Batman: Arkham Asylum (Podcast: Game-Review)

BatmanArkhamAsylumVor knapp einem Jahr huschte unsere Lieblingsfledermaus als schwarzer Ritter noch über die Leinwände und jetzt tut sie selbiges nicht nur auf der DVD zu “Batman – The Dark Knight“, sondern auch im brandneuen Rocksteady Studios Spiel “Batman: Arkham Asylum”. Als Vorlage gelten nicht, wie man jetzt denken würde, die letzten zwei Filme mit Christian Bale, wie im Falle von “Lego Batman: The Video Game”, sondern das Grant Morrison’s abgedrehtes Comic “Arkham Asylum: A Serious House On Serious Earth”. Somit steht uns mit “Batman: Arkham Asylum” die erste Comicverspielung bereit, um in die Welt von Gotham City und ihrer Irrenanstalt Arkham Asylum einzutauchen und als schwarzer Ritter für Ordnung zu sorgen. Mehr dazu… oh das Batsignal, also los und klicken!

Bevor ihr in die Rolle der personifizierten Fledermaus Batman schlüpfen und euch vogelfrei bewegen dürft wird euch anhand eines imposanten Intros bestehend aus Cutscenes und einer längeren sich nur aufs hinterher laufen konzentrierende Spielpassage das Stetting und die Vorgeschichte näher gebracht. Batman’s fieser Erzfeind Joker hat erfolgreich das Büro des Bürgermeisters von Gotham City gestürmt und ihn als Geisel genommen, jedoch lässt er sich in Batman’s Augen zu simpel wieder seiner Freiheit berauben. Währenddessen bricht im örtlichen Blackgate Prison ein mysteriöses Feuer aus, dass zur Folge hat, dass ein Großteil der Insassen nach Arkham Asylum verlegt werden, wohin es auch Batman zusammen mit dem Joker im Schlepptau hin verschlägt. Schon bei der Ankunft hat er ein ungutes Gefühl und begleitet Joker samt seiner Aufpasser und wird Zeuge des Chaos in Arkham Asylum durch die Massenverlegung. Dadurch trifft man bereits nach wenigen Minuten auf einen weiteren ungebetenen Gast namens Killer Croc, ein knapp drei Meter hohes, krokodilartiges Wesen, der über das kurzeitige Treffen mit Batman sichtlich nicht erfreut ist. Der Weg führt weiter ins Innere von Arkham und schließlich in den Hochsicherheitsbereich der Anstalt, wo auch Commissioner Gordon zu finden ist. Kaum dem Anstaltspersonal übergeben und auf dem Weg hinter elektrische Gardinen kann der Joker seine Wache samt Arzt überlisten und flüchten. Was zu dem Zeitpunkt noch keiner weiss ist die Tatsache, dass Joker’s Gehilfin Harley Quinn bereits die Anstalt unter ihrer Kontrolle hat und nun sämtlichen Gefangenen ihren verdienten Freigang ermöglicht. Batman’s mulmiges Gefühl bestätigt sich und Joker’s Falle schnappt zu. Batman ist nun gefangen in Arkham Asylum und auf sich allein gestellt die Hatz nach dem Joker hinter sich bringen und dabei einigen altbekannten Gesichtern nochmals das Fürchten zu lehren. An sich ist dies nur ein Bruchteil der Geschichte, aber wie Fabian “Captain Awesome” Siegismund bereits sagte ist die Geschichte von “Batman: Arkham Asylum” eben nicht mal schnell erzählt, denn alles weitere wäre zu viel des Guten und ein riesiger Spoiler.

Nach der Flucht des Jokers ins Innere von Arkham Asylum bekommt ihr die komplette Kontrolle über Batman und könnt euch endlich sprichwörtlich ins Getümmel werfen. Dabei fällt schnell auf, dass sich Batman recht simpel steuern lässt, denn eine einzige Taste reicht aus, um es mit den Mobs aufzunehmen. Batman reagiert je nach Stellung und Situation selber auf das Geschehen und entscheidet, ob er lieber tritt oder schlägt. Eure Aufgabe ist außer dem Buttonsmashen die Vorgabe der Richtung in die Batman springen oder sich drehen soll. Das klingt simpel und ist es auch, aber macht die Kämpfe gegen die Gegnermassen von meist 4-7 Mann zum Heidenspaß, da Batman zu Comboattacken greift, und zudem übersichtlicher, da man sich nur auf die herannahenden Gegner konzentrieren muss und im Vorfeld sein nächstes Opfer herauspicken kann. Hierzu muss ich noch erwähnen, dass ich direkt auf Maus und Tastatur verzichtet habe und mein Gamepad verwendet habe. Natürlich werden die Kämpfe im späteren Verlauf des Spiels knackiger und setzen je nach Gegnertyp einige Manöver wie das Verwirren durch den Umhang oder das Werfen des Batarang voraus. Die direkte Konfrontation ist zwar ein sehr gutes Mittel, aber wird im Falle der Verwendung von Schusswaffen Batman’s schnelles Ende, denn unser Held verträgt Bleikugeln überhaupt nicht. Da es selten zur Situationen kommt, wo Batman nur einen Gegner mit einer Bleispritze antrifft sollte man direkt nach Alternativen der Gegnerdezimierung Ausschau halten.

Diese sind auch recht schnell gefunden, denn was wäre Batman ohne seine Gadgets? Genau, ein normaler Typ in einem Kostüm und deswegen hat Batman immer ein Paar parat, die je nach Spielfortschritt noch aufgestockt werden. Neben seinem bekannten Batarang, der Gegner kurz zu Boden fallen lässt, kann er noch auf sein Wurfseil von Beginn an zurückgreifen mit dem er sich quer durch die Lüfte bewegen kann, um sich an einen Wasserspeier heranzuziehen oder von einem zum anderen Wasserspeier zu bewegen. Dazu kommen noch Batman’s Explosivgel, sein lenkbarer Batarang oder der Schallbatarang, seine Batclaw mit der er Gegner an sich heranziehen oder per Upgrade poröse Wände einreissen kann und der Line-Launcher, der ihm die Bewegung in der Horizontalen über Abgründe ermöglicht. Stellenweise wollen auch Computer oder Schlösser gehackt werden, die den Einsatz des Sequencers erfordern. Die Gadgets lassen sich zudem aufwerten. Zum Beispiel kann man neben einem Batarang bis zu drei gleichzeitig benutzen oder diesem mehr Wirkung geben was den Gegner länger aus den Latschen kippen lässt. Wie die Gadgets kann auch Batman sich selber aufwerten, damit er härter zuschlägt, mehr aushält oder schneller zu seinen Comboattacken zurückgreift. Darunter gibt es noch die Fähigkeit sich Kopfüber von den Wasserspeiern hängen zu lassen, um im richtigen Moment einen der Gegner zu packen und ihn per Seil mit einem Bein an selbigen zu befestigen. Die ganzen Upgrades ermöglichen euch die Erfahrungspunkte, die ihr im Laufe der Zeit sammelt. Dabei sollte man, aber auch gezielt ein Auge darauf werfen, welches Upgrade gerade wichtig und welches nur Schnick Schnack ist. In meinem Fall habe ich mehr in die Gadgets investiert als in Batman selber, was das Finale nicht gerade einfach gemacht hat, da man Fehlupgrades nicht wieder rückgängig machen kann. Je nachdem welche Upgrades ihr euch kauft desto einfacher oder schwieriger wird das Spiel und dadurch auch die Momente in denen die Gegner über Schusswaffen verfügen.
Eine sehr gute Hilfe, um im Vorfeld einer Attacke zu erkennen wie viele Gegner sich in einem Raum befinden und ob sie bewaffnet sind oder nicht, ist die Detektivsicht. Die Detektivsicht ist eine Art Röntgenblick, die sämtliche Feinde als blaue nicht bewaffnete oder rote bewaffnete Skelette erscheinen lässt. Dadurch habt ihr dauerhaft Überblick über das Geschehen und könnt gezielt eure Gadgets einsetzen oder euch geräuschlos an Joker’s Schergen heranschleichen und sie meucheln. Außerdem könnt ihr poröse Wände, die ihr sprengen oder einreissen könnt, als auch vergitterte Schächte, die vor allem bei verschlossenen Türen und Rätseln wichtig werden, einfacher ausfindig machen.Wenn ihr geschickt vorgeht und all diese Tools miteinander kombiniert und einsetzt werden selbst bewaffnete Gruppen von 4-7 Mann ein Kinderspiel.

Wobei hier auch ein wenig Timing gefragt ist, denn die Gegner KI verhält sich recht schlau auch wenn ein bisschen Hilfe des Jokers von Nöten ist. Kaum ist einer ihrer Kollegen ausgeschaltet und hatte zuvor die Chance einen Mucks von sich zu geben eilen sie herbei und richten ihre Blicke direkt nach oben, was das gemütliche Sitzen auf den Wasserspeiern eben nicht gemütlich macht. Zumal die Kollegen von da an für eine kurze Zeit in zweier Teams unterwegs sind und einen Angriff von oben unmöglich macht, sofern Schusswaffen im Spiel sind. Der Joker lässt dabei einem auch keine Ruhe, denn im Falle des geräuschlosen Ausschaltens macht er über die Lautsprecher seine Schergen darauf aufmerksam, dass irgendwas faul ist und man doch gezielter nach Batman suchen soll. Leider verfügen ein paar KI Gegner über ein kleines Sichtfeld und ein sehr maues Gehör, denn stellenweise stehen die Herrschaften fast nebeneinander und kann sie im Schleichmodus ganz einfach nach und nach ausschalten ohne das es auffällt. Ein netter Nebeneffekt ist, dass die Gegner auch Angst haben können und je nach Situation bei plötzlich austretenden Dampf aus einem Heitzkessel blind in die Luft schiessen und die Kollegen damit aufschrecken. Weniger Angst haben dabei die größeren Zwischen- und Bossgegner, denn dort kommt es wieder zur direkten Konfrontation, die leider immer wieder gleich ablaufen und 1 zu 1 Kopien der Kämpfe aus “X-Men Origins: Wolverine” sind. Wie auch in “X-Men Origins: Wolverine” tritt man als größeren Zwischengegner auf aufgepumpte Muskelklopse, die entweder auf einen zu rennen oder einen Gegenstände entgegen werfen. Dabei muss man dauernd ausweichen und im richtigen Moment den Batarang ins Gesicht der Kolosse werfen, damit sie orientierungslos und leicht benebelt durch den Raum taumeln. Erst dann kann man sie hinterrücks bespringen und im Falle von Bane Schläuche aus dem Rücken ziehen oder bei “kleineren” Gegnern ihnen die Augen zuhalten und lenken, damit sie blind in die eigenen Schergenwellen rennen und somit Batman ein Bisschen die Arbeit abnehmen. Wer da an den Kampf zwischen Wolverine und den Blob denken muss liegt total richtig! Genau diese Kämpfe ziehen sich durch das komplette Spiel und werden nur dadurch erschwert, dass man nicht nur einen Riesen verdrischt, sondern gleich zwei und das mit sieben der Standardirren im Ring. Somit stehen Kampforgien bestehend aus Gegner verprügeln, ausweichen, Batarangs verteilen und Riesen bespringen auf der Tagesordnung und lassen diese Passagen unfassbar unmotivierend daher kommen. Zumal es bei den wirklich namenhaften Bossgegnern wie Poison Ivy oder Joker auch nicht wirklich anders abläuft. Zwar funktionieren sie als Boss im Falle von Poison Ivy anders als zum Beispiel Bane, aber sie werfen trotzdem wieder 4-7 der Standardgegner in den Ring und das Prinzip wiederholt sich immer und immer wieder. Auch im Fall von Killer Croc kommt keine große Abwechslung auf. Zwar verzichtet er Gott sei Dank auf die Standardfieslinge, aber man wirft dennoch alle paar Sekunden mit dem Batarang, damit er orientierungslos ins Wasser der Kanalisation fällt. Einzig Scarecrow ist als Bossgegner eine gern gesehene Abwechslung und stellt das Spielprinzip total auf den Kopf. Mehr will ich auch nicht dazu sagen, denn es ist das Highlight des Spiels in meinen Augen und muss selbst erlebt werden.

Auch wenn die Kämpfe gegen die Zwischen- und Bossgegner recht schnell durch schnödes anheben der Gegnerzahl zur frustrierten Langeweile mutieren motiviert das Spiel durch die Geschichte, dass es erzählt. Wobei es sich nur lose an der Comicvorlage entlang hangelt und extra dafür Comicautor Paul Dini engagiert wurde, um den schwarzen Ritter angemessen in Szene zu setzen. Es kommt fast durchweg dieses “Komm noch ein Stückchen mehr” Gefühl auf, dass den Spieler bei Laune hält. Dabei helfen viele versteckte Gimmicks, wie die einzelnen Zellen von Two Face oder Mr. Forst oder die zahlreichen Rätsel des Riddlers, die Batman per Headset empfängt und weitere Gimmicks enthüllen, wie Zeitungsartikel zu bestimmten Feinden aus der Vergangenheit, Pinguin’s Regenschirme oder Catwoman’s Maske und Handschuhe im Museum der Anstalt oder andere Andeutungen auf das Universum der Erzfeinde. Zudem gibt es noch Riddler’s Fragezeichen, die eingesammelt werden wollen und dem Spieler Biografien und Tonbandaufnahmen der zahlreichen Insassen von Arkham Asylum mit ihren Psychiatern offenbaren. Es gibt viel zu entdecken und trotz des Durchspielens hab ich noch nicht alles gesehen bzw. gefunden. Nicht nur das macht den Reiz an “Batman: Arkham Asylum” aus, sondern noch das sehr pompös gestaltete Arkham Asylum selbst, dass mit den aus den Filmen bekannten gotischen Verzierungen und Statuen daher kommt. Vor allem die Skyline von Gotham City ist einer der Hingucker, wenn man zum ersten Mal außerhalb der einzelnen Gebäude unterwegs ist. Generell sieht das Spiel durch die Unreal Engine 3 genial aus und passt zu den leicht überzeichneten Figuren und lässt sie sehr stimmungsvoll und fast realistisch in ihrem Universum wirken. Leider besitze ich keine Grafikkarte aus dem Hause Nvidia, denn hier kommt zum ersten Mal die PhysX Technologie aktiv zum Einsatz und lässt Rauch als auch Wasserfälle einen Hauch echter wirken. Selbst ohne diese Effekte ist das Spiel ein echter Hingucker und ein Muss für Action-Adventure und Comicfans.

Fazit:
Im Ganzen gesehen ist “Batman: Arkham Asylum” ein sehr gelungenes Spiel, dass Batman samt der Stimme von Christian Bale (David Nathan) mal richtig klasse in Szene setzt und auch Lust auf die Rolle des Batmans macht, eine spannende Geschichte erzählt und dem Spieler viele versteckte Gimmicks bereit hält, sofern er sie findet. Genau das und die Scarecrow Passagen machen das Spiel zu einem wahren Highlight, dass man nach 11-13 Stunden gleich nochmal angehen möchte wäre da nicht das maue Spieldesign in den Bosskämpfen, die sich immer und immer wiederholen ohne große Variation und nur die Gegneranzahl anheben. Dazu kommt noch das Manko, dass man im Spiel nicht Zwischenspeichern kann, sondern immer nach einem bestimmten Abschnitt, was stellenweise zu Frustmomenten führt. Da hat man den Raum mit sieben Gegnern bis auf einen geräumt, möchte gerade den Letzten angehen und dieser ist komischerweise mal heller und schneller am Drücker als man selber und zack war die ganze Arbeit umsonst und der Raum muss neu angegangen werden. Weil aber die motivierenden Punkte überwiegen und selbst solche Passagen für einen kurzen Moment in den Schatten rücken können kann ich das Spiel jedem empfehlen, der Action-Adventures, Comics und Batman mag. Und mal ehrlich, wer möchte sich schon die Chance entgehen lassen als Batman die Fäuste schwingen zu lassen und zudem mehrmals auf Harley Quinn und Poison Ivy zu stoßen?

Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Systemanforderungen:
Empfohlene Systemvoraussetzungen:
Betriebssystem: Microsoft Windows XP (SP2) / Vista
Prozessor: Intel® Pentium® 4 3.0 GHz oder AMD Athlon 64 3000+
RAM: 1 GB RAM (XP), 2 GB (Vista)
Grafikkarte: NVidia 6600 / ATI 1300 oder höher (mit Shader Model 3)
Freier Festplattenspeicher: 9 GB

Weitere Plattformen:
- Xbox 360
- PlayStation 3

Links:
Offizielle Seite

Batman : Arkham Asylum – Intro:

Batman : Arkham Asylum – Trailer:

Batman: Arkham Asylum – Combat Trailer:

Batman: Arkham Asylum – Invisible Predator Trailer:

Batman: Arkham Asylum – Joker Trailer:

Batman: Arkham Asylum – Villains Trailer:

Batman: Arkham Asylum – Getting The Girls Back:

Screenshots:

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