Zeitgleich mit dem Erscheinen des Films “X-Men Origins: Wolverine” fand auch das dazugehörige Spiel von Raven Software den Weg in die Läden. Normalerweise haben Spiele zu Filmen einen recht schlechten Ruf, da sie meistens einfach dahin geklatscht werden, aber im Falle von “X-Men Origins: Wolverine” sieht das zum Glück mal anders aus. Mehr dazu und zu unserem Lieblingsmutanten gibt es in der folgenden Review nach dem Snikt ehm ich meine Klick!
Im Single-Player Action-Adventure “X-Men Origins: Wolverine” übernehmt ihr, wie kann es auch anders sein, die Rolle von James “Logan” Howlett (Codename: Wolverine). Nachdem ihr euch für einen der drei von vier verfügbaren Schwierigkeitsgrade entschieden habt geht es direkt los. In einer der insgesamt fünf stellenweise real wirkenden Cinematics seht ihr Wolverine in einer nicht allzu fernen Zukunft eindrucksvoll gegen Soldaten kämpfen. Die Welt um ihn herum ist zerfallen, anscheinend so gut wie ungewohnt und sieht aus wie eine riesen große Version von Prypjat (auch bekannt aus dem 3D Shooter “Stalker“). Wer den Film bereits gesehen hat merkt direkt, dass dieses Szenario gar nichts mit dem Film zu tun hat. So wird es euch des Öfteren vorkommen, denn das Spiel hangelt sich zwar an bestimmten Eckpunkten des Films entlang, aber erzählt auch dabei zum Großteil seine eigene Geschichte. Zum Beispiel dürfte eine bestimmte Dame nach dem Film beim Kampf zwischen Wolverine und Victor Creed in der Bar überhaupt nicht auftauchen. Im Spiel hingegen will Wolverine sie dahin ausführen, bevor er merkt, dass Victor vorort ist. Auch die Kämpfe gegen den Blob, Gambit und Deadpool tauchen zwar auf, aber sind wahrscheinlich, um es spielerisch besser umzusetzten abgeändert worden. Anstatt mit dem Blob in den Ring zu steigen prügelt ihr euch durch einen Supermarkt, um dann mit ihm durch den Laden zu reiten. Im Falle von Gambit jagd ihr ihn durch eine leer stehendes Hochhaus, um letzten Ende mit ihm auf einer riesigen Casino Neonreklame zu kämpfen. Dies ist zwar total an der Filmsezene vorbeigeschossen, ist aber umso spektakulärer als die Version im Film. Einzig der Finalkampf gegen Deadpool kommt nahe an das Original ran, wobei ihr dort auf euch allein gestellt seid. Der größte Schnitzer im Spiel ist der Kampf gegen einen Hochhaus hohen Sentinel, der wie Mystique, Dr. Bolivar Trask und die W.E.N.D.I.G.O. Prototypen auch nicht im Film auftauchen. Das mag zwar anfangs verwirrend wirken, vor allem wenn man den Film gesehen hat, aber bringt dadurch auch seine Vorteile. Man hat somit öfters Aha-Effekte anstatt jedes Ereignis im Vorraus zu erwarten, weil der Film es einen so vorgespielt hat.
Das Spiel selber ist ein reinrassiges Action-Adventure wie man es von Spielen wie “Devil May Cry“, “Prince Of Persia” oder “God Of War” her kennt. Sprich viele Kämpfe mit deftigen Angriffscombos und Finishing-Moves, einigen Sprung- und Klettereinlagen und Rätseln, die bis auf eins recht schnell nachvollzogen und gelöst sind. Die Kämpfe wirken durchweg recht simpel, aber sehen dafür umso spektakulärer aus, denn nicht nur, dass Wolverine seine Gegner zerteilen, köpfen oder wegschleudern kann, nein er kann sie per zielgenauem Sprung auf den Brustkorb zu Boden reißen oder an den vielen interagierbaren Stellen der Levels festnageln oder aufspießen. Besonders zu erwähnen wäre der Betonmischer, der hier und dort den Feinden ein neues, enges zu Hause schafft. Bei den vielen Kämpfen sammelt ihr goldene Kugeln ein, die sich “Rage Orbs” nennen und euren Rage-Balken füllen. Ist dieser voll könnt ihr vier verschiedene Rage-Moves verwedenen. Den “Clwa Drill”, “Claw Spin”, “Claw Cyclone” und den “Beserk”. Diese geben euch die Möglichkeit viel mehr schaden gegen eine große Anzahl von Gegenern zu machen. Je mehr Gegener das Zeitliche segnen, desto schneller steigt euer Level. Dadurch könnt ihr eure Fähigkeiten aufwerfen und auf die Rage-Moves spezialisieren im Sinne mehr Schadensverteilung oder Selbstheilung. Man merkt in dem Spiel geht es reichtlich zur Sache. Vor allem in der von mir getesteten Uncaged-Version, die sich eher an ein erwachseneres Publikum richtet. In wie weit sich der Härtegrad der Uncaged-Version von der normalen Version unterscheidet weiss ich nicht, aber eins steht fest in dieser Version kommt jeder Fan von “Blood & Gore” bzw. wie die Gamestar es nennt “Blut und Morde” auf seine kosten. Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass es sich hier um ein Comic-Szenario handelt und um nichts anderes!
Wie in jedem Action-Adventure gibt es auch Zwischen- und Endbosse und genau erstere sind ein kleines Manko. Genau zwei Varianten an Zwischenbosse hält das Spiel für uns parat. Ein Lavasteinmonster und einen ähnlich aussehenden Mutantenfleischbrocken (W.E.N.D.I.G.O. Prototype). Diese lassen sich immer auf die selbe Art und Weise besiegen. Ausweichen, anspringen, drauf knüppeln und wieder abspringen. So geht es mehrere Male bis die Lebensanzeige sich entleert hat. Bei den ersten vier Begegnungen macht das noch Spaß, aber je weiter man kommt, desto mehr muss man davon gleichzeitig bekämpfen. Die schlimmste Begegnung beinhaltet gleich sechs der Mutantenfleischbrocken. Diese können schnell bekämpft werden, aber nur, wenn man immer mit zwei zu tun hat, aber das hängt davon ab, wie günstig man sich durch die Gegend bewegt. Denn wie in MMORPGs kann ein falscher Schritt gleich alle auf einmal ziehen und somit das plötzliche Ende mit sich ziehen. Ansonsten sind die Endgegener mit Victor Creed, den Blob, Gambit, einem Sentinel und Deadpool recht cool und gehören auch bis auf den Blob zu den Highlights des Spiels. Als normale Kost trifft man auf afrikanische Rebellen, Dschungelmutanten, verschiedene Soldatentypen (Mal unsichtbar, Mal Ninja like, Mal super stark, Mal mit mehr Rüstung), Roboter-Drohnen und krabbelnde Roboter. Dies ist nicht gerade viel, aber wenn man diese mit Stil und in Zeitlupe um die Ecke bringt stört dies nicht mehr.
Wo ich gerade ein Manko genannt habe mach ich direkt mal weiter. Das Spiel mag zwar auch für den PC erschienen sein, aber man merkt direkt, dass es für Konsolen gedacht ist. Von daher sollte man sich direkt von Tastatur und Maus verabschieden und sein Joypad entstauben. Da wären wir auch beim Manko, denn das Spiel möchte gerne einen Xbox 360 Controller sehen, aber den hat wie ich nicht jeder. Dazu kommt noch, dass man die Tasten nicht frei belegen kann. Ich besitze das Logitech Cordless Rumblepad 2 und das will das Spiel nicht so gerne sehen, denn es verdreht die Laufrichtung auf dem Pad. Das kostet Gewöhnungszeit, aber schreit eher nach einem schnellen Patch bzw. Fix. Da es keine offizielle Lösung gibt muss die Community sich selber helfen und das hat sie auch getan. Der XInput Emulator bringt die Lösung und lässt einen die Tastenbelegung von Außen aus ändern. Dadurch konnte ich nach zwei Tagen ohne Probleme testen.
Was die Grafik angeht bedient sich “X-Men Origins: Wolverine” bei der Unreal Engine 3 und diese setzt Wolverine (Hugh Jackman) samt Adamantiumskelett mit regenerierbarer Haut und Muskeln, Victor Creed (Liev Schreiber) und John Wraith (will.i.am) excellent in Szene. Diese waren auch die Einzigen des Filmcasts, die sich zur Mitarbeit am Spiel begeistern lassen und ihr Aussehen und ihre Stimme zur Verfügung gestellt haben. Der Rest sieht den Darstellern nur ansatzweise ähnlich, somit geht viel Stimmung verloren. Schade, aber so lange Wolverine wie Hugh Jackman aussieht und spricht ist alles ok. Vor allem die Cinematics sind wirklich eindrucksvoll und sehen stellenweise wie ein echter Film aus.
Als Bonus hält das Spiel neben dem Standarddress noch drei Uniformen für Wolverine bereit. Classic, Legendary und X-Force. Um diese selber zu tragen müsst ihr erstmal im Spiel drei Wolverine Figuren finden. Mit diesen schalten sich drei Arena-Fights frei in denen ihr direkt gegen euer kostümiertes Counterfeit antretet. Ist dieser besiegt könnt ihr euch die Uniformen vor dem Start eines Levels anlegen. Es ist zwar kein großes Highlight, aber dennoch kultig. Wo wir gerade beim Suchen sind. Neben den Figuren gibt es noch Easter Eggs, die gerne gefunden werden möchten und diese haben definitiv die Lacher auf ihrer Seite. Sei es der Bunker aus “Lost!”, Arthas Schwert Frostworm samt Skelett mit Ausrufezeichen über dem Kopf oder der mysteriöse Kuchen aus “Portal” man bleibt direkt verwundert stehen, freut sich und lacht sich schlapp. Dafür bekommt man zwar Bonuspunkte, aber Konsolenbesitzer erhalten dafür die allseits beliebten Achievements. Das Durchspielen des Games belohnt den Spiele nur gering, denn naben einem Hard-Mode erhält man die Möglichkeit die wundervollen Cinematics nochmals bestaunen zu können und das jederzeit. Das ist mir persönlich ein Bisschen zu wenig, aber dafür ist das Spiel an sich sehr gut.
Bevor ich zum Fazit komme noch zwei Anmerkungen zu Fehlern bzw. Bugs im Spiel. Im finalen Endkampf gegen Deadpool kämpft man, wie im Film, auf einem Turm eines Kraftwerks und kann Deadpool auch von diesem runter werfen was den Effekt hat, dass dieser seine Teleportfähigkeit benutzt, um wieder oben aufzutauchen. Da ich diesen Kampf mehrmals angehen musste, weiss ich wie dieser normalerweise ablaufen soll. Jedoch kam es zwei Mal vor, dass Deadpool anscheinend wirklich versucht hat den Turm hoch zu klettern bzw. sich für ganze 5 Minuten nicht mehr hoch teleportieren wollte. Weil ich den fast gewonnen Kampf nicht beenden wollte habe ich also gewartet und siehe da er kam auch wieder, nur halt mit der genannten Verzögerung. Ein weiterer Bug oder Fehler ist die Tatsache, dass Gegener als auch Endbossgegner wie Deadpool sich hin und wieder auf dem Boden liegend nicht mehr aus einem bestimmten Angriff lösen können. Somit hängt die KI im selben Ausweichversuch fest und man selber wiederholt den Angriff wieder und wieder, um den Gegner viel schneller als geplant zu beseitigen. Ansonsten ist mir nichts mehr negativ aufgefallen.
Fazit:
Ich warte ja seit Jahren auf eine PC Umsetzung vom “God Of War” und “X-Men Origins: Wolverine” füllt gekonnt genau diese Lücke. Das Spiel ist trotz des großen Storyunterschieds zum Film ein wirklich gelungenes Spiel und ist promt zu einem meiner Lieblingsspiele aufgestiegen. Selten hatte ich so viel Spaß und Lust mich mit einem Charakter ins Gemenge zu stürzen um tausende Gegnerwellen auszuschalten. Auch wenn ich bereits jedes Level gesehen habe kann ich es nicht lassen sie wieder und wieder zu beginnen, denn Wolverine ist einfach Kult und cool zugleich. Ich kann es jedem Fan von Action-Adventures und Wolverine bzw. Comichelden empfehlen. Es mag zwar nicht jedem passen, dass es ein Spiel der härteren Gangart ist, aber wer darüber hinweg schauen kann, was sicherlich der Großteil tut, wird mit “X-Men Origins: Wolverine” nicht nur eine gute Spielumsetzung eines Films sehen, sondern auch seinen Spaß haben. Mit 8-10 Stunden Spielzeit ist es vielleicht ein wenig kurz, aber es hat definitiv einen Wiederspielwert inne. Ich freue mich schon auf die Deadpool Verfilmung und der dazugehörigen Spielumsetzung von Raven Software, denn die haben bereits duchblicken lassen, dass Deadpool ihnen am meisten an Herz gewachsen ist. Zudem bleibt zu hoffen, dass das in diesem Jahr erscheinende “Batman: Arkham Asylum” genauso gut wird.
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Systemanforderungen:
Empfohlene Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista / Vista64
Prozessor: Intel® Pentium® 4 3.0 GHz, Intel® Core™ 2 E6300 oder AMD Athlon™ 64 30
RAM: 1 GB (XP) / 2 GB (Vista)
Grafikkarte: Shader model 3.0, NVIDIA 7800, ATI X1800 oder besser
Freier Festplattenspeicher: 8 GB
Weitere Plattformen:
- Xbox 360
- PlayStation 3
- PlayStation 2
- PlayStation Portable
- Nintendo Wii
- Nintendo DS
Links:
Offizielle Seite
X-Men Origins: Wolverine – Game Intro – Origins Cinematic:
X-Men Origins: Wolverine – Wolverine Quits – Origins Cinematic:
X-Men Origins: Wolverine – Gameplay – First Level (African Jungle) Part 1/3:
X-Men Origins: Wolverine – Found!, WoW!, The Cake:
Screenshots:
















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