Bosse – Taxi (Podcast: Album-Review)

TaxiAm 06.02. fand mein 3 Jahre langes Warten auf ein neues Bosse Album endlich sein Ende. Mit “Taxi” steht seitdem das dritte Album des aus Braunschweig stammenden Musikers Axel Bosse und seiner Combo in den Regalen. Mich freut es sehr, denn Bosse gehört zu meinen deutschen Lieblingskünstlern bzw. Bands je nachdem wie man es sehen will und 3 Jahre gehen auch nicht mal so an einem vorbei, auch nicht bei Bosse!

Bosse – Taxi

Anzahl der Tracks: 12

Gesamtlaufzeit der Standard Version: ca. 40 Min.

Bosse Fan bin ich nicht seit der ersten Stunde, denn dafür hab ich “zu spät” von ihm erfahren, aber als 2006, quasi ein Jahr nach der Veröffentlichung des Debütalbums “Kamikazeherz”, das zweite Album “Guten Morgen Spinner” den Weg in die Läden fand war ich direkt hin und weg. Allein die Single “Die Irritierten” war einer von zwölf Gründen in das Album reinzuhören und das hat sich gelohnt und lohnt sich auch noch heute, denn die Songs sind zeitlos und können immer und immer wieder gehört werden. Somit ist Bosse ganz klar was für mich.

Wie schon erwähnt sind 3 Jahre eine etwas längere Zeit, aber mit 28 Tracks verteilt auf 2 CDs übersteht man locker diese Durststrecke. Wer bereits Bosse Fan ist oder zumindest die Songs des Vorgängers “Guten Morgen Spinner” kennt, dem wird nach der ersten Hälfte auffallen, dass Axel Bosse sich ein wenig zurücknimmt und nicht so sehr auf die Tube drückt wie zuvor. Natürlich bietet das Album noch deutschen Schrammelrock mit Songs wie “Matrosen”, “Die Kunst des Verlierens” und “Alter Strand” an dem es übrigens das beste Bier der Welt gibt, nur geht es in diesen nicht mehr so intensiv zur Sache wie man es von Songs wie “Die Irritierten”, “Plötzlich”, “Bei Costas” und “Eigentlich, eigentlich” gewohnt ist. Dabei hieß es doch:

Man hört uns collabieren,
Wir wolltens intensiver,
Wir wolltens intensiver,
Wir wolltens intensiver,
Eigentlich eigentlich

(Eigentlich, eigentlich – Text: Axel Bosse)

Naja auch wenn Bosse auf die Bremse drückt und Axel sich auch nicht mehr so die Kehle aus dem Hals schreit findet man dennoch gute Musik auf der Scheibe, die einen packt. Das Setting ist somit ganz klar in ruhigeren Gefilden angelegt und lässt des Öfteren die eine oder andere Akustikgitarre erklingen, die mit Streichern begleitet wird oder wie in der Ballade “Vereinfachen” schlicht nur ein Klavier zu hören ist, denn “Liebe ist leise”. Genau darum geht es in den Songs: um Liebe, Gefühle, Wünsche und Freundschaften. Natürlich ist die ruhige Schiene nicht für jeden etwas, aber wer Bosse kennt ist an solche Einlagen bereits gewohnt, denn auf den Vorgängern hielten sich die ruhigen und rockigeren Songs die Waage. Dennoch kann das Album überzeugen und sehr positiv zu erwähnen ist, dass sich fast durchweg die Refrains der Songs in die Hörgänge festsetzen und sich auch nicht so schnell wieder entfernen lassen. Direkt nach dem ersten Durchhören kann man sie wirklich auswendig mitsingen und mir gefällt diese Tatsache. Sei es der sehr an Tomte erinnernde Song “Irgendwo Dazwischen”, “Alter Strand” mit dem Hauch von Kettcar oder der aufmunternde Song “Sommer Lang” in jedem Song findet man Stellen, die hängen bleiben und zum Mitsingen animieren. Von den 12 Songs, die das Album für uns parat hält sind alle Songs gut und teilweise Kandidaten für eine Hitsingle, nur ein Song haut mich nicht so sehr vom Stuhl. “Vereinfachen” ist eine schöne Ballade und bietet mit Madsen Sänger Sebastian Madsen einen Gast auf dem Album, aber dieser Song wirkt einen Ticken zu ruhig und nimmt dem jetzt schon leicht ruhigeren Album noch ein wenig mehr Geschwindigkeit und wirkt teilweise wie eine Notbremse zum Durchatmen, um direkt wieder aufs Gas zu treten. Normalerweise mag ich solche Songs auch, nur hier fehlt das gewisse Etwas und es wirkt deplaziert. Der große Rest macht die Fahrt mit dem “Taxi” sehr schmackhaft auch wenn man die Überholspur meidet und auf der Landstraße durchweg 70 fährt abseits jeder Autobahn.

Fazit:
3 Jahre sind 3 Jahre, aber die haben Bosse nicht geschadet, denn mit “Taxi” liefert Axel Bosse das bis Dato beste Bosse Album ab. Zwar fehlt das intensivere rockigere Stück der Vorgänger, aber wer damit leben kann wird sich schnell wohlfühlen im “Taxi”. Die großtenteils ruhigen Songs über Liebe, Gefühle, Wünsche und Freundschaften laden zu einer “chilligen” Reise ein und Fans von Tomte oder Kettcar können es problemlos zu sich rufen. Ich habe es bereits mehrere Male getan und mir ist nicht langweilig geworden und auch das zehnte Mal wird sicherlich wieder spaßig sein. Alle anderen, die sich für deutsche Musik und Texte begeistern können sollten definitv einen Blick wagen, denn es entgeht euch eine Band bzw. ein Künstler, der für mich persönlich für gute Texte mit toller Musik steht. Um es nochmals zu sagen “Taxi” ist das bis Dato beste Bosse Album. Hätten die etwas schnelleren Songs auch den Weg auf dieses Album gefunden wäre das Album ein Meilenstein gewesen, der in Deutschland sicherlich ein Hit gewesen wäre.

Hörempfehlungen:
- 3 Millionen
- Alter Strand
- Matrosen
- Sommer lang
- Irgendwo dazwischen
- Gegen Murphy

Links:
Offizielle Seite
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Offizieller YouTube Channel

Bosse – 3 Millionen:

Bosse – Die Irritierten:

Bosse – Kraft:

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