Guns N’ Roses – Chinese Democracy (Album-Review)

ChineseDemocracySeit gestern kann man auf der offiziellen Myspace Seite von Guns N’ Roses in das lang lang lang erwartete neue Album “Chinese Democracy” reinhören und sich für den Kauf oder Nichtkauf des Albums entscheiden. Wenn die Herren schon so kulant sind und das komplette Album dort vorstellen, lassen wir uns natürlich nicht die Chance nehmen dies für eine Album-Review auszunutzen. Beim Klick gibt’s mehr!

Guns N’ Roses – Chinese Democracy

Anzahl der Tracks: 14

Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 71 Min.


Bevor es so richtig mit der Review losgeht muss ich sagen, dass ich kein Guns N’ Roses Fan bin und an sich die Band noch nie toll fand und vorher noch kein Album komplett gehört habe. Es gibt zwar ein paar Songs, die ich ganz gut finde wie “Paradise City”, “Welcome To The Jungle” und “Sweet Child O’Mine”, aber so wirklich meins war die Band nie und auch Kultsongs wie “November Rain” skip ich immer, weil sie mir nicht gefallen bzw. mich einfach kalt lassen. Wahrscheinlich war es wirklich so, man ist bzw. war entweder Metallica oder Guns N’ Roses Fan. Auf welcher Seite ich stand kann man sich jetzt sicherlich denken.

Wie ich oben schon erwähnt habe hat man sehr lange auf dieses Album gewartet als Guns N’ Roses Fan und um genau zu sein waren es nun 15 Jahre in denen die Fans sich bei Laune halten und Meldungen über abgebrochene Konzerte, zum Teil sogar ganze Touren, ständige Lineupwechsel und Terminverschiebungen für dieses Album hinnehmen mussten. Im Ganzen gesehen schon eine unschöne Zeit für einen Fan, aber kein totales Neuland, denn Axl Rose wusste schon Jahre zuvor wie man eine Meute zum Kochen bringt. Ich erinnere da nur an zwei Konzerte nach denen die Fans vor Wut alles auseinander nahmen, um ihren Frust Luft zu machen. Wie dem auch sei, das Album erscheint in zwei Tagen und kann nun auf der offiziellen Myspace Seite von der ersten bis zur letzten Minute angehört werden. Genau das tue ich schon den ganzen Tag, um das Mindestmaß für eine Review voll zu bekommen.

Das Guns N’ Roses nicht mehr die Band ist, die man von den fünf vorherigen Alben kennt, ist klar wenn man sich das Lineup anschaut. Einziges Gründungsmitglied im Lineup ist, wie man es sich schon denken kann, Axl Rose und mit Keyboarder Dizzy Reed hätten wir das nächste und zudem letzte Mitglied, dass vor der großen “Pause” auch in der Band aktiv war. Alle anderen Mitglieder sind im Zeitraum von 1998 – 2006 dazu gestoßen. Somit ist der weltbekannte Hutträger Slash nicht auf dem fünften Album der Band zu hören, was schon irgendwie schade ist, denn denkt man beim Namen Guns N’ Roses eher an ihn als an Frontmann Rose.

Nach dem ersten Hören der Platte fällt direkt auf, dass sich was geändert hat über die Jahre, denn auch wenn die Band auf dem Album schon einiges weg rockt fällt es teilweise poppiger bzw. moderner aus, als ich es anfangs angenommen habe. Natürlich gibt es noch die reinen Rockbolzen wie “Chinese Democracy”, “Riad N’ Bedouins” oder “Shackler’s Revenge” und mit “Scraped” einen typisch groovigen GN’R Ohrwurm, aber es sind eher die, untypisch für die Band, mit Drum-Samples bestückten Songs, die für Aufsehen sorgen. Dazu gehören die mit Streichern bestückte Ballade “Madagascar”, “Prostitue” oder die Electro-Funk-Rock Mischung mit Wah-Wah-Gitarre “If The World”, bei denen man nicht direkt an GN’R denken würde. Neben den rockigen und leicht untypisch wirkenden Songs gibt es aber auch wieder mit den Songs “This I Love” und “Street Of Dreems” die typischen Rose Pianoballaden auf dem Album, die wahrscheinlich gefeiert werden wie “November Rain”, dass mich immer noch kalt lässt. Dazu kommt mit “Sorry” eine erwähnenswerte Rock-Ballade, die leicht an “Dead or Alive” von Bon Jovi erinnert. In meinen Augen ehm Ohren sollte schon einiges dabei sein, um den lange im Stich gelassenen Fan zu begeistern bzw. ihn für die lange Wartezeit milde zu stimmen.

Fazit:
Ich hatte ja bereits gesagt, dass ich kein Fan der Band bin und auch nie wirklich warm geworden bin mit der Musik, aber das Album gefällt mir teilweise schon recht gut. Was mich an Guns N’ Roses fast durchweg stört ist die Stimme von Axl Rose, da ich solche hohen Tonlagen so gar nicht mag. Dennoch gibt es Songs, die ich gut finde und mich zum Hören zwingen, auch wenn ich mir die Stimme antun muss. Allein dieses Album bietet 6 Gründe über diesen Punkt hinweg zu hören. “Chinese Democracy”, “Better”, “If The World”, “Scraped”, “Sorry” und “Prostitute” sind die Songs, die mir am besten gefallen haben und bei mir hängen geblieben sind. Der Rest dümpelt da eher vor sich hin oder lässt mich gänzlich kalt. Auch wenn Guns N’ Roses den Sprung ins neue Jahrtausend mit 8 Jahren Verspätung schaffen und dem typischen Rocksound ein moderneres Gewand verpassen bleibt es ein mittleres Album, dass weder ein Meilenstein ist, wie einige es schon betiteln, noch mich dazu bringt mich mehr mit der Musik auseinanderzusetzen. Fans können sicherlich zugreifen und Leute, die Jahre lang auf Kriegsfuss mit der Band standen können auch mal reinhören, da es nicht durchweg nach den alten GN’R klingt. Was ich der Band aber hoch anrechnen muss ist die Prelistening Aktion, die diese Review überhaupt möglich gemacht hat, denn es bietet dem möglichen Kunden die Chance wirklich ausgiebig in die CD rein zu hören, um für sich zu entscheiden es zu kaufen oder nicht. Klar ist dies ein mutiger Schritt, der wohl überlegt sein muss, aber es bringt schon seine Vorteile, wenn es Leute, wie mich, dazu bringt sich wirklich zu überlegen die CD zu kaufen, auch wenn man vorher die Band als auch die CD nicht auf dem Radar hatte.


Hörempfehlungen:
- Better
- If The World
- Scraped
- Sorry
- Prostitute
- Chinese Democracy
- Riad N’ Bedouins

Links:
Offizielle Seite
Offizielle Myspace Seite

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