James Bond – Ein Quantum Trost (Podcast: Film-Review)

EinQuantumTrostMit „Ein Quantum Trost“ erschien vor kurzem der zweite James Bond Film, mit dem neuen Bond, Daniel Craig. Der wahrscheinlich kürzeste Bond aller Zeiten macht vieles richtig und fühlt sich dennoch nicht wie ein „echter“ James Bond an. Lest hier warum das so ist.



Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 3. Folge des Babbel-Net Podcast!

James Bond hat seine geliebte Vesper gerade noch sterben gesehen und sich, auf Rache sinnend, auf die Suche nach dem mysteriösen Mr. White gemacht. Wir erinnern uns an “Casino Royale” zurück und wissen, dass er diesen dann auch mit gezückter MP stellen kann.
Hier setzt dann auch schon der aktuelle Film an. Zuschauer ohne “Casino Royale” Vorwissen werden sich die ersten 20 Minuten leicht verwirrt den Kopf kratzen und fragen, was denn nun eigentlich passiert und warum Bond so außer sich ist. Diese, für einen Bond-Film recht ungewöhnliche Maßnahme, fand ich persönlich sehr angenehm. Endlich kommt einmal Kontinuität in das Universum der geschüttelten Martinis und der silbernen Aston Martins, Danke. Doch zurück zum Inhalt. Nach einer kurzen Befragung von Mr. White durch M und Bond und der Erkenntnis, dass White für eine Organisation arbeitet die ihre Agenten überall sitzen hat, kommt ihm ein Komplize innerhalb des MI6 zur Hilfe.
Die Spur des Verräters führt Bond nun nach Haiti zu einem Dominic Greene, einem Geschäftsmann mit Kontakten zu diversen Staatsoberhäuptern und solchen die es noch werden wollen. Greene arbeitet anscheinend für eine geheime Organisation namens Quantum, wie Bond von der hübschen aber ebenfalls auf Rache sinnenden Camille erfährt.
Zusammen mit ihr nimmt Bond die Verfolgung von Greene auf und entdeckt dessen Plan, riesige, bisher ungenutzte Wasservorkommen sich anzueignen und dann den globalen Wassermangen zu forcieren um riesige Gewinne zu erzielen. Das Finale zwischen Bond, der mittlerweile auf eigene Faust und gegen die Order von M operiert, und Greene findet in Bolivien statt, wo Greene sich die Hilfe des Militärs versichert um die dorten Wasservorkommen zu erschleichen.

Wie bereits am Anfang kurz angedeutet, bricht der Film mit der Tradition, Filme nicht oder nur kaum inhaltlich aufeinander aufbauen zu lassen. Doch nicht nur die ungewohnte Kontinuität innerhalb der Bond-Reihe ist ungewöhnlich, auch der Bösewicht überrascht den Fan der Reihe. Endlich einmal gibt es einen richtig guten Bösewicht, einen den man verabscheut weil er so erfolgreich ist, einen der so modern wirkt und auch so agiert und einen Bösewicht der glaubwürdig ist. Lange musste man auf einen Gegner für Bond warten der glaubwürdig ist, der wirkliche Macht besitzt und dennoch keine Karikatur ist.
Ein weiterer Pluspunkt für diesen Film und eine weitere „Neuerung“ ist das übliche Bond-Girl. Olga Kurylenko spielt Camille, ein quasi weibliches Gegenstück zum aktuellen Bond, der so von Rache getrieben ist, dass kaum Platz für Romantik bleibt. Man mag ihr die Rolle des russisch-bolivianischen Racheengels nicht ganz abnehmen, doch ist das Konzept ihres Charakters mehr als erfrischend für den Agenten ihrer Majestät. Die fehlende Romantik steht dem Film jedoch gut zu Gesicht und es wäre auch mehr als befremdlich würde Bond den Film über rumflirten, während er auf Rache an den Mördern von Vesper drängt.
Interessant sind auch die Locations an denen Daniel Craig seinen Bond Verbrecher jagen lässt. Von Siena, Italien über Haiti und Österreich (die ZDF EM-Bühne und Tosca Bühne) bis nach Bolivien erstreckt sich Bonds Aktionsradius diesmal. Glaubwürde Schauplätze allesamt und dennoch wunderbar anzuschauen dank guter Kameraarbeit.

Fazit:
Insgesamt ein erfrischend anderer Bond, der noch einen Schritt weiter geht als “Casino Royale” es bereits ging. Ich für meinen Teil war mehr als angetan vom neuen Konzept, aber auch etwas enttäuscht ob der Kürze des Films und des wirklich uninspirierten Themes von Alicia Keys und Jack White. Jeder Bond-Fan sollte ihn sich ansehen, allen Anderen sei geraten sich “Casino Royale” vorher anzuschauen.


Laufzeit: 106 Min.

Freigabe: Freigegeben ab 12 Jahren

Cast:
Daniel Craig (James Bond)
Olga Kurylenko (Camille)
Mathieu Amalric (Dominic Greene)
Judi Dench (M)
Jeffrey Wright (Felix Leiter)
Giancarlo Giannini (Mathis)

Links:
Offizielle Seite

Trailer:

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