Wolfman (Podcast: Film-Review)

Der 1941 erschienene Film von George Waggner “The Wolf Man” mit Schauspielern wie Lon Chaney Jr., Bela Lugosi und Claude Rains gehört zu den Klassikern der schwarz-weißen Horrorfilmära und hat nun sein zweites Remake dank Regiesseur Joe Johnston bekommen. Joe Johnston, der als Regiesseur für Filme wie “Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft”, “The Rocketeer”, “The Pagemaster”, “Jumanji”, “Jurassic Park III” oder “Hidalgo” verantwortlich war und zudem für die Effekte in den ersten drei “Star Wars” Filme, “Jäger des verlorenen Schatzes” und der ersten “Battlestar Galactica” Serie. Somit hat sich ein Kenner der Materie an dieses Remake gesetzt, um den Film was die Effekte angeht auch gut umzusetzen. Damit diese aber nicht durchweg im Vordergrund stehen hat er dafür eine namenhafte Schauspielerriege mit Benicio del Toro, Anthony Hopkins, Emily Blun und Hugo Weaving engagiert. Diese Mischung hat mit 126 Mio. Dollar die Produktionskosten von 150 Mio. Dollar fast wieder eingespielt, aber ob dieser Film dem Original überhaupt würdig ist und wie dieser wirkt erfahrt ihr gleich in den folgenden Zeilen, die sich erst bei Vollmond bzw. nach dem Klick zeigen!

Inhalt:
Den mit Alpträumen aus der Vergangenheit geplagten Schauspieler Lawrence Talbot erreicht die Nachricht von Gwen Conliffe über das plötzliche Verschwinden ihres Verlobten bzw. seines Bruders Ben in den Wäldern von Blackmoor. Sie bittet ihn wieder in die heimischen Gefilde zu reisen, um ihr bei der Suche zu helfen. Bei seiner Ankunft in der Talbot Hall informiert ihn sein Vater Sir John Talbot darüber, dass sein Bruder tot aufgefunden wurde. Nach der Begutachtung der Leiche seines Bruders setzt er sich in die örtliche Kneipe und hört die verschiedenen Theorien der Stammgäste über einen Bär im in der Nähe liegenden Zigeunercamp, einen verrückten Mörder und der Sichtung eines Werwolfs. Lawrence macht sich eines Nachts selbst ein Bild von diesem Camp, während dieses von einem Werwolf heimgesucht wird und schließlich Lawrence attackiert und beisst. Von da an steht er auf dem Plan von Scottland Yards Detective Francis Aberline, der eine Überprüfung von Lawrence durch Experten anberaumt. Das ganze Dorf ist in Aufruhe und trifft Vorkehrungen für weitere Angriffe des Werwolfs. Die nächste Vollmondnacht verbindet Lawrence mit einem Jahre lang gehüteten Geheimnis und die Jagd nach ihm beginnt.

Fazit:
Mir persönlich hat der Film gut gefallen und das hat teilweise mit der Herangehensweise von Joe Johnston zu tun was die Effekte angeht. Statt uns einen 3D animierten Werwolf, wie es in “Van Helsing” zum Beispiel der Fall war, der weder eine gute noch reale Wirkung inne hatte, verzichtet Johnston so gut wie Möglich auf 3D Animationen. Dafür setzt er viel mehr auf die Künste von Makeup Artist Rick Baker sich in Filmen wie “Krieg der Sterne – Episode IV: Eine neue Hoffnung”, “Harry und die Hendersons”, “Gorillas im Nebel”, “Ed Wood”, “Batman Forever”, “Der verrückte Professor”, “Men in Black”, “Hellboy”, “Tropic Thunder” oder im “Planet der Affen” Remake verewigen konnte und zudem auch aus Jack Nicholson in “Wolf” einen Werwolf machte. Natürlich muss Johnston auch auf 3D Animationen zurückgreifen, wenn Benicio del Toro zum Tier wird und durch die Landschaft flitzt, aber zum Großteil sehen wir ihn als reale Figur in einem real wirkenden Kostüm. Dabei hat Baker sich beim Makeup des Werwolfs sehr nahe am Original orientiert und dabei für eine gute Mischung aus der Vorgabe und dem bedrohlichen realer wirkendem Monster, dass man sich immer im Kopf vorstellt, wenn man den Klassiker von 1941 sieht. Für Paul war diese Mischung noch zu menschlich, da er sich die Fusion aus Mensch und Wolf tierischer vorstellt, aber mir hat es gefallen, vor allem, weils es halt dieses Hommagefaktor an das Original inne hat. Natürlich wäre mehr auch besser gewesen, aber diese Variante reicht mir schon, um mich glücklich zu machen. Die Geschichte von “Wolfman”, die sich stellenweise an dem Curt Siodmak Script von 1941 orientiert, setzt die für das Jahr 1941 angesiedelte Handlung ins Jahr 1891, wo auch der aktuelle “Sherlock Holmes” Film spielt. Leider hat man hier nicht daran gedacht, dass die Tower Bridge in London noch nicht fertiggestellt war, aber das ist auch nur ein kleines Detail, dass nur dem Kenner dieser Info auffällt. Ansonsten der Zeit gibt es trotzdem weitere Unterschiede zwischen dem Original und dem Remake in Sachen Handlung. So fehlt im Remake die Figur Bela, die von keinem anderen als Bela Lugosi gespielt wird und aus Lon Chaney Jr. überhaupt zum “Wolfman” macht. Dafür fehlt im Original der Part des Todes von Lawrence Bruder Ben. Zwar ist dieser dort auch verstorben, aber warum und wieso erfahrt man nicht. Dazu kommt noch der Fakt, dass Gwen Conliffe hier die Verlobte von Ben ist und nicht wie in der Vorlage eine unbekannte Verkäuferin im Ort. Man kann ruhig sagen, dass die Filme sich am selben Script orientieren, aber letzten Endes durch künstlerische Entscheidungen letzten Endes zwei unterschiedliche Pfade bewandern. Dadurch erhalten wir zudem auch mehr Hintergrundinformationen zur Familie Talbot, die im Original völlig ausbleiben und hier vor allem das Handeln der Figuren nachvollziehbar macht. Dies führt zwar dazu, dass es länger dauert bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, aber ihr nichts von ihrer Wirkung nimmt. Zumal Kenner des Originals durch die Änderungen überrascht sein werden. Ich für meinen Teil finde das Setting im Jahre 1891 besser und stimmiger als es im Original der Fall ist. Das liegt natürlich an meiner Vorliebe für Filme in diesem Look, wie es bei “Sherlock Holmes”, “Sleepy Hollow” oder “From Hell” der Fall ist, aber auch die Sage um den Werwolf passt dort besser als in einer Zeit, wo vermutlich die Technik ihr ein schnelles Ende gesetzt hätte, weil diese einen total anderen und für mich uninteressanteren Charme hat.  Wo wir gerade beim Thema Charme sind muss ich hier Sir Anthony Hopkins und Hugo Weaving erwähnen, die mir sehr durch ihr Auftreten und ihr Charisma gefallen haben. Leider kommt Hugo Weaving in diesem Film zu kurz, aber diese Momente reichen aus, um zu sagen, dass er eine sehr gute Rolle in solchen Filmen mit diesem Look abgeben kann. Sir Anthony Hopkins spielt seine Rolle als Teil grimmiger und kaltherziger Vater, der immer streng seiner Linie folgt, dabei immer die Ruhe und seine vornehme Art behält und trotzdem was sympathisches an sich hat, richtig gut. In Sachen Benicio del Toro muss ich zugeben, dass ich mit ihm noch nie wirklich was anfangen konnte und hier lieber jemand anderen hätte sehen wollen, aber wirklich negativ fällt er hier nicht auf. Bleibt jetzt nur noch der Soundtrack. Dort gab es ja auch ein riesiges Hin und Her, da erst Danny Elfman damit beauftragt wurde diesen zu schreiben und nach der Fertigstellung gefeuert wurde. Als Ersatz sprang Paul Haslinger ein dessen Neuinterpretation des Elfman Soundtracks noch weniger zusagte, so dass letzten Endes wieder Elfmans musikalisches Werk den Weg in den Film fand. Dem Paul sagt dieser mehr zu, da er ihn an Copolas Verflimung von Dracula erinnert, aber für mich war dort nichts besonderes zu finden, außer einigen netten Parts mit Chorgesang. Viel mehr kann ich zu diesem Film auch nicht mehr sagen.
Wer sich für Filme, wie “Van Helsing” und “Underworld” begeistern kann und sich am Look des viktorianischen Zeialters nicht stört, wird mit “Wolfman” einen unterhaltsamen und spannenden Film sehen. Der es schafft wieder eine Monster auf der Leinwand zu beleben, dass realer wirkt als die vielen CGI Renderviecher der letzten Jahre und einen somit eher packt als aus dem Szenario zu werfen, weil es übertrieben wirkt. Auch Fans des Originals können problemlos diesen Film genießen, trotz des gemeinsamen Scripts, da die künstlerischen Änderungen schon zu neuen Aha Effekten aufrufen.

Laufzeit: 102 Minuten

Freigabe:

Cast:
Benicio del Toro (Lawrence Talbot / The Wolfman)
Anthony Hopkins (Sir John Talbot)
Emily Blunt (Gwen Conliffe)
Hugo Weaving (Francis Aberline)

Links:
Offizielle Seite

Wolfman – Trailer:

Tags: , , , , , , , , , , , , ,

Hier hast du nun die Möglichkeit unser Gebabbel zu verbreiten.

  • Tumblr
  • MySpace
  • Digg
  • Google Buzz
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • MisterWong.DE

Hinterlasse eine Antwort