Auf der diesjährigen E3 platzte für “Monkey Island” Fans eine große Bombe, denn LucasArts verkündete die Veröffentlichung der Special Edition ihres “Monkey Island” Erstlings “The Secret Of Monkey Island” und Telltale Games die Fortsetzung der Serie durch “Tales Of Monkey Island“. Nun fragt man sich zurecht, wie eine Special Edition eines 19 Jahren alten Spiels aussieht? Es handelt sich nicht um eine prunkvolle Box mit schönen Extras für’s heimische Regal oder eine DVD mit einer Doku über die Entstehung oder dem Hype um die Serie, sondern einfach um eine über Steam downloadbare Version des Klassikers samt alten und neuen Look und ganz wichtig für heutige Verhältnisse einer Sprachausgabe! Also Segel setzen und ab nach “Monkey Island”!
Im Jahre 1990 setzte LucasArts mit “The Secret Of Monkey Island” den Grundstein für die bekannteste Adventureserie aller Zeiten und zeitgleich die Referenz mit der sämtliche Adventures noch heute gemessen werden. Vor allem der Humor, das Rätseldesign und der Mut für abgedrehte Szenarien machte diese Serie zum Kultklassiker. Genau diese bekommt mit der Neuauflage von “The Secret Of Monkey Island” neues Leben eingehaut und bietet Neuligen, wie ich, und jüngeren Spielen durch den neuen Look das Sprungbrett, um auch heutzutage vom Inselfieber angesteckt zu werden.
Die Geschichte, der Humor und die Rätsel der Special Edition sind identisch mit der des Originals. In der Rolle des jungen Guybrush Threepwood macht ihr euch auf den schweren Weg auf Melee Island ein mächtiger Pirat zu werden. Um diesen Status zu erreichen muss er drei Piratenprüfungen erfolgreich hinter sich bringen. Diese beinhalten die Bergung eines Schatzes, den Diebstahl eines Idols aus dem Besitz der Gouverneurin Elaine Marley und das Besiegen der Schwertmeisterin von Melee Island. Während er sich seinen Aufgaben widmet trifft er auch auf die Gouverneurin Elaine Marley und verliebt sich in sie. Jedoch hat der fiese Geisterpirat LeChuck ein anderes Schicksal für die Gouverneurin ausgesucht und entführt sie nach Monkey Island. Als mutiger Pirat muss Guybrush nun eine mutige Crew finden und ein Schiff sein eigen nennen, um LeChuck nach Monkey Island zu folgen und Elaine zu befreien.
Was sich jetzt nach wenig anhört nimmt 5-6 Stunden in Anspruch und kostet stellenweise richtig Grips und auch Nerven. Ich erwähne da nur das Überreden von Stan dem Schiffshändler, das Sammeln der Antworten für das Beleidigungsduell, das auf die Idee kommen sämtliche Bananen dem Affen zu geben und für mich besonders nervig die Wegerätsel. Wobei es hier, anders als bei “Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal“, nur ein Mal wirklich nervig wurde!
Genauso nervig ist stellenweise die Steuerung der Maus, denn diese ist recht ungenau wenn man in die Ecken klickt, da der animierte Cursor an bestimmten Stellen in die richtige Richtung gedreht werden muss. Somit ist mehrmaliges Klicken oder Maus hin und her schieben vorprogrammiert. Ansonsten verzichten die Special Edition auf die klassische Anzeige der neun Verben wie geben, benutzen, öffnen etc. und schenkt dem Spieler nun “Monkey Island” als Vollbild. Dadurch muss man nun die Tastatur zur Hilfe nehmen und mit dem Anfangsbuchstaben des englischen Verbs die Aktionen auswählen bedeutet in diesem Fall p für pick up/nehmen oder l für look at/schaue. Wer sich durch die Buchstaben nicht quälen will kann mit dem Mausrad die Verben auswählen oder mit einer Taste ein Menü einblenden und daraus das Passende raussuchen. Letzteres gilt auch für das Inventar. Spielerisch bleibt aber alles wie beim Original und entspricht klar dem Genrestandard der LucasArts Adventures. Somit sucht man den Bildschirm nach Gegenständen, Schaltern oder Türen ab um diese dann per Verb oder Icon je nach Steuerung einzusammeln, umzulegen oder zu öffnen. Die eingesammelten Gegenstände können zudem miteinander kombiniert, an Personen gegeben oder an einer anderen Stellen hinzugefügt werden und das alles mit dem Zwischenschritt der Auswahl des passenden Verbs/Icons. Das man ein wenig umständlich sein, aber war damals halt so und ist noch heute bei Fans der Serie sehr beliebt. Weniger umständlich ist die Bewegungsfunktion, denn da reicht wieder ein Klick in die Ecke und Guybrush läuft dahin, sofern der animierte Cursor auch auf die richtige Position zeigt.
Was die Optik angeht hat sich LucasArts ins Zeug geschmissen und jeden Hintergrund und jede Figur anhand der Originale neugezeichnet und dabei dem Spiel einen neuen Look verpasst. Alles wirkt zwar vertraut, aber dennoch sieht es anders aus, da die Lieblinge von Einst keine Pixelmännchen mehr sind, sondern mehr nach mordernen Holzschnitten aussehen. Die Zeiten der Pixeltapete sind somit passé, wobei nicht ganz, denn vor allem im Wald sieht man teilweise Stücke der Pixeltapete als hätte man einfach über die originalen Hintergründe drübergezeichnet ohne diesen später beim Speichern herauszunehmen. Dennoch punktet der neue Look, denn dieser kommt mit sehr netten Effekten daher. Allein der Horizont smat animierten Wasser und Wolken kann sich sehen lassen, aber das Geisterschiff und die nachziehenden Schwaden bei den Bewegungen der Geisterpiraten sehen unheimlich schön aus und verstärken den Effekt, dass es wirklich Geister sind. Wer genau hinschaut kann dadurch noch ein nettes Gimmick finden – ich erwähne mal nur die hungrigen Tiere auf LeChucks Schiff. Ein Manko an dem neuen Look sind die Bewegungen der Figuren, denn diese wirken durch die Neuzeichnung und den wenigen dadruch resultierenden Bildern pro Bewegung recht stotterig. Da hätte man ein paar Bilder mehr hinzufügen müssen, damit die Bewegungen flüssiger wirken.
Nicht nur der Look ist neu, sondern auch die englische Sprachausgabe, denn die gab es damals für die ersten beiden Teile nicht. Wieder an Bord und gut wie immer das Sprecherteam mit Dominic Armato (Guybrush Threepwood), dass seit dem dritten Teil “The Curse Of Monkey Island” den Charakteren ihre Stimmen leiht und sie dadurch um einiges sympathischer wirken lässt als sie es von sich aus schon sind. Im Vorfeld hatten einige bemängelt, dass eine Sprachausgabe für diesen Teil unpassend sei, da die Texte im Spiel nicht dafür ausgelegt sind gesprochen zu werden und stellenweise der Witz dadurch verloren ginge. Da lagen einige in meinen Augen falsch, denn die Sprecher bringen die Texte gekonnt rüber und zudem passend zur Situation. Dort wo ein sarkastischer Unterton zu lesen ist hört man diesen auch und wer ängstlich oder schüchtern wirken soll hört sich auch dementsprechend an in der Special Edition.
Leider ist die Sprachausgabe genauso wie der neueingespielte Soundtrack nur in der neuen Variante samt neuen Looks zu genießen, denn die Special Edition von “The Secret Of Monkey Island” bietet die Möglichkeit im laufenden Spiel per Tastendruck zwischen dem alten und neuen Look hin und her zu schalten. Dadurch können Fans des Originals und Interessierte das Spiel auch so spielen, wie sie es damals 1990 bis jetzt getan haben. Diese füllt zwar nicht komplett den Bildschirm aus, aber bietet das gebliebte neun Verben samt Inventar Interface, dass im neuen Look kein Comeback gefunden hat. Komischerweise kann man die neue Version mit dem alten lokalisierten Text von Boris Schneider-Johne spielen, der zu seiner und unserer Verwunderung in den Credits nicht genannt wird, aber beim Switchen in die alte Version bleibt der Text englisch und das durchweg. Wieso, weshalb und warum weiss wohl nur LucasArts.
Fazit:
Nachdem ich mit “Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal” an das “Monkey Island” Universum herangewagt habe konnte ich nicht anders als die Special Edition von “The Secret Of Monkey Island” auch mal durch zu spielen. Dabei war auch der neue Look samt Sprachausgabe und neuem Soundtrack sehr hilfreich, weil das Original hat mich so gar nicht aus dem Stuhl gehauen. Der Pixellook von “The Secret Of Monkey Island” liegt mir gar nicht, genauso der Midi-Soundtrack. Von daher war ich natürlich eher mit der neuen Version unterwegs als mit der Alten, aber dennoch hab ich jede Szene mir mal in beiden Versionen angeschaut, um zu sehen wie zum Beispiel Paul das Spiel bis heute gesehen und gespielt hat. Trotz einiger Mankos wie ein paar Rätsel oder Steuerungsprobleme ist das Spiel ein schönes und gutes Spiel das mit sehr viel Witz, kniffligen Rätseln und ganz wichtig sympathischen Charakteren daher kommt und einen in seinen Bann zieht. Zwar ist das Spiel kein Meilenstein meiner persönlichen Spielergeschichte, da ich andere Genre vorziehe, aber man merkt schon wie viel Liebe und Mühe in diesem Spiel steckt, um dem Spieler ein Spieleerlebnis in eine geschlossenen und für sich stehenden Welt zu bieten, dass er nicht so schnell vergessen wird und ihn zudem nicht einfach so stehen lässt am Ende, wie es momentan des Öfteren der Fall ist. Für Fans der Serie ist es ganz klar ein Muss und für Einsteiger ins Genre der Point & Click Adventure definitiv ein Tip! Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!
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Systemanforderungen:
Empfohlene Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista
Prozessor: Intel® Pentium® 4 3.0 GHz oder AMD Athlon 64 3000+
RAM: 256 MB RAM, 512 MB (Vista)
Grafikkarte: DirectX 9.0c kompatibel mit 128 MB mit Pixel Shader V2.0
Freier Festplattenspeicher: 2.5 GB
Weitere Plattformen:
- Xbox 360
- iPhone
- iPod touch
Links:
Offizielle Seite
The Secret of Monkey Island: Special Edition – E3 2009 Trailer:
GameStar: Monkey Island – Historie:
Screenshots:




































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Der Hammer! Mit der neuen Grafik haut mich das nochmal so weg wie damals 1990.