“Su lang mer noch am Lääve sin!”
Die fünfte Jahreszeit ist gerade im vollen Gange und auch wenn ich eher ein Karnevalsmuffel bin was das Besuchen der Festivitäten und der Festtagsumzüge angeht geht Karneval auch nicht an mir vorbei. Mein Karneval spielt sich jedes Jahr gleich ab. Der Sessionsbeginn wird sofern es geht im WDR mitverfolgt und dazu kommt die eine oder andere Sitzung und eins darf nie fehlen! Das Kölsch Hännesche Thiater eine kölsche Version der Augsburger Puppenkiste. Zudem gesellt sich dann auch noch die kölsche Karnevalsmusik, die ich eigentlich jederzeit hören kann, sofern ich dazu Lust habe. Von den Bläck Fööss, De Höhner, Paveier und dem Colonia Duett bis zu Brings kann mich einiges für die Musik samt kölscher Mundart begeistern. Von daher kann man sich auch nun denken, dass ich auch nur den kölschen Karneval favorisiere und der Rest mich nicht interessiert. Bei mir geht es weniger um den das Feiern selber, sondern eher um den interessanten Dialekt, die vielzähligen Gags und die Musik, die uns die großen Mundartbands Jahr für Jahr liefern. Eine dieser Mundartbands zieht mich dabei besonders in ihren Bann. Ihr Name Brings. Das hat weniger mit den Karnevalssongs zu tun, die sicherlich bekannt sein müssten, sondern eher damit, dass Brings neben dem Karnevalsleben auch eins als gute Rockband führen oder naja zumindest geführt haben.
Die Band Brings wurde 1991 gegründet und besteht heute aus den Söhnen des Musikers Rolly Brings Peter (Gesang, Gitarre) und Stephan (Bass, Gesang), dem Sohn von Norbert Blühm Christian (Schlagzeug, Gesang), dem Sohn von Ex-Bläck Fööss Sänger Tommy Engel Kai (Keyboard, Gesang) und Harry Alfter (Gitarre, Gesang). Von 1991 bis heute war die Band recht fleißig und hat bis Dato 12 Alben, 2 Mini-Alben, 1 Live-Album und sage und schreibe 27 Singles veröffentlicht. Dabei befindet sich unter den Alben mit “Glaube, Liebe, Hoffnung” das einzige komplett Hochdeutsche Album der Band, dass mich zum Fan der Band gemacht und mir gezeigt hat, dass Brings auch abseits des Karnevals was zu bieten haben.
Was die Musik der Band angeht ist jedes Album wie eine Art Überraschungsei, dass mal mehr mal weniger positiv oder negativ ausfällt. Was die älteren Alben angeht fährt man als Fan des typischen 90′s Deutschrock, den man damals bei Bands und Künstlern wie Pur, Heinz Rudolf Kunze, Herbert Grönemeyer, Klaus Lage und Konsorten finden konnte, mit den ersten fünf Alben von “Zwei Zoote Minsche” (1991) bis “Fünf” (1997) auf der sicheren Seite. Schon mit “Fünf” wird es poppiger aber so richtig geht es mit “Knapp” (1999) los. Mit dem darauf flogenden Album “Superjeile Zick” (2000) wird es wieder rockiger also was für die Pop Rock Fans. Nur ist dieses Album auch direkt der Anfang der Karnevalssongs, die von Album zu Album mehr werden. Ab “Puddelrüh…” (2003) bis zum im letzten Jahr erschienen Album “Rockmusik” nimmt wie schon gesagt die Anzahl der Karnevalssongs zu. Die rockigen Einlagen vergangener Tage sind nur noch spärlich gesäht, aber noch nicht ausgestroben und lassen den reinen Rockfan, der weniger mit Karneval zu tun haben will, von Veröffentlichung zu Veröffentlichung unzufrieden da stehen. Bedeutet nicht das Brings momentane musikalische Leistung schlecht ist, denn unter den teils poppigen teils völlig im Karnevalsgewand aufgehende Songs, in denen sich auch Reggae Einlagen finden lassen, befinden sich immer noch Ohrwürmer, die man auf jeder Platte mehrmals findet. Nur man merkt, dass die Bands trotz Albumtitel wie “Rockmusik” immer am Ziel vorbei schrammen und musikalisch nicht mehr die Band sind, die mit guten Deutschrock die Boxen zum Glühen gebracht haben.
Auch wenn Brings nicht mehr so rocken und auch mich mit jedem neuen Album teilweise enttäuschen bin ich immer noch von ihnen überzeugt und zähle mich als Fan. Musikalisch ist es ein bunter Mix aus Pop, Rock und Karneval für den ich mich begeistern kann. Liegt zum einen an den vielen Ohrwürmer, die die Band bis heute abgeliefert hat und sicherlich noch abliefern wird und zum anderen am Gesang von Peter Brings, der mir persönlich sehr zusagt. Außerdem spielt auch ein wenig der kölsche Dialekt und meine Neigung zum kölschen Karneval da mit rein, wobei ich mit reinen Rockbands wie Bap mit Sänger Wolfgang Niedecken nix anfangen kann. Wie gesagt wer guten Deutschrock vergangener Tage in denen die großen deutschen Hits entstanden sind mag kann bei Brings sich in den ersten fünf Alben schön austoben. Alles was danach kommt ist eher was für Pop Rock Fans mit Hang zum kölschen Karneval. Am Besten man hört mal rein, denn Brings ist bzw. war nicht nur “Superjeilezick” und tralala.
Hörempfehlungen:
- Luftschlösser
- Drachesteije
- Ich bin frei
- Ich schenk dir mir Hätz
- Neue Daach
- Lang vorbei
- Dich verjess ich nie
- Schwaad nit lang
- Nix för lau
- Loss di Maske falle
- Bis ans Meer
- Irgendwo im Osten
Hörempfehlungen (Karneval):
- Su lang mer noch am Lääve sin
- Superjeilezick
- Puddelrüh
- Aschermittwochmorje
- Poppe, Kaate, Danze
- Wenn et funk
- Alle Mann
- Riesenkamell
Links:
Offizielle Seite
Offizielle Myspace Seite
Brings – Su lang mer noch am Lääve sin:
Brings – Poppe, Kaate, Danze:
Brings – Superjeilezick:
Dieser Eintrag wurde geschrieben von