Battlefield: Bad Company 2 (Podcast: Game-Review)

Das Spiel “Battlefield: Bad Company” ist für PCler ein recht unbekannter Teil der großen Battlefield Serie vom Entwicklerstudio DICE. Schließlich ist dieser nie auf dem PC erschienen und ist ihnen nur durch Trailer aufgefallen in der die Frostbite Engine eindruckvoll vorgestellt wird. Die Frostbite Engine bietet dem Spieler endlich die Möglichkeit Gebäude zu pulverisieren und genau das machte die PC Spieler nicht nur neidisch, sondern auch sauer als die Meldung kam, dass der Titel “Battlefield: Bad Company” von 2008 nicht für den PC erscheinen würde. Somit hieß es sich weiterhin entweder im mordernen Szenario von “Battlefield 2″ (2005) oder im futuristischen “Battlefield 2142″ (2006) rumzuschlagen. Andreas und ich hielten uns mit dem Klassiker “Battlefield 1942″ (2002), seinem Nachfolger “Battlefield Vietnam” (2002) oder Konkurrenztiteln über Wasser. Darunter fällt auch das im letzten Jahr für viel Wirbel gesorgt habende “Call Of Duty: Modern Warfare 2“. Nun nach 4 Jahren Auszeit und einem sehr enttäuschenden “Battlefield Heroes” (2009) wirft DICE mit “Battlefield: Bad Company 2″ seinen insgesamt zehnten Battlefield Teil für den PC auf den Markt. Die Besonderheit ist nicht nur die bereits erwähnte Frostbite Engine, sondern der erste wahre Storymodus im Battlefield Universum am PC. Was dieser so drauf hat und welche Parallelen er mit der Modern Warfare Serie hat erfahrt ihr nach dem bekannten Klick!


Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 31. Folge des Babbel-Net Podcast!

Bevor ihr euch in der Rolle des Private Preston Marlowe als Mitglied der Bad Company um den Globus schiesst, schickt euch “Battlefield: Bad Company 2″ ins Jahr 1943 in den zweiten Weltkrieg irgendwo auf eine von Japan besetzte Insel im Pazifik. Euer Ziel ist es die Operation Aurora erfolgreich zu beenden. Diese sieht vor, dass ihr die Flucht eines japanischen Wissenschaftlers in die USA ermöglicht, der an einer geheimen Superwaffe arbeitete. Die für den ersten Moment geglückte Flucht geht schief, da die Japaner diese Superwaffe ins Spiel werfen. Von da an geht es in der Gegenwart für euch endlich ins Schlachtfeld. Die Welt ist mittlerweile eine andere, denn Russland steht im Krieg mit den USA und hat nicht nur Osteuropa erobert, sondern steht so gut wie vor der heimischen Tür. Die Bad Company ist auch nicht mehr eine Truppe aus nicht zu gebrauchenden Chaoten, die sich nichts sagen lassen und nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind, sondern fungiert nun als Eliteeinheit des CIA mit mehr oder minder vorhandenen Strenge und Anstand. Als Teil der Bad Company bestehend aus Private George Haggard Jr., Private Terrance Sweetwater, Sergeant Samuel Redford und euch opertiert ihr im Verlauf des Spiel hinter feindlichen Linien im erweiterten russischen Territorium, im bolivianischen Dschungel, in den eisig kalten Gefilden der Anden und in der Atacamawüste im Norden von Chile samt altem Schiffswrack. Dabei schließt sich auch der Kreis, der mit dem Rückblick ins Jahr 1943 angefangen hat, denn die Russen versuchen die Superwaffe aus dem zweiten Weltkrieg weiterzuentwickeln. Dies sollt ihr natürlich verhindern und werdet dabei nicht nur wie bereits erwähnt den Globus bereisen, um Informationen oder wichtige Teile der Waffe den Russen zu stibitzen, sondern das eine oder andere lang gehütete Geheimnis lüften.

Das Abenteuer geht ihr nicht nur zu Fuß an, sondern dürft euch auf Einsätze im Jeep, Panzer, Bötchen, am stationären Gewehr eines Humvees, LKWs und Helis freuen. Zudem steht euch auch hin und wieder außerhalb dieser Missionsabschnitte, wo ihr euer Gefährt nicht verlassen dürft, die Möglichkeit parat euch auf ein Quad zu setzen oder in einen Jeep, Truppentransporter oder sonst ein rumstehendes Gefährt. Nur kommt man mit den Fahrzeugen nicht weit, weil die Levels zu verschachelt mit Hindernissen sind, dass ein simples Durchfahren bis zum Levelende unmöglich ist. So schlimm ist diese Tatsache nicht, denn der Fokus liegt auf das Durchschlagen mit euren drei KI Kollegen per Fuß und liefert die tollsten Szenen fast durchweg in diesen Momenten. Schließlich lebt das Spiel zum Großteil des netten Features der Frostbite-Engine, die sich durch zerstörbares Terrain äußert. Diese könnt ihr effektiv zu eurem Vorteil einsetzen, um den Gegner in den Rücken zu fallen oder diesen in Gruppen mit einem Schuss auszuschalten. Von Wänden samt Fenstern und Türen zu Dächern oder Bäumen kann fast alles bis zum Zusammenbruch zerstört werden, was euch vor die Flinte läuft. Nur tragende Innenwände lassen sich nicht per Schuss zerstören, aber fallen dennoch beim Zusammenbruch des Gebildes in sich zusammen. Dadurch spielt sich “Battlefield: Bad Company 2″ anders als die anderen Shooter, denn nicht nur ihr könnt euch die Engine zu eurem Vorteil ausnutzen, sondern auch die KI gesteuerten Gegner und dann heisst es rennen und ein neues Versteck suchen. Kaum hat man das Gefühl ein sicheres Versteck gefunden zu haben reisst der Gegner die schützende Wand vor den eigenen Augen ein. Genau das lässt eine bis Dato unbekannte Atmosphäre aufkommen, die zum Großteil den Reiz an diesem Spiel ausmacht und sorgt zudem für Abwechslung im diesem Genre. Ich selbst musste mich erst daran gewöhnen nicht einfach an der zuvor sicheren Stelle stehen zu bleiben, sondern direkt zu flüchten. Nach wenigen Minuten geht dies aber in Fleisch und Blut über. Trotzdem gefällt mir die Geomod 2.0 Engine aus “Red Faction: Guerrilla” um einen Ticken besser, weil dort wirklich jede Wand pulverisiert werden kann und der Zusammensturz auch runder wirkt.

Was die gerade angesprochene Gegner KI angeht schwankt diese zwischen blinden Herumstehern, ohne Rücksicht auf Verluste ins Schussfeuer rennenden Dummköpfen und schlauen nach Schutz suchenden und die Umgebung zerstörenden Schlaumeiern, die einem sogar in den Rücken fallen. Dadurch gestalten sich die Missionen je nach Abschnitt mal einfacher und mal schwerer, aber niemals unlösbar. Die eigenen Kollegen agieren zum Glück recht positiv und helfen in den meisten Situationen auch aus, aber trotzdem muss man nach jedem Abschnitt vorlaufen, damit die Kollegen auf mysteriöse Weise nicht einem hinterher laufen, sondern einige Meter vor einem aus dem Nichts erscheinen. Das nervt und sieht zudem unschön aus. Man kann es aber ihnen nicht so krumm nehmen, denn ihre witzigen Gespräche auf dem Schlachtfeld oder den immer wieder auftauchenden Zwischensequenzen entschädigen dies und machen die Herren an eurer Seite zudem sympathisch. Wobei es beim ersten Teil “Battlefield: Bad Company”, der nur auf Konsolen erschien, um einiges lustiger zur Sache gegangen sein soll. Zwar fehlt mir hier das Teamgefühl, wie es bei “Call Of Duty: Modern Warfare 2″ zu finden ist, aber die teils richtig spannenden und actionreichen Abschnitte des Spiels machen dies schnell vergessen.

In Sachen Grafik kommt “Battlefield: Bad Company 2″ nicht an “Call Of Duty: Modern Warfare 2″ heran, da die Details der Texturen und der Modelle in der Landschaft hier und da recht einfach gehalten werden. Dennoch klappt es eine für sich stimmige Atmosphäre und stellenweise schöne Umgebung zu schaffen. Die Spielermodelle sehen recht gut aus, aber auch hier fehlen die kleinen Details wie wackelnde Utensilien der Uniformen und Co. Vor allem in Sachen Explosionen und einstürzenden Gebäuden kann sich “Battlefield: Bad Company 2″ sehen lassen, wobei der Übergang vom fast kaputten Gebäude zum anschließenden Einstürz ein wenig unrund erscheint. Einzig die Schatten haben mich wirklich gestört, weil diese recht zackig und quadratisch wirken und besonders in Gesichtern auf- und wegpoppen.

Was die Soundkulisse angeht hat man wirklich das Gefühl sich auf einem realen Schlachtfeld zu befinden, denn die Sounds wirken durch Zurufe und Schreie der Soldaten nicht nur realer, sondern werden je nachdem wo man sich befindet dementsprechend abgedämpft oder mit Hall versehen. Auch der Score, der bei der Battlefield-Reihe immer für einen Ohrwurm gut war trifft auch hier ins Schwarze und erinnert mich ein wenig an die tollen Scores der “Star Wars” und “Indiana Jones” Filme. Leider gibt es hier ein kleines Manko, denn stellenweise kommt es zu Soundfehlern, wo nach einem getätigten Schuss der Sound mehrmals wiederholt wurde ohne überhaupt zu feuern oder erst gar nicht abgespielt wurde, da die Aktion zu schnell durchgeführt wurde. Ansonsten kann man die Boxen ruhig aufdrehen und sich der Soundkulisse hingeben.

Nun kommen wir mal zu den wirklich auffallenden Dingen, die einen nicht unbedingt stören müssen, aber mich schon nachdenklich gemacht haben. Das Stichwort lautet hier Déjà Vu und ich rede hier nicht von kopierten Genrestandards, sondern von ganzen Storyideen! Wer die beide Teile der Konkurrenzserie “Call Of Duty: Modern Warfare” kennt wird dauernd das Gefühl haben, dass man einige Dinge schon bei der Konkurrenz gesehen hat. Das erkennt man nicht nur am Kriegsszenario, dass identisch ist, sondern auch an folgenden Dingen. Die geheimen Superwaffen haben den selben Effekt, man muss auch hier was aus einem abgestürzten Satelliten bergen, die letzte Mission findet in einem Flugzeug statt und läuft ähnlich ab und selbst der große Twist in der Geschichte ist gleich! Hallo? Wie offensichtlich kann man denn Dinge übernehmen? Ok, man kann natürlich Features übernehmen, aber ganze Storyabschnitte? Gut man hat sich die Mühe gemacht, dass die Missionen an diesen Stellen anders ablaufen, aber im Grunde sind es dieselben Ideen, die dahinter stecken und genau das viel mir sehr ins Auge, weil die Tatsache schon laut “Hallo?” schreit und dabei winkt.

Fazit:
Der letzte Punkt mag zwar störend sein, aber hindert mich nicht daran zu sagen, dass “Battlefield: Bad Company 2″ ein gutes Spiel ist und es schafft mit einer kleinen Neuerung dem Genre einen neuen und frischen Anstrich zu geben, der für viel Spaß, Abwechslung und vor allem eine neue Herangehensweise in Sachen Taktik erfordert. Das plus die lustigen Charaktäre der Bad Company und der tolle Score samt beeindruckender Soundkulisse reichen aus, um bei diesem Spiel am Ball zu bleiben, auch wenn es nicht an die geniale und mitreissende Atmosphäre und das Teamgefühl eines “Call Of Duty: Modern Warfare 2″ heranreicht. Trotzdem liefert das Spiel genug Gründe, dass Activision im nächsten Modern Warfare Schlag mit neuen Ideen und einem genauso tollen Feature zurückmelden muss und so soll es auch sein. Wer Shooter in einem modernen Kiregsszenario ohne Sci-Fi Schnick Schnack mag und eine sympathische und lustige Truppe in diesem miterleben will, kommt an “Battlefield: Bad Company 2″ nicht vorbei. In Sachen Multiplayer kann ich leider nichts sagen, da ich nicht der begeisterte Multiplayerzocker vergangener Tage bin, weil ich so oft durch Cheater, Menschen ohne Leben und sonstiges enttäuscht wurde, dass ich mir diesen Modus nicht mehr antun will. Für einige ist “Battlefield: Bad Company 2″ die neue Multiplayerreferenz und das heisst schon was. Zum Schluss gibt es für alle PCler neben den Trailern zu “Battlefield: Bad Company 2″ ein paar lustige Trailer zum ersten Teil, die man gesehen haben muss, weil sie alle Konkurrenztitel verhunzen!

Freigabe: Keine Jugendfreigabe

Systemanforderungen:
Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Windows XP (SP3) / Windows Vista (SP2) / Windows 7
Prozessor: Pentium D mit 3 GHz / Core 2 Duo mit 2 GHz / Athlon 64 X2
RAM: 2 GB RAM
Grafikkarte: über 256 MB Arbeitsspeicher, NVIDIA GeForce 7800 GT, ATI X1900
Freier Festplattenspeicher: 15 GB für Digital Version, 10 GB für Disc Version

Weitere Plattformen:
- Xbox 360
- PlayStation 3

Links:
Offizielle Seite

Battlefield: Bad Company 2 – Trailer:

Battlefield: Bad Company 2 – PSA (Verhunzt Modern Warfare 2):

Battlefield: Bad Company – Bad World (Verhunzt Gears Of War):

Battlefield: Bad Company – Rainbow Sprinkles (Verhunzt Rainbow Six):

Battlefield: Bad Company – Snake Eyes (Verhunzt Metal Gear Solid):

Screenshots:

Tags: , , , , , , , , , , , ,

Hier hast du nun die Möglichkeit unser Gebabbel zu verbreiten.