WWE All Stars (Podcast: Game-Review)

Am 03.04.2011 fand im Georgia Dome in Atlanta, Georgia wieder das größte Wrestling-Event des Jahres statt – WrestleMania XXVII. Seit 1985 fiebern jährlich Wrestlingfans diesem Event entgegen und erlebten dabei einzigartige Momente, die eine Verwandlung eines Superstars zur Legende zur Folge hatten. Ob nun Hulk Hogan, André The Giant, Ricky Steamboat, Randy Savage, The Ultimate Warrior, Shawn Michaels, Bret Hart, Stone Cold Steve Austin, The Rock, Triple H, Randy Orton, John Cena und und und die Liste ist lang und die Anhängerschaft hinter ihnen ist riesig. Sie alle hatten und haben zum Teil immer noch ihre glorreichen Momente im Ring, nur Endet jede Karierre irgendwann und damit enden auch mögliche Traumduelle zwischen den Helden von damals und den des aktuellen WWE Rosters. Pünktlich zwei Tage vor WrestleMania XXVII veröffentlichte THQ sein neuestes Spiel ihrer langen WWE Spieleserie, dass die goldene Vergangenheit der damaligen WWF mit dem aktuellen Stand der WWE samt ihrer Legenden zusammenbringt. Insgesamt 15 Legenden und 15 Superstars stehen in “WWE All Stars” zur Auswahl, um die Frage zu beantworten wer von ihnen im direkten Traumvergleich der Bessere ist. Als alter und mittlerwiele neu eingestiegener Wrestlingfan konnte ich mir diese Chance nicht nehmen lassen, um ein wenig meine Vergangenheit als Wrestlingfan aufleben zu lassen, verpasstes wie die Attitude-Ära nachzuholen und dabei auch meine jetzigen Helden mitdabei zu haben. Mehr dazu erfahrt ihr nach dem Ultimate Klick! Can you click it, Sucker?


Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 56. Folge des Babbel-Net Podcast!

Wie schon erwähnt treffen in “WWE All Stars” 15 namenhafte Legenden und 15 aktuelle Superstars des WWE Rosters aufeinander. Unter die Legenden mischen sich Hulk Hogan, Randy Savage, The Ultimate Warrior, Sgt. Slaughter, Ricky Steamboat, Roddy Piper, André The Giant, Mr. Perfect, Jimmy Snuka, Jake Roberts, Bret Hart, Shawn Michaels, Steve Austin, The Rock und Eddie Guerrero. Auf Seiten der Superstars tümmeln sich John Cena, Triple H, Rey Mysterio, John Morrison, Big Show, Kofi Kingston, Sheamus, Randy Orton, CM Punk, The Miz, Drew McIntyre, The Undertaker, Jack Swagger, Kane und Edge, der leider im April aus gesundheitlichen Gründen seine Karierre beenden musste. Mit ihnen könnt ihr, sofern ihr alle freigeschaltet habt, in den virtuellen Ring steigen und in verschiedenen Modi die Fetzen fliegen lassen. Wer von euch unter den genannten Wrestlern nicht seinen Favoriten wiederfindet oder lieber sich selbst im Ring sehen will, der kann sich auch selbst einen Wrestler erstellen. Leider ist der Umfang des Editors nicht so umfangreich wie bei “Smackdown Vs. Raw 2011″, aber mit ein paar Ausnahmen identisch mit diesem und reicht aus den Roster zu erweitern.
Den Anfang in Sachen Modi macht der typische Exhibition Modus, der sich in die Matcharten 1 vs 1, Triple Threat, Fatal 4 Way, Handicap, Tornado Tag Team, Steel Cage, Extreme Rules und Elimination unterteilt. Dazu gesellt sich der sehr interessante Modus namens Fantasy Warfare. Hier werden mehr oder minder typgleiche Wrestler unter einem bestimmten Motto gegenübergestellt. So treffen Shawn Michaels und The Undertaker unter dem Motto Mr. Wrestlemania aufeinander, während in Pride Of Scotland Roddy Piper und Drew McIntyre die Entscheidung unter sich ausmachen, Hulk Hogan und John Cena klären wer von ihnen der Biggest Superstar ist oder CM Punk in Superior Lifestyle Steve Austin zeigt, dass Straight Edge heisst besser als alle andere zu sein. Vor allem Neulinge und Fans, die zwischenzeitlich ihr Intresse verloren haben, werden hier eine kleine Geschichtsstunde in Sachen Wrestling erhalten. Jeder Kampf im Fantasy Warfare wird durch ein passendes Video eingeleitet in dem man die Karierren beider Konrahenten kurz Revue passiert oder die Gimmicks nochmal näher gebracht bekommt. Das hilft nicht nur sein Wrestlingwissen ein wenig aufzufrischen und neueren Generationen die Vergangenheit der WWE bzw. WWF näher zu bringen, sondern auch mal zu zeigen welche Präsenz die Herren im Ring hatten und haben, um spielerisch Intresse an ihnen zu wecken. Der Modus ist außerdem der Dreh und Angelpunkt, wenn man sich den kompletten Kader freispielen möchte. Denn jeder Sieg mit einem noch nicht verfügbaren Wrestler schaltet diesen dann automatisch frei. Damit wird man bei Fantasy Warfare dann gleich doppelt belohnt beim Spielen. Als letzten Modus hätten wir da den Path Of Champions. Der Storymodus des Spiels fällt im Vergleich zum großen Bruder “Smackdown Vs. Raw 2011″ recht mau aus und bietet leider nicht so viel Vielfalt und Inhalt. Lediglich drei Storypfade an denen euch am Ende “The Phenom” The Undertaker, “The Legendkiller” Randy Orton oder das Tag Team D-Generation X sprich “The Game” Triple H und “Mr. Wrestlemania” Shawn Michaels im finalen Match erwarten. Der Aufbau aller drei Karrieren fällt recht simpel aus. Ihr bestreitet insgesamt zehn Matches während am Anfang in der Mitte und vor dem letzten Match eine Zwischensequenz bzw. Promo versucht für Stimmung zu sorgen. Leider will diese da nicht so recht aufkommen. Zwar ist es natürlich sehr angenehm Paul Bearer samt Undertaker im Schlepptau und passender WWF Kulisse mit Särgen, Kerzenständern und Co oder D-Generation X amüsant und witzig wie eh und je rumalbern oder “WWE All Stars” in der DX Fassung anpreisen zu sehen, aber der Funke möchte da nicht so recht aufkommen. Das liegt daran, dass es kein wirklicher Storymodus ist, der über die Machtes hinweg eine mitreissende Storyline erzählt, sondern nur ein Modus indem zehn Kämpfe mit drei Zwischensequenzen verpackt wurden. Den einzigen Grund diese Karrieren nach einmaligem Durchspielen nochmals anzugehen ist der leider unschöne Grund, dass jeder Wrestler über ein Alternativ-Outfit verfügt und man diese dort mit jedem einzelnen Wrestler freischalten kann. So sinnvoll ich die Idee des Freischaltens der Wrestler durch den Fantasy Warfare Modus noch fand, so verpufft die Lust und auch der Sinn sich insgesamt 30 mal durch eine beliebige Karriere zu spielen. Besonders weil hier der Schwierigkeitsgrad vor allem am Anfang der Karrieren mit Randy Orton und DX schnell in die Höhe geht. Die ersten vier Matches bauen sich vom simplen 1 gegen 1 Stufe um Stufe zum Fatal 4 Way Elimitaion Match aus. Wer spätestens im Triple Threat Elimination Match noch nicht so ganz mit der Steuerung bewandert ist und auch das Timing für Signatures und Finisher nicht drauf hat, wird mit Frust seinen neuen Kollegen finden. Selbst ich war recht schnell am Verzweifeln es gleich mit zwei Gegnern aufzunehmen und dabei Überlick zu behalten, um nicht als erster den Ring zu verlassen.

Da wären wir auch schon bei der Steuerung. Anders als beim großen Simulationsbruder “Smackdown Vs. Raw” hat sich das Team von THQ San Diego darangesetzt das Spiel einsteigerfreundlich zu machen. Einen Versuch wagten Teile des Teams damals noch als Midway San Diego in “TNA Impact!” (2008), dass zwar simpel ausgelegt war, aber letzten Endes nicht so simpel beim Spieler wirkte. Mit “WWE All Stars” ist es ihnen aber gelungen den komplexen Wrestlingsport mit einer einfachen und benutzerfreundlichen Steuerung und dem dadurch resultierenden Button Mashing zu verbinden. Dementsprechend muss man sich nicht mehr mit tausenden doppel und dreifach Belegungen rumschlagen und auch vom Auswendiglernen von Comboketten wird man erlöst. Jeweils zwei Tasten kümmern sich um normale und harte Angriffe, während die anderen beiden für schnelle und starke Griffe sorgen. Jeder erfolgreiche Schlag und Block/Reversal lädt die dreigeteilte Signature Move Leiste auf. Diese werden ausgeführt in dem man man die beiden harten/starken Tasten bzw. die beiden normalen/schnellen Tasten gemeinsam drückt. Die erfolgreichen Signatures laden hingegen die Finisherleiste auf, die nach voller Ladung durch das gedrückt Halten der oberen Schultertasten entladen werden kann. Dies schnell verinnerlicht kommt man bei “WWE All Stars” mit recht wenig Firlefanz oder anders gesagt ohne große Fingerakrobatik am Pad aus und das macht es direkt zugänglicher für Spieler, die seltener Beat ‘em Ups spielen oder noch nie eins gespielt haben. Einzig das Timing und die Position beim Ausführen der Signatures und Finisher und das rechtzeitige Blocken von Angriffen braucht ein wenig Übung, aber das hat man schnell drauf geschafft und sorgt für spannende und hart umkämpfte Matches in denen jeder die Chance hat diese für sich zu entscheiden. Selbst das reine Button Mashing führt zum Erfolg und macht das Spiel zum arcadelastigen Wrestlingfest.

Was “FIFA Street” für die sonst so simulationslastige Fifa Serie ist, ist “WWE All Stars” für das THQ WWE Spieleuniversum. Dass erkennt man allein schon am comichaften Look, der den Muskel über Muskel bepackten Comic-Zeichnungen von Ed McGuinness ähnelt und mit Wrestler auf Supersteroiden umschrieben werden kann. Kampfkoloss! Selbst schmale Wrestler wie Kofi Kingston, Shawn Michaels oder Rey Mysterio wirken hier wie Schränke und die echten Schränke in der Realität wie Hulk Hogan, Triple H und John Cena könnten selbst Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten als Mr. Universe und Mr. Olympia problemlos in den Schatten stellen. Aber auch in der Darstellung der Moves nimmt sich das Spiel das Recht heraus den Realismus auszublenden. So sieht man zwar die bekannten Signature Moves und Finisher der Wrestler, nur treibt man hier das Ganze auf die Spitze. Zum Beispiel begeben sich die Wrestler in Zeitlupe, Schlieren werfend und begleitet vom Sprungsound des Sechs-Millionen-Dollar-Manns, mehrere Meter in die Lüfte, fangen ihren hochgeworfenen Gegner dort auf, befördern diesen per Schlag oder im Griff mit einem Salto zu Boden, während der Aufschlag noch mit einer Druckwelle verschönert wird. Auch Sprünge von einer Ringecke in die diagonalliegende Ringecke sind hier an der Tagesordnung, sowie Schläge die Gegner in die Lüfte befördern, um sie dort mit weiteren Schlägen zu konfrontieren. So total überzeichnet müsst ihr euch sämtliche Aktionen im Ring vorstellen, die sich an den original Movesets der Wrestler orientieren. Genau hier war ich bei der Ankündigung des Titels anfangs nicht so ganz überzeugt, weil ich sehr viel Wert auf Realismus lege beim Look, aber das hat sich nach den ersten Runden schnell geleget und stört mich zumindest nicht mehr.

Fazit:
“WWE All Stars” vereint die Spiele “WWE Legends Of WrestleMania” und “Smackdown Vs. Raw 2011″ in sich, vereinfacht die Steuerung und setzt diese Mischung in einem übermuskelten Comiclook mit Matrix ahnlichen Moves in Szene. Dabei vergisst THQ nicht Neulinge und auch Veteranen mit Lücken im Wrestlingwissen und gibt ihnen mit dem Fantasy Warfare Modus mit seinen Introvideos die Chance diese Lücken zu füllen oder in Erinnerungen zu schwelgen. Trotz all der Überzeichnungen schafft es der Modus noch den realen Menschen, seine Karriere und teilweise auch sein Gimmick näher zu bringen und Sympathie für ihn aufkommen zu lassen. Aber auch Neulinge im Beat ‘em Up Genre und Nichtfingerakrobaten können problemlos in die Comicwelt von “WWE All Stars” einsteigen ohne wirklich Furst zu finden, sofern sie sich nicht direkt mit dem Storymodus des Spiel befassen und sich ein wenig Zeit zum Einleben lassen. Sobald die Steuerung verinnerlicht ist und man gegen seinen Freund am Pad in den Ring steigt dreht der Spaßfaktor bei diesem Spiel so richtig auf und sorgt für hart umkämfte Matches, die für viel Freude sorgen und gerne wiederholt und wiederholt werden. Hätte man mehr Arbeit in den Storymodus gesteckt und dort den Fokus auf die Geschichte der WWE und die möglichen Traumduelle mit spannenden und bedeutsamen Storylines gesetzt, wäre “WWE All Stars” ein Spiel geworden mit dem man sich als Einzelspieler auf längere Zeit beschäftigen würde. So ist es eher ein arcadiges Partyspiel, dass man rausholt um mit Freunden einen lustigen Schlagabtausch zu haben. Das reicht dennoch aus um mehr als nur einen Blick zu riskieren. Wer eine spaßige und reine Klopperei sucht und keinen allzu großen Wert auf das Drumherum des WWE Universe legt kann ruhig zugreifen, sowie Neulinge, die ins Thema Wrestling einsteigen wollen. Wer jedoch die WWE im vollen Umfang erleben möchte und den Fokus auf das Hier und Jetzt mit einem realistischen Look legt greift lieber zum großen Bruder “Smackdown Vs. Raw 2011″ und testet im Vorfeld die Demo zu “WWE All Stars”.


Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Plattformen:
- Xbox 360
- PlayStation 3
- PlayStation 2
- PlayStation Portable
- Nintendo Wii

Links:
Offizielle Seite
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WWE All Stars – Greatest Trailer:

WWE All Stars – Biggest Boldest Baddest Trailer:

WWE All Stars – Macho Man Madness:

WWE All Stars – Greatest Character Classes:

WWE All Stars – Stars Runnin Wild Trailer:

WWE All Stars – Greatest Roster Trailer:

WWE All Stars – Match Types What!:

WWE All Stars – Fantasy Warfare Trailer:

WWE All Stars – Triple H vs Bret Hart (Full Match):

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