Mit der Geschichte von U.S. Deputy Marshal Carrie Stetko wurde das Comic “Whiteout” von Autor Greg Rucka und Zeichner Steve Lieber gleich mehrmals für den Eisner Award nominiert. Jedoch blieb es nur bei den Nominierungen für die Eisner Awards als bester Autor, Zeichner und Mini-Serie. Dennoch konnte man davon ausgehen, dass die Geschichte genug Stoff für einen Film liefert und dieser ist letztes Jahr in die amerikanischen Kinos gekommen und erscheint hierzulande am 26. März direkt als DVD und Blu-Ray. Der Verflimung dieses Comics hat sich der Regiesseur der Filme “Passwort: Swordfish”, “Nur noch 60 Sekunden” und “Kalifornia”, Dominic Sena, angenommen und mit Schauspielern wie Kate Beckinsale, Gabriel Macht, Tom Skerritt und Alex O’Loughlin einen angenehmen Cast dafür aufgestellt. Wie das kalte Detektivszenario wirkt und wie viel dieses noch mit dem Comic zu tun hat erfahrt ihr nach dem Klick! Also warm anziehen!
Inhalt:
Für den U.S. Deputy Marshal Carrie Stetko soll der zweijährige Einsatz auf der Amundsen-Scott Basis, einer wissenschaftlichen Forschungstation in der Antarktis, enden, doch in den letzten drei Tagen vor ihrer Abreise wird mitten im Eis eine Leiche gefunden. Dadurch liegt der erste Mordfall des Kontinents vor und Stetko ist mittendrin. Bei der Obduktion werden mehrere frisch genähte Wunden gefunden und eine offene Wunde auf Höhe der Brust, die vermutlich mit einer Eisaxt zugefügt wurde und am Tatort nicht aufzufinden war. Ein merkwürdiger Anruf von der benachbarten russischen Forschungsstation Vostok, der direkt an Stetko gerichtet ist, zwingt Stetko und den Piloten Delfy dazu diesem nachzugehen, trotz eines annähernden Sturms. In Vostok findet sie den Anrufer tot auf und sich selbst in Panik als sein Killer auf sie Jagd macht. Stetko kann ihm in letzter Sekunde entkommen, aber muss leider mit bleibenden Konsequenzen rechnen. Sie wagt einen erneuten Kontrollgang durch Vostok, aber dieses Mal mit Delfy im Schlepptau, wo sie im Raum der Leiche auf den für die U.N. tätigen Robert Pryce trifft. Dieser hat sich auch dem Fall verschrieben und somit müssen alle drei trotz großem Mistrauen zusammenarbeiten. Die Jagd nach dem Killer beginnt und das Zeifenster für Carries letzte Chance zur Abreise wird knapp!
Fazit:
In den Staaten war der Film weder ein Hit noch ein passabler Reisser, denn von 35 Millionen Dollar Kosten konnten nur spärliche 12 Millionen Dollar eingespielt werden. Außerdem landete der Film in einigen Top Listen der schlechtesten Filme des Jahres 2009. Trotz dieser eindeutigen Stempel auf der Brust muss ich sagen, dass mir der Film gefallen hat. Zwar springt man stellenweise ohne wirkliche Übergänge von Szene zu Szene bzw. von Ort zu Ort, aber dennoch entwickelt sich eine spannende Detektivgeschichte, die einen bis zum Ende an der Stange hält und sehr positiv im Dunkeln, was die Identität der Killers und dem Geheimnis des Drum Herums angeht. Dazu kommt das noch recht frische Setting mitten in der Antarktis, wo das unberechenbare Weiß ein zusätzliches bedrohliches Element in die Geschichte bringt. Dementsprechend gestalten sich Verfolgungsjagden und Kämpfe um einiges anders und sorgen für ein ungewohntes Tempo, was die Spannung weiter anhebt. Natürlich kann man solch einen Film nicht durchweg in eisiger Kälte drehen und muss dafür hier und da zur Green Screen greifen. Dass sieht man in den entsprechenden Stellen, aber es ist nicht so schlimm, dass man aus dem Szenario gerissen wird und enttäuscht über die Verwendung dieser technischen Maßnahme meckern muss. Auch wenn man die Sprünge in der Geschichte als Manko ansehen kann, gibt es leider andere die deutlicher auffallen. Das Ende zum Beispiel ist für die spannende Geschichte recht mau ausgefallen, denn anstatt die Spannung weiter anzuheben und einen zufrieden zu stellen wird nach der Auflösung alles fallen gelassen und im Keim erstickt als wäre nichts gewesen. Zudem wäre da noch eine kleine Serie an Rückblicken, die Carrie im Laufe des Film befallen und weder die Handlung voran bringen, noch eine Erklärung für anstehende Szenen liefern. Diese sind nach der Vorlage also dem Comic der Grund warum Carrie in der Antarktis ihr Dasein fristet, aber selbst das wird im Film nicht erwähnt. Generell hat man für den Film einiges abgeändert als man es vom Comic her kennt. So stürzt in den ersten Minuten des Films ein Flugzeug ab, dass im Comic noch nicht mal auftaucht. Selbst der für die U.N. tätige Robert Pryce findet in der Vorlage keine Verwendung und soll an sich eine englische Geheimagentin namens Lilly Sharpe sein. Mit solchen Änderungen müssen sich Fans des Comics leider zufrieden geben und somit ist klar warum der Film in den Staaten kein Hit wurde. Wir hingegen kannten das Comic nur zum Teil oder wie in meinem Fall gar nicht und vermutlich wirkt der Film deswegen um einiges positiver auf uns, da der Enttäuschungsfaktor nicht vorhanden ist.
Auch in Hinsicht des Casts macht die Dame und die Herren ihren Job recht gut. Vor allem muss ich hier Kate Beckinsale nennen, die in einer für sie schmerzhaften Szene samt passender Soundeffekte durch ihr Schauspiel selbst Paul fast völlig überzeugt hat, dass es dort Wort wörtlich um jeden ihrer Finger geht. Selbst Gabriel Macht hat mir als Robert Pryce gefallen, denn so umsympathisch und nicht vertrauenserweckend er am Anfang auftritt, umso sympathischer wird er in seiner Rolle, wenn die ersten Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden.
In Sachen Soundtrack muss man hier und da auch das Wort ungewohnt verwenden, weil die Musik von John Frizzell mit seinen recht sanften Tönen in teilweise bedrohlichen Szenen eine andere Stimmung aufkommen lässt. Selbstverständlich geht es auch deftiger zur Sache, wenn es zu Kämpfen kommt, aber es gibt zwei bis drei Szenen in denen fast es den Eindruck macht als wäre das Eis um die Hauptfiguren nicht das Bedrohlichste auf dem Kontinent.
Wie bereits gesagt mir hat der Film gefallen und ist keineswegs einer der schlechtesten Filme des letzten Jahres. Das liegt vor allem an der spannenden Geschichte, dem unausgelutschten Setting im Eis, plus sämtlicher ungewohnten Nebeneffekte was das Tempo angeht und dem Auftreten der Schauspieler. Zwar gibt es hier und da ein paar Mankos, besonders beim Ende des Films, und Unterschiede zum Comic, aber diese reissen für mich den Film nicht runter. Hätte ich im Vorfeld das Comic gelesen und wäre zudem noch Fan der Geschichte, würde ich sicherlich anders denken, aber dies ist bei mir nicht der Fall und von daher kann ich diesen Film jeden empfehlen, der eine spannende Detektivgeschichte im Eis sehen will und über ein maues Ende hinweg sehen kann.
Laufzeit: 101 Minuten
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Cast:
Kate Beckinsale (Carrie Stetko)
Gabriel Macht (Robert Pryce)
Tom Skerritt (Dr. John Fury)
Columbus Short (Delfy)
Alex O’Loughlin (Russell Haden)
Links:
Offizielle Seite
Whiteout – Trailer:
Whiteout – Extended Trailer:
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