Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal (Game-Review)

TalesOfMonkeyIsland1Die tot geglaubte Spieleserie “Monkey Island” feiert durch Telltale’s Episodensammlung “Tales Of Monkey Island” ihr Comeback. Die erste Episode “Launch Of The Screaming Narwhal” ist am 07.07.2009 erschienen und dies nutzte ich mal direkt aus für meinen Einstieg ins “Monkey Island” Universum. Was? Ja, richtig gehört ich hab vorher noch keinen der Teile gespielt, aber mittlerweile hat sich das auch geändert. Also seid gespannt was ich in den nächsten Zeilen zu erzählen habe.

Seit dem letzten Teil der “Monkey Island” Serie “Escape From Monkey Island” sind nun fast neun Jahre verstrichen in denen Fans auf einen neuen Teil um den mächtigen Piraten Guybrush Threepwood gehofft haben. Im Vorfeld der E3 2009 kusierte das Gerücht, dass es eine Neuauflage des ersten Teils “The Secret Of Monkey Island” erscheinen soll, da auf der USK Seite für zwei Stunden eine Special Edition des Erstlings aufgelistet wurde. Um so größer war die Überraschung als LucasArts gemeinsam mit Telltale Games auf der diesjährigen E3 die Katze aus dem Sack ließ und mit direkt zwei Spielen zum “Monkey Island” Universum daher kam. Neben der Special Edition zu “The Secret Of Monkey Island”, dass sowohl einen neuen gezeichneten Look als auch den bereits bekannten Pixellook bietet, verkündete Telltale Games, dass sie die bekannte LucasArts Serie mit “Tales Of Monkey Island” fortsetzen werden. Der Haken an der ganze Sache ist die Tatsache, dass Telltale Games ihrem Releaseschema treu bleiben und wie auch “Sam & Max” oder auch “Wallace & Gromit” die Geschichte von “Tales Of Monkey Island” in Episoden erzählen werden. Somit bekommt man zwar jeden Monat immer einen kleinen Happen der Geschichte, aber ergibt das große Ganze am Ende eine spannende und packende Story mit kniffligen Rätseln ähnlich wie es die Vorgänger getan haben?

In “Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal” dreht es sich mal wieder um Guybrush Threepwood, der seine geliebte Elaine aus den Fängen des mehrmals tot geglaubten Geisterpiraten LeChuck befreien will. Denn dieser hat Elaine’s Schiff gekarpert und sie gefangen genommen. Bewaffnet mit seinem Säbel und Root Beer, will er LeChuck das Fürchten zu lehren. Natürlich, wie so immer, geht was schief und er muss sich darauf sein eigens Root Beer Gemisch zusammenbrauen. Damit geht es dann in den “finalen” Kampf, aber wie das Schicksal so will geht auch hier was schief. Anstatt LeChuck während seiner Verzauberungszeremonie den Gar aus zu machen belegt ihn dieser mit einem Voodoozauber aus dem beide Streithähne nicht ganz gimpflich herauskommen. Guybruch strandet allein auf der windigen Insel Flotsam Island und LeChuck und Elaine… naja, dass müsst ihr selber herausfinden.
Auf Flotsam Island muss Guybursh einsehen, dass seine linke Hand durch den Kampf doch recht merkwürdig aussieht und sich auch dementsprechend Verhält, denn LeChuck’s Voodoozauber gibt der Hand ihr eigen Leben und somit sind typische Slapstickeinlagen an der Tagesordnung. Durch die Einwohner wie zum Beispiel den Zeitungsverleger der “Keelhauler Gazett”, Davey Nipperkin, erfährt Guybrush dass alle Winde auf Flotsam Island zu wehen und somit eine Flucht unmöglich machen. Also ist schnell klar, dass es eure Hauptaufgabe ist, hinter den Vorhang des Geheimnisses um die Winde von Flotsam Island schauen und zudem die eigene Hand von LeChucks Fluch zu befreien.

Spielerisch geht es wie in jedem Point & Click Adventure zu. Man klickt sich durch die Szenerie um einsammelbare Gegenstände zu finden oder zum Beispiel Schalter zu aktivieren genauso wie Türen zu öffnen. Die eingesammelten Gegenstände können miteinander kombiniert, an anderen Stellen wieder hinzugefügt oder an andere Personen gegeben werden. Das macht Guybursh komplett alleine, somit fällt die Auswahl von Aktionen wie reden, geben, nehmen oder ziehen komplett weg. Es reicht das einfache Klicken und schon weiss Guybursh was seine Aufgabe ist. Das ist für Fans der ersten Stunde sicherlich nicht das Wahre, aber für mich genau das Richtige. Ein wenig seltsam ist dabei die Steuerung von Guybrush selber, denn diesen bewegt man ähnlich wie in “Grim Fandango” per Tastatur. Das typische Klicken in die eine oder andere Ecke, damit Guybursh sind dahin bewegt, ist somit passé. Es gibt zwar die Möglichkeit ihn per gedrückter Maustaste durch Flotsam Island zu bewegen, nur ist das ein mühsames Ziehen. Die zahlreichen Klickeinlagen werden durch genauso viele Zwischensequenzen in Spielgrafik aufgepeppt.

Die Rätsel und Aufgaben erinnern stellenweise an die der Vorgänger. Zum Beispiel direkt nach der Strandung auf Flotsam Island muss Guybrush ähnlich wie im ersten Teil auch hier eine drei teilige Prüfung bestehen bzw. eine drei teilige Aufgabe hinter sich bringen. Da wäre das Erobern des angelegten Schiffes Screaming Narwhal, dass aufmerksam von Reginald Van Winslow bewacht wird. Dazu kommt noch eine provozierte Schlägerei im angesagten Club 41 und die Mithilfe beim Bergen eines wertvollen Schatzes mit dem Schatzjäger Joaquin Jocinto De Meara Alphonso D’Oro, der als einziger freiwillig nach Flotsam Island gekommen ist. Leider, haben auch wieder die, für mich nervigen, Wegerätsel den Weg ins Spiel gefunden. Zwar gibt es wieder eine Hilfestellung dank Karten, aber ich finde diese unnötige Streckung, um einen geheimen Platz zu finden einfach daneben. Vor allem Verklicker oder falsches Abbiegen kosten unheimlich viele Nerven. Teilweise gibt es auch Logikfehler in den Rätseln, denn genau bei diesen Wegerätseln muss man die Karte mit den Hinweisen dazu in einen Brunnen werfen, um das Rätsel zu aktivieren. Warum die Karte, dann trotzdem noch im Inventar liegt und lesbar ist, bleibt mir dann ein viel größeres Rätsel. Ansonsten sind die Rätsel nicht allzu schwer und somit einsteigerfreundlich, auch wenn man hin und wieder mehrere Versuche braucht.

Wo wir gerade bei Einsteigerfreundlichkeit sind, da muss ich erwähnen, dass alle Neulinge im “Monkey Island” Universum, wie ich es anfangs war, sich keine Sorgen machen müssen, denn das Spiel setzt keine Vorkenntnisse voraus, um zu verstehen was gerade vor sich geht. Zwar gibt es einige Insider wie den dreiköpfigen Affen, die man dann nicht so wahrnimmt, wie die Kenner der Vorgänger, aber es reicht aus das Spiel zu genießen ohne einem großen Fragezeichen über dem Kopf. Wobei dieses hat man schon, denn das Spiel ist nur eine von fünf Episoden der “Tales Of Monkey Island” Geschichte. Dadurch kommt man zu keinem wirklichen Ende und bis auf das Geheimnis hinter den Winden von Flotsam Island wird auch sonst nichts gelöst. Zwar erfährt Guybrush näheres zu seiner verfluchten Hand, aber die Lösung des Problems steht nach dieser Episode noch aus. Wenn man aber damit Leben kann und sich nur auf die Haupthandlung der Episode, sprich das Geheimnis von Flotsam Island, konzentriert erzählt “Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal” eine nette Geschichte, die in meinen Augen Lust auf mehr macht.

Das liegt zum Großteil an den sympahtischen Figuren, die durch die gute Sprachausgabe noch um einiges sympahtischer wirken als sie es von sich aus schon sind. Vor allem Guybrush, Elaine und eh joa eine alte Bekannte sind mir durch die Mischung aus einer guten Stimme und einem netten 3D-Model direkt ans Herz gewachsen, sodass ich mich schon auf die nächste Episode freue. Grafisch bedient sich Telltale an ihrem Grafikgerüst, dass sowohl bei “Sam & Max” und “Wallace & Gromit” zum Einsatz kam. Die sieht dann auch so aus für den Nutzen für den sie entwickelt wurde und das ist in erster Linie die Möglichkeit das Spiel einer breiten Masse zugänglich zu machen. Das bedeutet natürlich, dass es jetzt nicht an die aktuelle Grafikpracht einiger 3D-Shooter heranreicht, aber das soll sie ja auch gar nicht. Sie reicht vollkommen aus, um eine nette und lustige Geschichte mit netten und sympahtischen Charakteren zu erzählen und darum geht es ja in jedem Teil der “Monkey Island” Serie.

Fazit:
Ohne viele Vorkenntnisse bin ich in das “Monkey Island” Universum gesprungen und das ohne das kalte Wasser zu erwischen. Ich bin zwar nicht hin und weg von “Monkey Island”, aber war interessiert genug, um eine Woche später auch “The Secret Of Monkey Island: Special Edition” durch zu spielen, um zu sehen warum mein Kollege Paul und so viele andere da draußen von diesem Pixelspiel so schwärmen. Das ist sicherlich ein netter Nebeneffekt, um vor allem junge Spieler an Klassiker wie diesen heran zu führen. Mir gefällt das Spiel auch wenn es einiges wie die Steuerung und ein paar Rätsel zu bemängeln gibt. Allein die Sprachausgabe mit Dominic Armato als Guybrush und die sympahtischen und fast schon niedlich wirkenden Charaktere halten mich in dieser Welt, auch wenn sie nur monatlich um ein kleines Stück erweitert wird. Zudem rechne ich dem Spiel positiv an, dass es nicht zu konfus ist was Rätsel angeht, denn bei “Sam & Max” fühlte ich mich schon recht verloren an einigen vielen Stellen. Neueinsteiger ins “Monkey Island” Universum, die sich für Point & Click Adventure interessieren oder sich das erste Mal mit ihnen beschäftigen wollen, werden sicherlich bei “Tales Of Monkey Island: Launch Of The Screaming Narwhal” gut aufgehoben sein auch wenn es momentan mit “The Book of Unwritten Tales” oder dem demnächst erscheinenden “The Whispered World” zwei gute Alternativen gibt. Fans der Serie sollten sicherlich nach einer neunjährigen Durststrecke einen Blick riskieren, ob man am Ende auch das persönliche “Monkey Island” Gefühl wieder erfährt ist Geschmackssache. Ich hab mich auf das episodenartige Abenteuer eingelassen und bin noch nicht enttäuscht nach den ersten viert bis fünf Stunden. Was die folgenden Episoden bringen werde ich noch sehen, aber momentan bin ich zurfrieden. Kleiner Hinweis am Ende! Das Spiel gibt es momentan nur per Steam und das auch nur in Englisch. Eine lokalisierte Version ist zwar fraglich, aber nicht ausgeschlossen siehe “Sam & Max”! Was definitiv feststeht ist die Tatsache, dass nach dem Release aller Episoden eine DVD mit dem kompletten Spiel erscheinen wird.

Freigabe: nicht geprüft

Systemanforderungen:
Minimale Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista / Vista64
Prozessor: 2.0 GHz Prozessor oder höher
RAM: 512 MB
Grafikkarte: 64 MB Speicher, DirectX 8.1-kompatibel

Empfohlene Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista / Vista64
Prozessor: Intel® Pentium® 4 3.0 GHz oder vergleichbares
RAM: 1 GB
Grafikkarte: 128 MB Speicher, DirectX 8.1-kompatibel

Weitere Plattformen:
- Wii

Links:
Offizielle Seite

Tales Of Monkey Island – Trailer:

Tales Of Monkey Island – Gameplay:

Screenshots:

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,

Hier hast du nun die Möglichkeit unser Gebabbel zu verbreiten.

Hinterlasse eine Antwort