien der Marke Hatebreed und Heaven Shall Burn, einem Clean und Shoutanteil wie es bei Slipknot der Fall ist und einigen “ruhigeren” Momenten wie man sie von Linkin Park kennt. Dabei klingen sie in meinen Augen nicht wirklich wie eine erzwungene 1 zu 1 Kopie der genannten Bands, wie es bei vielen anderen Bands aber der Fall ist. Was den Gesang angeht teilen sich Sänger Igor und Bassist Denver die anfallenden Gesangparts. Igor übernimmt in dem Fall sämtliche “Rap”- und Shoutparts und Denver kümmert sich währenddessen um alle cleanen Gensangsstellen und gröhlt nur ab und zu ins Mikro. Da punkten beide sehr gut mit ihren Stimmen. Igor verfügt über eine gute Stimme im Shouting Bereich, die man erstmal haben muss. Es gibt so viele Bands wo einer sein Inneres ins Mirko würgt und es einfach nach Nichts klingt, dass ist bei Amatory definitiv nicht der Fall. Zumal er, zu meinem Glück, gröhlt und nicht kreischt. Denver versteht sich vor allem in seinen mehrstimmigen Parts gut zu präsentieren, was zum Großteil immer Stellen sind, die man selber mitsingen will. Auch was den Gitarrensound angeht können mich die Russen überzeugen, denn der Sound geht genau in die Richtung, die ich bei einigen Bands vermisse. In vielen Fällen fehlt es Bands an Druck im Sound, aber Amatory machen in dem Bereich alles richtig.

Im Ganzen liegt der Reiz für mich daran, dass die Band weiss, wie sie ihre Art von Musik umsetzen muss, damit sie auch authentisch und gut beim Hörer rüberkommt. Dabei geht ihnen nicht, wie bei Hatebreed der Fall, die Luft aus, um letzten Endes wie eine schlechte Kopie ihrer selbst zu klingen. Natürlich hat man irgendwann alles gehört, aber es ist wie bei so vielen guten Bands, dass sie trotz der selben Mitteln immer noch ein frisches Ergebnis abliefern können, dass einen überzeugt und in seinen Bann ziehen kann. Außerdem liegt für mich noch der Reiz ganz klar auf der russischen Sprache. Die Verbindung aus Musik in der man sich heimisch fühlt und der unbekannten Sprache, die einem völlig fremd ist und zudem auch nicht unbedingt melodiös klingt, aber im diesem Zusammenspiel dennoch interssant und gesanglich passend wirkt, macht Amatory für mich zu einer Band, die ich nicht missen möchte. Dennoch haben es sich die Herren aus St. Petersburg nicht nehmen lassen, alle ihre Alben in Englisch einzuspielen!

Der lachende Vagabund baut nun sein Zelt wieder ab, um im nächsten Monat euch in Japan zu begrüßen! In diesem Sinne До свидания und Пока!

Hörempfehlungen:
- Черно-белые дни
- Семь шагов
- Глубоко внутри
- Эффект бабочки
- Обернуться назад
- Теряешь меня
- Падая вниз
- Спарта
- Осколки
- Время придумало смерть
- В глазах твоя жизнь
- Километры
- Зачем мечтать

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Amatory – черно-белые дни (Black And White Days):

Amatory – Осколки (Debris):

Amatory – Преступление против времени (Crime Against Time):

Amatory – Эффект бабочки (Butterfly Effect):

Amatory – Дыши со мной (Breathe With Me):

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