Max Payne (Podcast: Film-Review)

MaxPayneWas passiert wenn man eine x-beliebige Rachegeschichte um einen amerikanischen Cop mit einer Prise Film Noir mischt und dazu einen Klacks Sin City gibt? Richtig, man erhält die Computerspielverfilmung Max Payne. Lest weiter, um zu erfahren ob der Film etwas für euch ist.

Regiesseur John Moore, dem wir unter anderem das 2006er Remake von Omen verdanken, hat mit diesem Film sicherlich nicht seine Meisterleistung abgeliefert, aber ein sauberes Stück Popcornkino. Der Film basiert auf dem Computerspiel gleichen Namens aus dem Jahre 2001. Doch leider hat der Film nicht so viel mit seiner Vorlage gemein wie man vielleicht hoffen könnte. Max Payne, ein New Yorker Polizist, muss erleben wie seine Frau und Tochter von Einbrechern ermordet werden. Die Hintergründe für die Tat bleiben ungeklärt und einzig Payne selber arbeitet noch an der Klärung des Falls. Drei Jahre Später, zu Beginn des Films, scheint sein alter Kollege Balder eine Spur gefunden zu haben. Bevor er jedoch Payne etwas mitteilen kann, wird auch er ermordet. Die Hinweise am Tatort führen Max Payne im Laufe des Films zu den Hintermännern am Mord seiner Frau. Bis dahin jedoch, muss er sich durch eine Menge böser Buben ballern und sich vor Walküren retten.

Wie man recht schnell erkennen kann, ist die Story nicht unbekannt und bereits in etlichen Filmen durchgenudelt worden. Doch hey, was erwartet man auch anderes wenn man den Titel liest? Ich für meinen Teil freute mich auf einen netten Actionfilm mit leichten Neo-Noir Einschlägen und meine Erwartungen wurden eigentlich nicht enttäuscht. Mark Wahlberg verkörpert den Racheengel Payne einigermaßen souverän, wenn auch nicht wirklich interessant. Seine Figur bleibt blass und kann sich nur über die Gewalt und den finalen Showdown definieren, schade. Mila Kunis als Mona Sax, die ebenso schießwütige Kumpanin in Paynes Rachefeldzug wirkt einfach nur falsch besetzt. Zu blass bleibt auch ihr Charakter, den man angesichts der Zeit auf der Leinwand und ihrer Relevanz für die Handlung einfach hätte streichen können. Positiv ragt bei den Schauspielern lediglich Beau Bridges hervor. Er spielt BB Hensley, den Sicherheitschef eines großen Pharmaunternehmens und alten Freund von Payne. Bridges spielt wie immer souverän und reisst jede Szene förmlich an sich neben den schwachen anderen Figuren.

Die meisten Pluspunkte sammelt der Film jedoch über seinen Stil und die visuelle Inszenierung. Hier sind Parallelen zu Sin City und Constantine nahezu überall zu sehen. Interessant fand ich vor allem die Darstellung der Walküren, Drogenerscheinungen nach der Einnahme der gleichnamigen Droge, welche eine wichtige Rolle im Film spielt. Diese Engel des Schlachtfeldes aus der nordischen Mythologie wirken wie Engel des Todes an deren Flügeln noch die glühende Asche der Hölle hängt, wirklich sehr beeindruckend. Wer Constantine gesehen hat kann sich vorstellen wie diese Erscheinungen aussehen und wie sehr das einen so inhaltlich dünn gestrickten Film allein durch das visuelle Moment aufwertet.

Generell wird im Film viel auf nordirsche Myhologie Bezug genommen. Die Droge Walküre, der Klub Ragnarök, Lupino der Killer als Bild für den Fenriswolf der das Ende der Welt herbeiführt oder aber AESIR das undurchsichtige Pharmaunternehmen und Geschlecht der Götter wie BB Hensley, den man leicht als Loki enttarnen kann. Dieses „erzählerische Moment“ wird meinem Erachten nach zu sehr strapaziert und bringt der Story doch keinen Tiefgang. Hier wäre mehr Verbindungen zu all diesen „Zitaten“, denn mehr sind diese Referenzen nicht, durchaus gern gesehen und hätte vielen Figuren in der Tiefe gut getan.

Fazit:
So bleibt am Ende für mich nur zu sagen, dass ich den Film empfehlen kann, mit dem Hinweis gutes Popcorn Kino zu sehen mit einigen leichten Einschlägen ins Neo-Noir Ambiente. Der Film wird Fans der Spieleserie sicherlich etwas unbefriedigt lassen, doch trotzdem kann ich dem Film guten Gewissens für einen kühlen Januarnachmittag auf DVD empfehlen.

Laufzeit: 100 Min.

Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Cast:
Mark Wahlberg (Max Payne)
Mila Kunis (Mona Sax)
Beau Bridges (BB Hensley)
Chris O’Donnell (Jason Colvin)
Donal Logue (Det. Alex Balder)
Amaury Nolasco (Jack Lupino)
Olga Kurylenko (Natasha Sax)

Links:
Offizielle Seite (engl.)
Offizielle Seite (de)

Max Payne – Trailer:

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