Red (Film-Review)

Vor etwa zwei Wochen habe ich mir den Comic Dreiteiler “RED” von Warren Ellis angeschaut und euch hier präsentiert. Passend dazu läuft nun seit ein paar Tagen auch die Verfilmung des Stoffes im Kino. Mehr als ordentlich besetzt zog der Film natürlich meine Aufmerksamkeit auf sich und ich wollte wissen was von der Vorlage übriggeblieben ist. Nach dem Klick lest ihr was anders ist im Vergleich zum Comic und ob ihr euch den Film trotzdem anschauen könnt.

Inhalt:
Frank Moses ist ein CIA-Killer in Rente, der nicht so recht weiß was er mit seiner neuen Freizeit anfangen soll. Mit seiner Rentenbetreuerin Sarah hat sich sowas wie eine Freundschaft entwickelt, was zu den wenigen Kontakten zählt die er unterhält. Zum Glück ist Frank keineswegs eingerostet, denn als ein Killerteam nachts in sein Haus eindringt ist er alles andere als hilflos und erledigt ratzfatz den ganzen Trupp. Schnell fällt er in seine alten Gewohntheiten zurück und schnappt sich Sarah in ihrer Wohnung, um sie vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren. Mehr Geisel als freiwillige Begleiterin begeben sich Beide auf die Suche nach Antworten. Mit Hilfe seiner alten Kontakten zu ebenfalls bereits pensionierten Agenten ergibt sich langsam ein Bild für Frank. Moses und einige andere Personen sind auf einer Abschussliste der CIA gelandet, da sie alle etwas mitbekommen haben was besser vertuscht bleibt. Doch stellt sich für Moses und seine alten Freunde (und Feinde) immer noch die Frage, warum ausgerechnet sie jetzt erledigt werden sollen. Gewohnt zielstrebig und kreativ in der Auswahl der Mittel, macht sich die Rentnerband auf nach Langley, um der CIA einen Besuch abzustatten.

Fazit:
Nachdem ich im Vorfeld mir das Comic zu Gemüte geführt hatte, war ich gespannt was der deutsche Regisseur Robert Schwentke (Flightplan; Tattoo) aus dem doch sehr kurzem Comic machen würde. Während Warren Ellis selber bereits im Vorfeld ankündigte, dass der Film sich nur begrenzt an die Vorlage hält aber ihm trotzdem zusage, war ich vor allem durch den sehr tollen Cast gespannt. Bruce Willis, Morgan Freeman, Helen *frakkin* Mirren, Brian Cox, John Malkovich und Karl Urban bilden quasi das Gegenstück zu Sylvester Stallones “The Expendables” und repräsentieren eher die “stylin’ and profilin” Variante des Teammovies, welches dieses Jahr ein echtes Highlight erlebt. Zwischen “The Losers”, “The A-Team“, “The Expendables” und nun “Red” (aufgefallen, kein “the” im Titel) war eigentlich auch alles vorhanden was man an Varianten zu diesem Thema haben kann.
Bedingt durch den Cast – doch eher etwas gesetzt als martialisch wie Lundgren und Co – und die doch sehr dünne Vorlage, läuft der Film um einiges anders ab als man es nach der Comiclektüre erwarten würde. Die Ernsthaftigkeit der Vorlage und deren sehr direkte Gewalt wurden gegen mehr Humor und kreative Popcornaction eingetauscht. Aus der One Man Army Frank Moses, dem nach Ruhe suchenden Ex-Killer, wurde ein bunter Haufen aus verschiedenen Ex-Agenten. Klar, für einen Kinofilm braucht man etwas mehr Handlung als die Vorlage hergibt, doch sind Comic und Film in diesem Fall doch schon zwei sehr unterschiedliche Dinge.
Mir gefiel im Comic die bittere Ernsthaftigkeit von Moses welche immer mehr zu einer bitterbösen Gewaltorgie wurde die ihn zu seinen alten Wurzeln zurückführt. Der Film lebt zum großen Teil von seinen Schauspielern, hier sind natürlich die alten Herren und die Dame hervorzuheben, aber bietet auch einige gute Actionszenen die jedoch eher rar sind. Gelegentlich gibt es Stellen an denen das bittere Moment des Comics durchscheint, etwa wenn Brian Cox als KGB-Agent Ivan Simanov über die alte Zeit sinniert oder mit Moses über die Macht der Liebe spricht. Ich hätte mir gerne mehr dieser Momente gewünscht, denn diese Szenen sind besonders gut gelungen.
Der Rest des Films plätschert eigentlich mehr so daher und ich hatte leider nie den Eindruck, dass wirklich Fahrt in die ganze Sache kommt. Mir fehlte oft eine gewisse Nähe der Kamera zum Geschehen, welche mehr Intensität aufkommen lässt. Schwentke lässt Florian Ballhaus (jopp, Sohn von dem Ballhaus) meistens sehr distanziert das Geschehen Filmen, was zwar dem humorvollen Part entgegenkommt aber dem Agentenfilm Genre in meinen Augen zuwiderläuft. Wäre der Film nicht so gut besetzt – Helen *frakkin* Mirren mit einem Snipergewehr und Schneetarn! – würde man diesem Film wohl deutlich weniger Beachtung schenken als er nun bekommt.
Somit ist aus “Red” am Ende ein kurzweiliger, sehr gut besetzter Popcornfilm für den nächsten Filmabend mit Freunden geworden, der keinem weh tut aber mich leider nicht komplett überzeugen konnte.

Laufzeit: 111 Minuten

Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Cast:
Bruce Willis (Frank Moses)
Mary-Louise Parker (Sarah Roses)
Morgan Freeman (Joe Matheson)
Helen Mirren (Victoria)
John Malkovich (Marvin Boggs)
Karl Urban (William Cooper)
Julian McMahon (Vice President Robert Stanton)
Ernest Borgnine (Henry, The Records Keeper)
Richard Dreyfuss (Alexander Dunning)
Brian Cox (Ivan Simanov)
James Remar (Gabriel Synger)
Rebecca Pidgeon (Cynthia Wilkes)

Links:
Offizielle Seite

‘Red’ Trailer HD:

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