Daughtry – Leave This Town (Podcast: Alben-Review)

LeaveThisTownSeit dem 24.07.2009 steht mit “Leave This Town” das zweite Album von Chris Daughtry in den Läden und hat es in den Staaten und auch in Kanada direkt auf Platz 1 bzw. 2 geschafft! Das klingt sehr danach, dass es ein würdiger Nachfolger zum Debütalbum “Daughtry” geworden ist. Allein die Hitsingle “It’s Not Over” war schon ein Grund damals das Album zu kaufen. Ob “Leave This Town” ähnliche Geschütze auffährt und mir wieder einen Ohrwurm des Jahres beschert erfahrt ihr nach dem Klick!

Daughtry – Leave This Town

Anzahl der Tracks: 12

Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 48 Min.

Chris Daughtry ist für mich der beste Musiker, der aus einer Castingshow hervorgegangen ist. Zwar wurde er in der fünften Staffel von “American Idol” nur Vierter, aber das legte seiner Karriere keine Steine in den Weg. Nachdem er das Angebot Frontsänger der Band Fuel zu werden ablehnte, gründete er unter dem Namen Daughtry seine eigene Band und legte mit “It’s Not Over” meinen persönlichen Ohrwurm des Jahres 2007 aufs Parkett. Genau dieser Song machte mich zum Fan und zudem ist dieser einer von zwei Songs, die mich jedes Mal an meine Lieblingsserie “Prison Break” erinnern, da diese perfekt zum Thema der Serie passen bzw. im Falle von Alexi Murdoch’s “Orange Sky” in einer der emotionalsten Szenen der Serie verwendet wurden. Allein dadurch bleibe ich am Ball, wenn ein neues Album vor der Tür steht.

Das Debütalbum “Daughtry” war für jemanden, der seine Karriere durch eine Castingshow ins Rollen gebracht hat eine sehr große Überraschung, die sowohl Paul als auch mich umgehauen hat. Anstatt durch die Show sich in ein Pop-Korsett zu schnüren, wie es so immer Fall ist, schnappte sich Produzent Howard Benson (Creed, Cold, Theory Of A Deadman, Motörhead, Sepultura, Skillet, Papa Roach, Three Days Grace…) das neue Talent am Rockhimmel und ließ ihn sein Ding durchziehen und zudem noch zwei Songs seiner alten Band Absent Element für das Album neuschreiben. Das Album ging zur Verwunderung der vielen Kritiker sprungartig auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts und schaffte es hier auf Platz 2. Ähnlich verlief des auch in Kanada, Finnland, Irland, Neu Seeland und und und… Sowas schafft und wird, soweit bin ich überzeugt, auch Niemand aus unseren extrem peinlichen und schlechten Castingshows jemals schaffen. Die wahren Talente in Deutschland meiden diese Shows und zeigen selbst mit harter Arbeit was in ihnen steckt ohne sich im TV fertigmachen zu lassen oder sich von einem Deppen was vortanzen zu lassen.

Zurück zum Thema! Ende letzten Jahres laß ich auf der offiziellen Webseite, dass die Arbeiten am neuen Album bereits im vollen Gangen waren und schrieb mir Daughtry als Hoffnung für das Jahr 2009 auf. So überraschend wie Daughtry damals in mein Leben kam, erschien auch die Info der Veröffentlichung des Albums, denn ich hatte mit einem Release am Ende des Jahres gerechnet wie es auch bei Killswitch Engage der Fall war. Für “Leave This Town” hat sich Daughtry von Künstlern wie Richard Marx, Chad Kroeger (Nickelback), Ryan Tedder (OneRepublic), Trevor McNevan (Thousand Foot Krutch), Jason Wade (Lifehouse), Adam Gontier (Three Days Grace), Ben Moody (Ex-Evanescence) und Eric Dill (Click Five) beim Songschreiben unter die Arme greifen lassen, wie es auch auf dem Vorgänger stellenweise der Fall war. Bei dieser Zusammenarbeit entstanden um die 19 Songs wovon nur 12, wie auch beim Vorgänger, den Weg auf die CD gefunden haben. Der Rest kann per Download auf dem amerikanischen und englischen iTunes Markt gergattert werden oder auf anderen digitalen Editionen der CD.

Direkt im ersten Track “You Don’t Belong” zeigt Daughtry, dass es nichts verlernt hat und rockt schon von der ersten Sekunde an, wie man es vom Vorgänger gewohnt ist. In den Strophen drückt Daughtry zwar ein wenig auf die Bremse, aber lässt es in den Refrains wieder krachen. Der Song erinnert ein Wenig an eine schnellere Verison von “Crashed”. Somit kein Novum im Daughtryschen Schema. Danach geht es mit den zwei besten Songs des Albums weiter. Die aktuelle Single “No Surprise” bleibt von der ersten Sekunde an im Ohr stecken und führt die Tradition der funktionierenden Rocksongs wie “Over You” oder “Used To” fort. Da ist es schon keine Überraschung, dass gerade hier Nickelback’s Chad Kroeger seine Finger im Spiel hatte. Was einmal funktioniert, dass funktioniert auch beim achten Mal. Um noch einiges besser funktioniert der Song “Every Time You Turn Around”, denn dieser Song ist mein offizieller Nachfolger des Überohrwurms “It’s Not Over”. Die Engergie, Stimmung und auch der Refrains sind sehr indentisch auch wenn der Nachfolger um einen Ticken schneller und fröhlicher ausgelegt ist. Mich haut es dennoch wieder aus den Socken und ich kreisch jedes Mal mit. Mit “Open Up Your Eye” und “Tennessee Line” liefert Daughtry seine wohl intensivsten und gefühlvollsten Lieder ab, die er bis Dato geschrieben hat. Beide Songs gehen unter die Haut und lassen beim Mitsingen eine Gänsehaut aufkommen. Letzterer ist die einzige reine Ballade, wo Daughtry die verzerten Gitarren in ihren Koffern lassen. Mit “September”, “Learn My Lesson” und “Call Your Name” gibt es zwei weitere Balladen, nur da kann Daughtry nicht anders als im Refrain oder am Ende des Songs wieder voll aufzudrehen. Der Songs “What I Meant To Say” ist allein durch die “AhhAhh” Parts schon bei mir hängen geblieben und gehört zu den Songs, wo durchweg gerockt wird. Der Rest ist, auch wenn es sich negativ anhört, normale Daughtrykost, die sich nicht großartig abhebt und stellenweise gleich klingt oder an Songs der Vorgänger erinnert, aber trotzden problemlos gehört werden kann. Dennoch muss der Fan der ersten Stunde einsehen, dass hier auf dem Album nicht mehr in den Maßen losgerockt wird, wie auf “Daughtry”. Der Großteil ist gefühlvoller und stellenweise balladiger als es zuvor der Fall war, aber genau das Macht für mich hier den Reiz aus.

Fazit:
Für mich ist das Album trotz der geringeren Rockanteile das beste Album von Chris Daughtry und seiner Band, denn mir gefällt die etwas ruhigere, gefühvollere und dadurch intensivere Schiene mehr als die puren Rockeinlagen des Vorgängers. Der lieferte auch sehr gute Ohrwürmer und mit “It’s Nor Over” einen persönlichen Meilenstein, aber die 6-7 Songs auf diesem Album, die mich in Begeisterung versetzen überragen den Großteil der alten Songs auch wenn beide Alben auf den selben Ohrwurmwert kommen mit 6-7. Genau hier trennen sich wohl auch die Lager, denn wer mehr Rock mag wird sicherlich “Daughtry” favorisieren und jeder der mehr Gefühl in den Songs mag und zudem Balladen gerne hört wird “Leave This Town” als sein Album bezeichnen. Es ist reine Geschmackssache, auch wenn ich der Meinung bin, dass man beide Alben gut hören kann und am Ende eine gehörige Packung an Rock aus dem Hause Daughtry erfährt. Fans der ersten Stunde sollten deinfitiv reinhören und sich ein Bild machen. Die Anhänger von Bands wie Nickelback, Theory Of A Deadman und Co. sollten sich, sofern sie nicht schon längst auf den Zug aufgesprungen sind mal eine Probefahrt wagen, denn Daughtry fährt genau auf der selben Schiene und die funktioniert trotz Wiederholung, wie man es von den gerade genannten Bands kennt. Ich bin schon jetzt gespannt, ob das dritte Album auch einen weiteren Hit beinhalten wird wie “It’s Not Over” oder seinem Nachfolger “Every Time You Turn Around”.

Hörempfehlungen:
- Every Time You Turn Around
- No Surprise
- Open Up Your Eyes
- What I Meant to Say
- Tennessee Line
- You Don’t Belong
- Call Your Name

Links:
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Daughtry – No Surprise:

Daughtry – It’s Not Over:

Daughtry – Breakdown (Unplugged):

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