(Re)Imagine: American Gods

american-godsEs ist wieder der 15te des Monats und das bedeutet es gibt einen neuen Beitrag aus meiner Reihe “(Re)Imagine“. Nachdem ich mir in den letzten beiden Teilen Comics vorgeknöpft habe und diese mal auf Vordermann gebracht habe für eine “Verfilmung”, mache ich in diesem Monat wieder kehrt und schnappe mir ein Buch. Jedoch nicht irgendein Buch, sondern eins meiner Lieblingsbücher. Der Brite Neil Gaiman brachte 2001 das Buch “American Gods” heraus und erfreute mich damit über alle Maßen. Das Buch ist eine kleine Offenbarung was den Umgang mit phantastischen Elementen in einem modernen Umfeld angeht und noch viel mehr. Aus diesem Grund, und weil ich das Buch damals Weihnachten gekauft und gelesen habe, gibt es nun kurz vor Weihnachten meinen Versuch einer Filmumsetzung von “American Gods”.

Handlung:
Shadow sitzt wegen eines missglückten Raubüberfalls im Gefägnis, wird jedoch vorzeitig entlassen da seine Frau bei einem Autounfall gestorben ist. Schnell findet er heraus, dass seine Frau im Auto seines besten Kumpels gestorben ist, während einer kleinen Runde Oralsex. Nun befindet sich Shadow also in der lang ersehnten Freiheit und will eigentlich gar nicht mehr frei sein, gibt es doch nichts mehr was ihn motiviert oder antreibt.
Da kommt der mysteriöse Mr. Wednesday gerade recht, der ihm einen Job als sein Bodyguard anbietet. Schnell muss Shadow jedoch herausfinden, dass die Arbeit für den alten Con-Man schwieriger ist als gedacht. Die beiden reisen quer durch die USA um alte Geschäftspartner von Wednesday zu treffen und auf eine gemeinsame Linie zu bringen, um den jungen Wilden die das Land momentan leiten zu zeigen wo der Hammer hängt.
Langsam dämmert Shadow jedoch wer diese Geschäftspartner sind und wer Mr. Wednesday ist. All diese Leute mit denen Shadow in Kontakt kommt während des Roadtrips mit Wednesday sind Götter oder Sagengestalten, meistens aus der Alten Welt. Sie kämpfen nun ihren letzten verbitterten Kampf um “Macht” gegen die neuen Götter, wie “Internet”, “Straßenverkehr” oder “Massenmedien”, welche die Menschen nun “anbeten” und somit den Alten die Macht nehmen. Wednesday, der sich als Odin outet, hat mit Shadow noch großes vor und schiebt ihn, wie es seine Art als Con-Man ist, passend für seine Zwecke hin und her auf dem Spielplan der Götter. Schlussendlich kommt es zum großen Showdown der neuen und alten Götter, doch Odin und sein alter Kumpel Loki tricksen alle Anwesenden aus und so bleibt der große Big Bang aus.

Umsetzung:
Eine Umsetzung des Buches ist ein ziemlich schwieriges Unterfangen, will man sich nicht bloßstellen und halbgares Zeug abliefern. Aus diesem Grund muss natürlich der Autor selber stark in die Produktion involviert werden und am Script mitarbeiten. Da in meinen Augen eine sehr werkgetreue Verfilmung keinen Sinn machen würde, da einfach zu viele Abzweigungen von der Hauptgeschichte im Buch genommen werden, muss man sich bei einem Film viel stärker auf Shadow und seine Reise durch die USA konzentrieren. Leider fallen so einige schöne Momenten aus dem Buch weg, doch das muss man in Kauf nehmen um eine stringente Geschichte auf der Leinwand erzählen zu können.
Als Regieseur für diesen Film schweben mir zwei Personen vor. Der erste wäre Matthew Vaughn, welcher bereits mit Gaiman an der Verfilmung von dessen “Stardust” zusammengearbeitet hat. Vaughn kennt Gaiman also, was sicherlich die Arbeit erleichtern würde und er besitzt ein gutes Gefühl für Bilder und Stimmung, wie er in “Layer Cake” und “Stardust” gezeigt hat. Die zweite Person die mir vorschwebte, welche ebenfalls gut für ein solches Unterfangen geeignet wäre, ist David Fincher. Ihn kennen wohl die meisten Leute dank “Fight Club”, “Sieben” oder zuletzt “Der seltsame Fall des Benjamin Button”. Fincher besitzt ein unglaubliches Gefühl für Farbgebung und die richtigen Orte für einen Film und könnte somit die sehr seltsamen Orte die Shadow und Wednesday auf ihrer Reise besuchen sehr toll in Szene setzen. Vermutlich aus diesem Grund und weil Fincher noch mehr Filme gedreht hat die mir richtig gut gefallen, ziehe ich ihn vor.

Cast:
Zu einem guten Regieseur gehören bei solch einem Film natürlich auch gute Schauspieler, welche die sehr interessanten Rollen aus der Vorlage auch gekonnt umsetzen. Im Beitrag hier beschränke ich mich auf die meiner Meinung nach wichtigsten Charaktere für eine Verfilmung, und lasse Charaktere deren Geschichten im Film vielleicht gar nicht vorkommen würden einfach weg.

Shadow / Balder
stevensonDer geheimnisvolle Protagonist dieses Films wird als kräftiger Kerl umschrieben, der aber ein Herz aus Gold hat. Wie sich später herausstellt, ist Shadow ebenfalls ein Gott bzw. eine Inkarnation eines Gottes, nämlich des nordischen Balders. Dieser ist der Gott des Lichts, der Güte und der Reinheit. Zusammengepackt mit einem kräftigen Kerl, der gut und gerne als brutaler Schläger rüberkommen könnte, ergibt dies eine wunderbare Mischung. Für diese Rolle finde ich den aus “Punisher: War Zone” oder der TV-Serie “Rom” bekannten Ray Stevenson sehr passend. Er strahlt diesen rauen aber herzlichen Charme aus, den Shadow für mich im Buch immer ausstrahlt. Außerdem kommt er meinem Bild von Shadow auch äußerlich recht nah.

Mr. Wednesday / Odin
bridgesDer alte Mann und sein Trick, so könnte das Buch bzw. der Film auch gut betitelt sein. Odin als alter versoffener Con-Man, der seine alten Weggefährten und Feinde um sich schart für eine letzte Schlacht, die doch nicht stattfinden wird – dank ihm selber – ist eine wirklich unterhaltsame aber auch fordernde Figur. Dank seines gelungenen Auftritts in “Iron Man”, in dem er mich mit seinem Auftreten direkt an die Figur des Mr. Wednesday erinnert hat, dachte ich sofort an Jeff Bridges für die Rolle des Göttervaters.




Laura
mylesDie Ehefrau von Shadow und recht bald Leiche, spielt anders als man auf den ersten Blick meinen mag eine nicht zu unterschätzende Rolle im Plan von Odin und Loki. Zunächst ist sie natürlich die untreue Ehefrau, welche dank einer magischen Münze als Zombie wiederkommt um sich zu erklären, dann jedoch wird sie zur Gehilfin von Shadow im Finale bevor sie endlich ihre Ruhe findet. Für diese Rolle habe ich länger überlegt wen man nehmen könnte, bis ich auf englische Schauspielerin Sophia Myles kam. Sie ist aus Filmen wie “Underworld”, “Tristan und Isolde” oder der Serie “Moonlight” bekannt.



Mr. Nancy / Anansi
louisEr ist der verschlagene Spinnengott Anansi, welcher mit Wednesday zu tun hat und sein ganz eigenes Spiel spielt. Für diese Rolle musste natürlich jemand gecastet werden, der diese Rolle leicht klischeehaft besetzen kann. Mir fiel für die Rolle Jimmy-Jean Louis ein, den man als Haitianer aus der Serie “Heroes” kennen könnte.

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