Ghostbusters: The Video Game (Podcast: Game-Review)

GhostbustersTheVideoGameSage und schreibe 20 Jahre ist es nun her seit dem letzten aktiven Auftritt der Ghostbusters auf der Leinwand. Viele haben sich über die Jahre einen weiteren Ghostbusters Film gewünscht, nur leider ist es nie dazu gekommen, trotz vieler Gerüchte und Aussagen in Interviews zu dem Thema. Zwar beglücken uns Dan Aykroyd und Harold Ramis jetzt noch nicht mit einem Film, aber in Zusammenarbeit mit Terminal Reality geben sie uns die Fortsetzung der Ghostbusters Filme als Videospiel. Unter dem Namen “Ghostbusters: The Video Game” ist die bereits genannte Fortsetzung am 05.11. erschienen und bietet die Möglichkeit endlich in die Rolle eines Ghostbusters zu steigen, Geister zu jagen und in keinem Fall die Strahler zu kreuzen! Ob das Mittendringefühl auch wirklich aufkommt und die Filmscriptumsetzung ein würdiger dritter Film gewesen wäre erfahrt ihr nachdem die Falle zuschnappt bzw. nach dem üblichen Klick! Oh Mutter, da brennt die Muschi!

“Ghostbusters: The Video Game” schliesst zwei Jahre nach den Ereignissen des zweiten Ghostbusters Film “Ghostbusters II” an. Wir schreiben das Jahr 1991. In der Realität findet gerade die bekannte Ghostbusters Zeichentrickserie “The Real Ghostbusters” in ihrer siebten und letzten Staffel nach 4 Jahren mit 140 Folgen ihr Ende, aber im fiktiven Ghostbusters Universum kennt man diese nicht und zudem findet gerade im New Yorker Naturkundemuseum eine Ausstellung zu Gozer dem Gozerianer statt. Für Fans ein bekannter Name, denn Gozer der Gozerianer, den man auch als “Der Reisende”, “Der Zerstörer” und “Volguus Zildrohar” kennt, war im ersten Film nicht nur in der Gestalt des Stay Puft Marshmallow Manns zu sehen, sondern auch als freakige Dame samt 80′s Hairstyle und ihrer zwei Haustierchen. Eines Nachts verlässt die Museums Kuratorin Dr. Ilyssa Selwyn (Alyssa Milano) fluchtartig das Naturkundemuseum und direkt im Anschluss bricht eine PKE (Psychokinteische Energie) Welle aus dem Gebäude, ähnlich wie im ersten Film, über die Stadt herein. Diese ruft in ganz New York Geistererscheinungen hervor, die zwar wahllos erscheinen mögen, aber letzten Ende alles Puzzelteile zu einem großen Ganzen sind. Somit sind die Ghostbusters wieder gefragter denn je und brauchen dazu Unterstützung – eure Unterstützung! In der Rolle des Neulings Rookie stellt ihr euch dem bekannten vierköpfigen Team bestehend aus Dr. Peter Venkman (Bill Murray), Dr. Raymond Stantz (Dan Aykroyd), Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) zur Verfügung, um eventuell ein wahres Teammitglied zu werden. Da anscheinend die Zeit sie bereits gelehrt hat sich nicht all zu schnell mit den Neulingen anzufreunden, bleibt man beim Namen Rookie und verwendet einen nebenbei noch als Versuchskaninchen für neue Erfindungen aus dem Hause Stantz und Spengler.

Als angehender Geisterjäger ist der Auftrag klar – das Jagen von Geistern. Dies tut man in der aus “Dead Space” oder “Batman: Arkham Asylum” bekannten Third Person Ansicht in der der eigene Charakter nicht in der Mitte des Bildschirms steht, sondern leicht nach links verschoben wurde. Auch das Interface orientiert sich an dem bereits genannten “Dead Space”, denn die wichtigen Anzeigen, wie euer Stehvermögen oder die Kapazität eures Strahlers bis zum nächsten Nachladen, findet ihr auf eurem Rücken bzw. auf dem Protonenpack. Die einzig wiederkehrende Anzeige ist im Falle eines am Boden liegenden Teammitglieds ein Hinweisicon samt Weganzeige. Sonst kommt das Spiel mit recht wenigen Einblendungen aus. Rookie steuert man je nach Belieben per Gamepad oder Maus und Tastatur, wobei sich letztere Option um einiges besser bedienen lässt. Das liegt zum Großteil daran, dass die Geister meistens über den Köpfen der Geisterjäger umher fliegen und die Maus in dem Falle besser reagiert als ein Analogstick. Selbiges ist auch in Sachen einfangen der Geister der Fall. Sofern man mit seinem Protonenstrahler einen Geist, ähnlich einem Lasso, eingefangen hat muss man ihn zu Boden schmettern, über die Falle bugsieren und das stellenweise mit kräftiger Gegenwehr. Vor allem hier ist eine Maus von Vorteil, weil der Analogstick hier viel mehr Übung voraussetzt und ein wenig schwammig daher kommt. Auch die Auswahl der verschiedenen Angriffsmodi gestaltet sich durch das Mausrad um einiges komfortabler als die Möglichkeiten auf einem Pad. Wie dem auch sei, am Ende ist es immer noch eine Geschmackssache, wie man sich im Spiel steuern möchte. Der Ablauf einer Geisterjagd gestaltet sich in den meisten Fällen immer gleich. Erst beschiesst man die Geister mit dem Protonenstrahl bis ihre Lebensanzeige geleert ist und schmettert sie dann zu Boden, damit sie bewusstlos in Richtung Geisterfalle gezogen werden können, die man meistens selber in die Runde werfen muss. Teilweise tun dies auch die Veteranen, aber am besten eine Falle zu viel auf dem Feld als eine zu wenig. Sollte der gefangene Geist wieder erwachen oder noch genug Energie haben wird er sich wehren und versucht sich mit aller Macht aus dem Protonenstrahl zu entziehen. In diesen Fällen wiederholt man einfach das Prozedere bis er wirklich in der Falle sitzt. Anfangs gestaltet sich diese Technik recht kompliziert, aber nach den ersten drei oder vier Geistern sitzt diese und wird dann nur noch durch die unterschiedlichen Anforderungen der Geistertypen erweitert. Dann kommen zum Beispiel der für kurze Distanzen geeignete Schockstrahl, der Geister verlangsamende Stasisstrahl oder der bekannte Schleimstrahler, der negatives Ektoplasma, wie aus dem zweiten Film bekannt, durch positiv aufgeladenes Ektoplasma neutralisiert. Jeder Angriffsmodus verfügt über einen Alternativmodus, der per rechter Maustaste ausgelöst werden kann. So fungiert der Schleimstrahler auch als Schleimschnapper mit dem man vor allem Rätsel lösen kann, da dieser wie eine Art Schleimseil Objekte zusammenziehen kann. Je nach Geistertyp werden diese Angriffsmodi wichtig, weil vor allem die Bossgegner gerne anders behandelt werden wollen als die “normalen” Geister auf die man trifft. Zum Beispiel soll man einen der Bossgegner per Schleimstrahler neutralisieren, um ihm dann mit dem Protonenstrahler seiner Maske zu entledigen und dann den Gar auszumachen. Welche Taktik und Technik man auswählen muss sieht man an den KI Kollegen, da diese immer den richtigen Angriffsmodus zur rechten Zeit verwenden oder einen darauf aufmerksam machen einen bestimmten Modus zu aktivieren – Veteranen halt!

Wo ich schon das Protonenpack samt Falle erwähne darf natürlich ein weiteres wichtiges Gadget nicht fehlen – der PKE Meter. Mit ihm können psychokinteische Energien aufgespürt und dabei Extra-Räume oder auch Artefakte gefunden werden, die im letzteren Fall spielerisch keine große Bedeutung haben, sondern nur Gimmick sind, weil es keine Achievements in der PC Version gibt. Zwar tauchen die eingesammelten Artefakte nach der Mission verstreut in der Zentrale wieder auf und können angeklickt werden, aber mehr als ein kurzes Schmunzeln verursachen sie nicht. Zum Beispiel möchte eine besessene Hose gefunden werden, die einen künftig auf dem obersten Stockwerk verfolgt. Zudem kann das PKE Meter auch Geister nach einem Kurzscan katalogisieren, damit man dauerhaft die Möglichkeit hat Infos über die Geistertypen nachzuschlagen und die Taktik zu Hand zu haben, um sie einzufangen. Für Fans ist das natürlich ein Schmankerl, aber für Veteranen ist es Grundwissen. Bei der großen Hatz durch ganz New York wird man auch auf bekannte Schauplätze treffen, die man aus den Filmen her kennt. Da wären das von Slimer terrorisierte Hotel Sedgewick aus Teil 1, der Time Square inklusive dem Stay Puft Marshmallow Mann, die Stadtbibliothek samt der gruseligen Bibliothekarin und die Geisterjägerzentrale, die Vigos Portait aus Teil 2 beheimatet. Dazu gesellen sich noch das Naturkundemuseum, der Hudson River und ein Friedhof im Central Park.

Wo ich ständig die Veteranen erwähne kommen wir mal zur Grafik, denn diese lässt unsere Helden aus den 80ern nahezu den Vorbildern in einer für das Jahr 1991 verjüngten Version entsprechend strahlen. Dabei muss man bei der Infernal Engine einige Abstriche machen was den Realismusfaktor angeht. Natürlich sehen sie ihren Vorbildern unheimlich ähnlich und man erkennt sie sofort, nur liegt zwischen der Detailtreue in Sachen Texturen und Co dieser Engine und der einer Source Engine oder CryEngine 2 ein großer Unterschied. Hier merkt man den Herrschaften noch an, dass sie 3D Modelle sind und nicht versuchen extrem real zu wirken. Dennoch sind sie in ihrem Universum sehr stimmig und die Engine reisst einen durch matschige Texturen nicht aus der aufkommenden Stimmung, da allein die Effekte der Protonenstrahler und Geister sich sehen lassen können. Vor allem in der Geisterwelt wird man sich gleich mehrmals umdrehen und umschauen, um jedes Detail gesehen zu haben. Für Fans der Filme bleibt die Stimmung dauerhaft auf einem hohen Level. Das liegt nicht nur an den Schauplätzen, den Effekten und den 3D Modellen der Charaktere, sondern auch an der guten Synchronisation und den vielen vielen Gags im Spiel. Für die englische Synchronisation war nämlich niemand anders als die Darsteller der bekannten Figuren zuständig und die lassen wieder ihren markanten Charme spielen, den wir seit 1984 kennen. In der deutschen Fassung ist es derselbe Fall bis auf zwei Ausnahmen. Der fiese William Atherton, der in Teil 1 den Verbannungscontainer ausschalten lässt und Vigo der Karpate oder Prinz Vigo von Homburg Deutschendorf mussten neu besetzt werden, aber sonst ist wieder die alte Riege an Sprechern am Werk. Da wie bereits gesagt Dan Aykroyd und Harold Ramis für die Geschichte des Spiel verantwortlich waren findet man zahlreiche Gags und sehr viel Geisterjäger Gebabbel, die einen noch mehr in die Welt der Ghostbusters ziehen. Als bestes Beispiel muss ich hier Vigo den Karpaten nennen. Das Oberböse aus Teil 2, dass nur durch den Gesang ganz New Yorks und der Freiheitsstatue aufgehalten werden konnte steht nun locker flockig in der Zentrale als Bild und verkündet Interessierten seine Weisheiten, die einen vom Gagfeuerwerk her umhauen.

Als einziges Manko des Spiels muss ich die Tatsache nennen, dass am Boden liegende Ghostbusters ja bekanntlich nicht von alleine auf die Beine kommen können. Somit muss man wie in “Left 4 Dead” und seinem Nachfolger warten bis die Kollegen einen aufheben. Das gestaltet sich hin und wieder sehr schwierig, da diese entweder mitten im Kampf sind, einen anderen Kollegen auf die Beine helfen oder sogar selber gerade gefallen sind. Dadurch kommt es des Öfteren zum plötzlichen Ende und der fast gewonnene Kampf muss im Frust wiederholt werden. Ich hatte solche Momente leider an zwei Stellen recht oft und so gingen knapp vier bis fünf Versuche drauf diese hinter sich zu bringen. Wenns ganz schlimm kommt rennt man im Kampf fast nur noch von einer Ecke zur anderen, weil die Veteranen alle nacheinander zu Boden fallen. Da mag der Frustfaktor recht groß sein, aber das ganze Drumherum entschädigt dies recht schnell. Je nachdem wie diese Kämpfe dadurch verlaufen kommt man auf eine Spielzeit von 8-9 Stunden und diese können vor allem Fans sehr unterhalten.

Fazit:
“Ghostbusters: The Video Game” ist trotz des großen Mankos, dass man als Ghostbuster nicht von alleine aufstehen kann, ein gutes und unterhaltsames Spiel. Vor allem Fans werden sich hier wohlfühlen und vom Anfang bis zum Ende dem Abenteuer gespannt folgen. Die Liebe zum Detail bei der Arbeit der Entwickler unter den aufmerksamen Augen der Ghostbusters Schöpfer Dan Aykroyd und Harold Ramis, die Mitarbeit der Originaldarsteller samt ihrer Stimmen und 3D Modelle, dem dadurch entstehenden Charme vergangener Tage und der vor allem in Sachen Effekten gut wirkenden Grafikengine macht das Spiel zu einem gelungenen Highlight für jeden Fan, der seit 1989 auf ein neues Lebenszeichen der besten Geisterjäger aller Zeiten wartet. Genau für diese wurde das Spiel auch entwickelt und zieht diese mit dem ersten Ton des Original Soundtracks in seinen Bann. Stellt sich nun nur noch die Frage, ob das Spiel ein würdiger Nachfolger als Film geworden wäre. Ich kann da nur zustimmen, denn das Spiel beinhaltet alles was man als Fan erwartet. Zahlreiche Gags, eine spannende Geschichte und vor allem unsere Ghostbusters. Mehr kann man da wirklich nicht mehr wollen. Die beste Nachricht an dem großen Projekt ist die Tatsache, dass durch die Reunion der Darsteller bis 2012 ein neuer Ghostbusters Film entstehen wird und dafür kratze ich gerne Helden vom Boden, damit sie weiterhin die Welt retten und mich mit neuen Geschichten erfreuen.

Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Systemanforderungen:
Minimale Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista 32bit & 64bit
Prozessor: Intel® Core 2 Duo E4300 oder AMB Athlon X2 +3800
RAM: 2 GB RAM
Grafikkarte: NVidia 8400 / ATI X1800 oder höher (mit 512 MB und Shader Model 3)
Freier Festplattenspeicher: 9 GB

Empfohlene Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP / Vista 32bit & 64bit
Prozessor: Intel® Core 2 Duo E8400 oer vergleichbares
RAM: 4 GB RAM
Grafikkarte: NVidia GTX 260 / ATI HD4800 oder höher (mit 512 MB und Shader Model 3)
Freier Festplattenspeicher: 9 GB

Weitere Plattformen:
- Xbox 360
- Wii
- PlayStation 3
- PlayStation 2
- PlayStation Portable
- Nintendo DS

Links:
Offizielle Seite

Ghostbusters: The Video Game – Trailer:

Ghostbusters: The Video Game – Rule #2 Trailer:

Ghostbusters: The Video Game – Split Up Trailer:

Ghostbusters: The Video Game – Annie Potts Teaser:

Ghostbusters: The Video Game – Alyssa Milano Reveal Teaser:

Screenshots:

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