Vom “Snatch” und “Bube, Dame, König, Gras” Regisseur Guy Ritchie ist man es mittlerweile gewöhnt reine Gangster Filme zu sehen, wo Gangster auf Gangster treffen, um sich gegenseitig den Gar auszumachen. Mit seinem neuen Film “Sherlock Holmes” betritt er einen völlig neuen Pfad, denn er widmet sich mit dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes nicht nur einer literarischen Figur, sondern auch der Seite, die dem Treiben der Gangster für immer ein Ende machen will. Allein durch Arthur Conan Doyles Vorlage hat es sich Ritchie nicht gerade einfach gemacht, denn schließlich liegen nun viele Erwartungen und Hoffnungen der Sherlock Holmes Fans auf seinen Schultern, die er erfüllen soll. Ob er dies in meinen Augen schafft und worum es in diesem Film geht, erfahrt ihr nach dem elementaren Klick!
Inhalt:
London im Jahre 1891. Die Tower Bridge befindet sich bereits 5 Jahre im Bau und wird noch ganze 3 Jahre warten müssen bis sie offiziell für die Bevölkerung von London eröffnet wird. Der mysteriöse Jack The Ripper hat bereits seinen letzten Mord in Whitechapel hinter sich gebracht und taucht für immer unter. Sherlock Holmes und sein treuer Gefährte Dr. John Watson sind dagegen immer noch aktiv bei der Verbrecherjagd. In diesem Fall geht es um Lord Blackwood, einem Okkultisten, der für fünf rituelle Frauenmorde verantwortlich ist. Die sechste Opferung einer Dame können Holmes und Watson samt Inspector Lestrade und Anhang in letzter Sekunde verhindern. Für Blackwood geht es hinter schwedische Gardinen und für Holmes als auch Watson tritt die pure Langeweile ein, da die Welt für diesen Moment sicher scheint. Holmes gibt sich einigen Experimenten und der Entwicklung des Schalldämpfers hin, während Watson seine Zukunft mit der reizenden Dame Mary Morstan plant und für sie, als auch für seine eigene Praxis, die Baker Street 221B verlassen will. Nach drei Monaten ohne Auftrag meldet sich am Tag seiner Hinrichtung Lord Blackwood zurück und erbittet die Anwesenheit von Holmes. Bei diesem Treffen prophezeit Lord Blackwood drei Morde, die alle nach seinem Tod stattfinden und die Welt verändern werden. Holmes hingegen schenkt dieser Prophezeiung wenig Glauben. Lord Blackwood erhält seine gerechte Strafe per Strick und wird von Dr. Watson zum Tode erklärt.
Mit der bezaubernden Dame Irene Adler kommt auch die von Holmes geliebte Verbrecherjagd wieder ins Rollen. Die Dame ist für Holmes keine Unbekannte, denn dem Charme der talentierten Diebin kann er sich seit längerer Zeit nicht mehr entziehen. Somit ist klar, dass der Meisterdetektiv nicht nur wegen der Herausforderung diesen Fall zu lösen wieder aktiv wird. In seinem neuen Fall geht es um einen verschwundenen, rothaarigen Winzling namens Reordan. Dieser wird nach der Meldung, dass Lord Blackwood von den Toten wiederauferstanden ist, in Blackwoods Sarg gefunden. Holmes als auch Watson sind nun voller Tatendrang und versuchen die Verbindung beider Fälle zu finden und diese zu lösen.
Fazit:
Jede Verfilmung lebt von ihrem Cast und dieser ist immer schwierig zu bestimmen, vor allem, wenn es um literarische Figuren geht von denen jeder Leser ein eigenes und im Vergleich anderes Bild im Gedächtnis hat. Genau hier trifft Guy Ritchie nicht ganz meinen Geschmack, weil Basil Rathbone und Nigel Burce für mich genau die Version von Holmes und Watson verkörpern, die ich bereits als Kind im Kopf hatte. Natürlich ist dies eine Frage des Geschmacks und kann von euch total anders gesehen werden, aber bei mir kommt das Gefühl einen “Sherlock Holmes” Film zu sehen nicht auf. Robert Downey Jr. wirkt durch sein Aussehen und seine Darstellung eher wie seine Rolle als Tony Stark in “Iron Man”. Er ist weniger der vornehme, charmante und streng durchdacht vorgehende Gentleman, sondern mehr ein verwirrter und draufgängerischer Playboy, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt. Von seiner verdunkelten Brille will ich erst gar nicht anfangen. Umso komischer ist es, dass Jude Law genau dieser vornehme, charmante und streng durchdacht vorgehende Gentleman ist, den ich mir wünsche und somit mehr Holmes als Watson ist. Selbst Mark Strong als Lord Blackwood wirkt vom Auftreten mehr Holmes like als es Robert Downey Jr. ist. Was mir nun ein wenig den Wind aus den Segeln nimmt ist die Tatsache, dass er für seine Rolle als Holmes den Golden Globe für den besten Schauspieler in einem Film erhalten hat. Ok ich sage ja nicht, dass Downey Jr. und Law nicht ein gutes Gespann abgeben und einen in zwei Stunden Laufzeit nicht unterhalten und überzeugen können, aber es hätte kein “Sherlock Holmes” Film sein müssen. So sehr ich nun versuche zu erklären, warum mich die beiden als Holmes und Watson nicht umgehauen haben, so sehr muss ich aber zugeben, dass der Film mich sehr unterhalten hat und es auch zum Teil an den beiden liegt.
Die Story ist einfach spannend und wartet mit einigen Twists auf, die zum Glück bei aufkommenden Fragen ganz Holmes like im Nachhinein erklärt werden. Wobei ich mir hier eine Story gewünscht hätte in der Holmes und Watson zum ersten Mal aufeinander treffen, um ein wenig mehr Hintergrund zu den Figuren zu erhalten. Auch der Look kann überzeugen und reißt trotz Bluescreen Szenen und einem am Computer verjüngten London den Zuschauer nicht aus dem Szenario im Jahre 1891. Wer die Filme von Guy Ritchie kennt, weiss, dass er auf zwei Dinge niemals verzichten kann und das sind actionreiche und lustige Szenen. Auf der Actionseite bietet der Film sehr cool inszenierte Kämpfe, die ganz Holmes like sogar in Zeitlupe durchdacht werden samt der Information welchen Effekt Holmes Schlag haben wird und wie lange seine Gegner im Krankenhaus verweilen werden. In Sachen Comedy sieht man ein Detektivduo, dass sich ein andauerndes und vor allem lustiges hin und her abliefert und umso sympathischer wirkt. Das einzige wirkliche Manko am Film ist der Soundtrack von Hans Zimmer, denn dieser greift nicht mehr auf seine Massen von Orchestersamples zurück, sondern nutzt dieses Mal die ungewöhnliche Auswahl an Instrumenten, wie Banjo, Cembalo, Violinen und ein kaputtes Pub Klavier. Bei dieser Mischung, die zudem recht ungestimmt wirkt, kommt selten bis gar keine Stimmung auf. Wer davon mal absieht wird dennoch einen sehr guten, spannenden und unterhaltsamen Film sehen, sofern er nicht ein tief verankertes Bild von Holmes und Watson im Sinn hat an dem nicht gerüttelt werden darf. Die Arbeiten am zweiten Teil sollen im März diesen Jahres beginnen und somit werden wir Robert Downey Jr. und Jude Law als Sherlock Holmes und Dr. John Watson bald wiedersehen und um ehrlich zu sein freue ich mich wirklich darauf, auch wenn am Ende wieder “Sherlock Holmes” auf dem Cover stehen wird.
Laufzeit: 128 Minuten
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Cast:
Robert Downey Jr. (Sherlock Holmes)
Jude Law (Dr. John Watson)
Rachel McAdams (Irene Adler)
Kelly Reilly (Mary Morstan)
Mark Strong (Lord Blackwood)
Eddie Marsan (Inspector Lestrade)
Hans Matheson (Lord Coward)
Robert Maillet (Dredger)
Links:
Offizielle Seite
Sherlock Holmes – Trailer:
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