J.C.V.D. (Film-Review)

jcvd2“Bloodsport”, “Karate Tiger 3″, “Universal Soldiers”, “Timecop”, “Streetfighter” … Die Liste der richtig schlechten Filme in denen Jean-Claude van Damme mitgewirkt hat, ist ellenlang und könnte ich hier noch um einiges weiterführen. Mache ich aber nicht, denn mit “J.C.V.D.” habe ich nämlich einen richtig guten Film mit The Muscles from Brussels gesehen. Doch lest weiter um mehr zu erfahren.

Jean-Claude van Damme kämpft um das Sorgerecht für seine Tochter vor Gericht gegen seine Ex-Frau. Schnell wird dem Zuschauer klar, der einstige Actionfilmstar hat, außer dem Ruhm und seinem Namen, nicht viel vorzuweisen. Sein Geld hat er aufgebraucht für seinen Drogenkonsum und sein Manager kann ihm nur miese Rollen in ganz billigen C-Movies verschaffen. Am vermeintlichen Boden angekommen, reist er nach Belgien um seine Eltern zu besuchen und einen Neuanfang zu wagen. Auf dem Weg nach Hause, lässt er sein Taxi kurz anhalten um in einer Postfiliale Geld an seinen Anwalt zu überweisen, der eben vor Gericht den Sorgerechtsstreit verloren hat.

Aus den geplanten fünf Minuten in der Post wird jedoch nichts, da die Filiale gerade von drei Männern überfallen wird, die nun auch ihn als Geisel nehmen. Durch die Verkettung einiger unglücklicher Zufälle, meint die Polizei draußen, van Damme sei derjenige, der die Post überfallen würde. Ärger scheint vorprogrammiert.

Fazit:
Mit “J.C.V.D.” hat van Damme seinen, in meinen Augen, ersten richtig guten Film geschaffen. Zusammen mit dem jungen französischen Regisseur Mabrouk El Mechri erzählt der Film eine leicht dramatisierte Version von van Dammes Karrierestand in den letzten Jahren. Der einstige Karate-Champion zeigt hier eine unglaublich gute Leistung und man meint erkennen zu können, dass in einigen Szenen echtes Herzblut drinsteckt. Die Geschichte ist relativ nahe an der realen Lebensgeschichte von van Damme gehalten und auch die dunkleren Kapitel seines Lebens (Drogenkonsum, etliche Ehen, sein Kind schämt sich für ihn) werden offen angesprochen. Sehr beeindruckt hat mich vor allem eine etwa sechsminütige Szene, in der van Damme mit dem Zuschauer/ mit Gott offen über sein Leben und seine Fehltritte redet und um eine weitere Chance bittet. Selten war ein Actionfilmstar so nah an gutem Schauspiel, wie van Damme in dieser Szene, die sicherlich auch viel echte Wehmut seinerseits beinhaltete.
Filmisch hat auch Mabrouk El Mechri einen sehr guten Job gemacht und lässt die Geschichte in kleinen, nonlinearen Versatzstücken ablaufen und wechselt mehrmals die Erzählperspektive. Toll fand ich auch die Eröffnungssequenz des Films, die eine einzige große Actionszene am Set eines von van Dammes C-Movies entspricht, sehr toll gemacht.

Nach Mickey Rourke, hat mit van Damme ein zweiter Schauspielstar der 80er bzw. 90er nun eine filmische Wiedergeburt erlebt, indem er sich mit all seinen Schwächen und Fehlern quasi auf der Leinwand entblößt. Van Damme Fans, und hier sind nicht die Actionfans gemeint, werden an diesem Film sicher viel Freude haben, aber auch Zuschauer ohne langjährige van Damme-Erfahrung.


Laufzeit: 96 Min.

Freigabe: Freigegeben ab 16 Jahren

Cast:
Jean-Claude Van Damme (J.C.V.D.)
François Damiens  (Bruges)
Zinedine Soualem  (L’homme au bonnet)
Karim Belkhadra  (Le vigile)
Jean-François Wolff  (Le trentenaire)
Anne Paulicevich  (La guichetière)
Liliane Becker  (Mère JCVD)

Links:
Offizielle Seite

Trailer:

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Ein Kommentar zu “J.C.V.D. (Film-Review)”

  1. Ratzfatz sagt:

    Bin jetzt durch die “zufällige Artikel” Funktion auf den Beitrag gestoßen. Ich hab den Film nicht gesehen, wollte ihn aber damals aber ansehen und wurde durch deine Review jetzt noch in meinem Wunsch bestärkt.

    Irgendwie scheint dieser Comeback-Film trotz guter Kritiken aber – im Gegensatz zum erwähnten Mickey Rourke – keine nennenswerte Auswirkung auf JVCs Karriere gehabt zu haben.
    Weiß nicht ob er grade irgendwas in der Mache hat, aber bis auf einen Universal Soldier Aufguß kam danach ja nix mehr…