Nachdem ich im Februar mein Debüt in Sachen Musikreviews gegeben habe, folgt jetzt schon meine zweite Review eines kleinen Silberlings. Dafür habe ich mir das Debütalbum der Band Broken Bells ausgesucht, welches den selben Namen trägt wie die Band. Was für eine Musik die Band anbietet und ob ich das Album empfehlen kann, könnt ihr in unserem Podcast hören, oder hier nach dem Klick lesen.
Broken Bells – Broken Bells
Anzahl der Tracks: 10 + 1 (als Zusatz der iTunes LP, bzw. B-Seite der Single „The High Road“)
Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 36 Min.
Manche Alben haben eine sehr merkwürdige Entstehungsweise. So versuchen Bands mittels eines Albums ihren toten Kumpel zu würdigen, andere ziehen extra für die Zeit der Aufnahme in alte Gruselvillen, wiederum andere Bands treffen sich nach Jahren ohne Kontakt untereinander und nehmen in drei Tagen das nächste Top 10 Album auf.
Bei Broken Bells war der Grund dann doch ein anderer, aber kaum weniger ungewöhnlich als das Wohnen in alten Spukschlössern. Hinter dem Namen Broken Bells stehen zwei Musiker, die sonst auf anderen Pfaden wandeln. Da wäre zum einen James Mercer, der Sänger der Inide-Rock Band „The Shins“, und zum anderen noch Brian Burton, den viele sicher durch sein Gnarls Barkley Projekt kennen dürften. Nun, die beiden Herren trafen sich irgendwann im Backstagebereich eines Festivals und stellten fest, dass sie doch musikalisch Gemeinsamkeiten besaßen und bei Zeiten gerne zusammenarbeiten würden. Der simple Grund für ihre jetzt veröffentlichte Zusammenarbeit war schlicht Langeweile. Besser ausgedrückt, fühlten sich Mercer und Burton von ihren jeweiligen Projekten eingeengt und wollten etwas anderes probieren. Heimlich traft man sich dann im Studio von Burton und begann mit den Aufnahmen.
Das Endprodukt dieser Kollaboration klingt in etwa wie es sich auf dem Papier auch liest. Burton bringt seinen Gnarls Barkley Sound mit, während Mercer lässig indiemäßig rockt. Der Sound ist ein klar definierter Mix aus Brit-Pop Anklängen, Indierock mit Mercer Gesang, souligen Beats und Gesang von Burton sowie netten Synthieparts. Das ist weder revolutionär noch wirklich neu, doch klingt es in dieser handwerklich guten Mischung wunderbar bekannt und doch etwas experimentell. Mir ist beim Hören aufgefallen wie gut die einzelnen Songs sich trotz ihrer Unterschiede in das Gesamtwerk des Albums einfügen und beim Hören immer mehr eine Symbiose eingehen und zusammenfließen. Es ist mir mehrmals passiert dass ich nicht ganz sicher war ob das was ich gerade höre noch der selbe Song ist oder schon der nächste. Das liegt natürlich am feinen Produzentenhändchen von Brian Burton, der ja schon sein Können beim Grey Album gezeigt hat, aber auch am Gesang von James Mercer der sich soulig bis rockig durch das Album zieht. Broken Bells ist mit ihrem gleichnamigen Album eine sehr homogene Platte gelungen die ihren Reiz vom leicht experimentellen, aber nie überdrehten, Sound zieht und wunderbar als leichte Frühlingsplatte durchgeht.
Fazit:
Frühlingsplatte ist wirklich die beste Beschreibung die ich hierfür anbieten kann, denn das Album bietet leicht melancholische Tracks mit Winterstimmung, genauso wie soulig-rockige Stücke die den Sommer erahnen lassen. Es ist eine Platte die Spaß macht, schön anzuhören ist, die man aber leider auch recht schnell wieder vergisst. Gerade der letzte Punkt ist mir nach mehrmaligem Hören der Platte negativ aufgefallen. Vor allem die ersten Male wirkt die Platte noch sehr frisch und neu, während sie dann mehr und mehr an Fahrt verliert und von echten Sommerplatten überholt wird. Doch man kann sie ja im nächsten Frühjahr wieder hervorholen und neu entdecken.
Hörempfehlungen:
- The High Road
- The Ghost Inside
- Sailing To Nowhere
- October
Links:
Offizielle Seite
Broken Bells “The High Road”
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