Pride and Glory – Das Gesetz der Ehre (Film-Review)

PrideandGloryEdward Norton, Colin Farrell und John Voigt brillieren in diesem Polizeidrama über eine Polizeidynastie in New York. Ob der nächste Versuch dem dahinsiechenden Genre Polizeidrama mehr Leben einhauchen kann als es “Street Kings” oder “Helden der Nacht” vergeblich versucht haben, könnt ihr erfahren wenn ihr weiterlest.

Die beiden erwähnten anderen Polizeidramen der letzten beiden Jahre, “Street Kings” und “Helden der Nacht”, haben mir persönlich sehr gefallen, waren aber anscheinend nicht die erhofften Erfolge an den Kinokassen. Deswegen muss man leider von einem Dahinsiechen des Genres sprechen, dass immer wieder herausragende und moralisch fordernde Filme hervorgebracht hat.

Doch zur Handlung. Die Polizei von New York gerät ungewollt ins Blickfeld der Medien als die Festnahme eines Drogendealers in dessen Wohnung zu einem blutigen Massaker gerät, bei dem alle vier Polizisten und die Dealer sterben. Die Untersuchung des Vorfalls führt Ray (Edward Norton) auf die Spur korrupter Polizisten die mit Drogendealern gemeinsame Sache machen. Ray muss nicht nur entscheiden wo seine Loyalität liegt und wie weit er die Ermittlungen gegen die Kollegen fortführt, sondern auch was er unternimmt wenn plötzlich auch seine Familie in den Strudel aus Korruption und Gewalt gerät. Auf einmal stehen nicht nur die Karrieren der Polizisten auf dem Spiel sondern auch die Polizeidynastie seiner Familie.

“Pride and Glory” der als “Das Gesetz der Ehre” in die deutschen Kinos kommt, trumpft wie auch die beiden vorherigen Filme mit einem wirklich gutem Cast auf. So gut wie alle Schauspieler wissen in ihren Rollen zu überzeugen und die gedrückte Stimmung und den schleichenden Verfall zu vermitteln. Erzählerisch und auch stilistisch erinnert mich der Film an Sidney Lumets “Prince of the City” oder “Nacht über Manhattan”. Das hier dargestellte New York ist eine sich im moralischen Verfall befindende Stadt, in der eine Wir-gegen-euch-Haltung unter den Polizisten herrscht, die auch auf deren Familien abfärbt und sie dazu bringt selbst im Anblick des nahendes Endes zusammenzuhalten und so die Frage nach der Loyalität der einzelnen Protagonisten stellt. Leider braucht der Film relativ lange um im Zuschauer Fuß zu fassen. Nur sehr langsam lernt man die Charaktere kennen, wie sie wirklich im Inneren sind und was sie antreibt. Zu oft fokussiert sich der Film auf die Familie und deren inneren Probleme die doch in Wirklichkeit von Außen kommen und auch als solche eher im Fokus sein sollten. Zum Glück tragen ein wirklich guter Colin Farrell und ein etwas trockener Edward Norton den Film bis zum Punkt an dem Konsequenzen gezogen werden müssen und Entscheidungen nicht mehr aufgeschoben werden können. Diesen Punkt erreicht der Film nur sehr spät und schafft es nicht ihm mehr Bedeutung zu geben, was dann zu einem sehr mageren Finale führt. Hier wird man als Zuschauer mit wenig logischem Geschehen abgespeist und muss sich mit oberflächlich dramatischen Entscheidungen abfinden, die kaum im Verlauf der Handlung begründet sind.

Doch es gibt auch gutes über diesen Film zu sagen. So wissen die Schauspieler zu überzeugen und die Darstellung der Stadt und der ihr innewohnende Korruption und Gewalt ist gekonnt in graublaue Bilder eingefangen worden. Mark Ishams Musik unterstützt die Atmosphäre sehr schön ohne je zu viel Raum einzunehmen.

Fazit:
Der Film lässt den Zuschauer etwas zwiegespalten zurück. Zumindest mir ging es am Ende so, als ich mir nicht erklären konnte warum mir der Film nun irgendwie gefallen hatte. Auf der einen Seite hat man die langsame und zum Ende hin sehr unlogische Handlung, der gegenüber eine sehr gute Schauspielerleistung von allen Beteiligten gegenübersteht. Es ist eigenartig, je länger ich den Film einsinken lasse, umso mehr bin ich unklar wie ich ihn bewerten sollte. “Das Gesetz der Ehre” wabert nur von dieser eigenartigen Stimmung aus der Mischung von Korruption und familiären Verpflichtungen, eingefasst in diese graublauen Bilder einer moralisch kaputten Stadt, die mich bewogen haben mir diesen Film anzusehen.
Ich denke der Film ist zu empfehlen, wenn man sich für diese besondere Stimmung interessiert die solch großartigen Filme wie “Prince of the City” oder auch “Serpico” vermittelt haben und man über eine zum Ende hin schwache Geschichte hinwegsehen kann. Es ist nicht so, dass dieses Ende nur schlecht wäre, doch werden die Entwicklung der Charakter und allgemeine Logik etwas arg bei Seite gelassen bzw. strapaziert. Deshalb empfehle den Film mit einiger Vorsicht und rate zum Sparabend im Kino als Termin oder den nächstmöglichen Ausleihtermin in der Videothek.


Laufzeit: 130 Min.

Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Cast:
Edward Norton (Ray Tierney)
Colin Farrell (Jimmy Egan)
Noah Emmerich (Francis Tierney Jr.)
John Voigt (Francis Tierney Sr.)

Links:
Offizielle Seite (engl.)
Offizielle Seite (de.)

Das Gesetz der Ehre – Trailer:

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