Game Of Thrones (Podcast: Serien-Review)

Mit “Game Of Thrones” einer Serie basierend auf der Romanreihe “A Song Of Ice And Fire” von George R. R. Martin, betritt der US-Sender HBO erstmals das Feld der Fantasy. Wie gut der Wechsel von “Sopranos” über “True Blood” hin zu Rittern aus Westeros gelungen ist, erfahrt ihr nach dem Klick.



Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 60. Folge des Babbel-Net Podcast!

Über 15 Millionen verkaufte Bücher weltweit machen George R. R. Martins Buchreihe um den Eisernen Thron von Westeros zu einem echten Hit im Fantasy Bereich. Fans der Bücher werden zwar die lange Wartezeit zwischen dem Erscheinen der bisher fünf Romanae – der erste erschien 1996 und Band fünf erst diesen Monat – als ausgeprochen schlimm empfinden, doch TV-Produzenten sehen darin eine Chance. HBO, der US-Sender der so bekannte Serien wie die “Sopranos”, “Six Feet Under”, “Deadwood” oder zuletzt auch etwas fantastischer “True Blood“, sehr erfolgreich produziert wagt sich mit “Game Of Thrones” nun ganz in den Fantasy Sektor vor. Wobei es sich bei “Game Of Thrones” nicht um EDO High-Fantasy handelt, sondern eine fantastischere Version des Mittelalters.

Die Handlung spielt auf dem Kontinent Westeros, dessen sieben Königreiche von König Robert Baratheon auf dem Eisernen Thron beherrscht werden. Etliche Adelsfamilien streiten jedoch in den sieben Königreichen um Macht, Ruhm, Ehre und den Eisernen Thron, darunter die Starks. Eddard Stark als Kopf des Hauses Stark, aus dem kalten Norden Westeros, ist ein enger und treuer Freund des Königs und wird im Laufe der 10 Folgen der ersten Staffel von ihm als Berater in die Hauptstadt im Süden berufen. Widerwillig folgt Stark der Bitte seines Freundes und Königs, kommt sie doch zu einer unpassenden Zeit.

Beim Besuch des Königs und seiner Familie auf Schloss Winterfell – dem Sitz von Haus Stark – kommt es zu einem folgenreichen Ereignis. Bran, einer der jüngsten Söhne von Eddard und Catelyn Stark, sieht bei einer seiner Klettertouren auf der Burg, die Königin Cersei Lannister und ihren Bruder Jaime Lannister in einem sehr intimen Moment – den es so nicht geben sollte – und wird dafür von Jaime von der Burgmauer gestoßen. Zwar überlebt der junge Stark, doch kann er sich nicht mehr erinnern was passiert ist. Seine Mutter vermutet die Lannisters hinter der Angelegenheit – sie konnte diese intrigante Familie noch nie leiden – und sieht sich nach einem Attentat auf den im Koma liegenden Bran bestätigt.

Eddard Stark lässt seine Frau und seine Söhne auf Winterfell zurück und begibt sich mit seinen beiden Töchtern Sansa und Arya in die politische Schlangengrube der Hauptstadt, um dort für seinen Freund und König die Rechte Hand zu sein.

Einmal quer über das Meer, in einem Land beherrscht von wilden Reiterkriegern, leben Viserys und Daenerys Tagaryen im Exil. Ihr Vater war der berühmte Irre König, Vorgänger von Robert Baratheon, welcher erst durch eine große Allianz etlicher adeliger Familien unter der Führung Roberts gewaltsam vom Thron getrennt werden konnte. Viserys strebt danach den Thron seines Vaters wieder zu besteigen und nutzt seine Schwester dafür um sich mit dem mächtigen Reiterfürsten Khal Drogo zu verbünden.

Intrigen werden gesponnen, Blut vergossen und die Wege etlicher Figuren kreuzen sich in der leider viel zu kurzen ersten Staffel.

Die Serie behandelt genauso wie die Bücher eine Welt voller Charaktere mit sehr unterschiedlichen und dabei oft gegensätzlichen Zielen. Vor dem Hintergrund der leicht fantastischen Welt von Westeros – es gibt wohl Magie, es gab einmal Drachen und im Norden abseits einer gigantischen Eismauer lauern unbekannte Schrecken – mit ihren ungewöhnliche Jahreszeiten – jahrelange Winter bzw. Sommer in unregelmäßigen Wechseln – entfaltet sich ein wunderbares Kaleidoskop interessanter Figuren die immer mehr Handlungsstränge ins Rollen bringen und sich dabei immer mehr kreuzen und verknüpfen.

In der Romanvorlage sind gerade die Anhänge eine willkommene Hilfe um den Überblick über die mittlerweile hunderten handelnde Figuren nicht zu verlieren. In der Serie hingegen ist es durch die visuelle Komponente  und die noch recht übersichtlichen Handlungsstränge in der ersten Staffel noch nicht so verwoben.Vorteilhaft für die Serie, gerade bei einem so großen Figurenpool, ist ihr außergewöhlich gutes Casting. Jede wichtige Rolle ist mit namhaften Schauspielern besetzt und die jüngeren Figuren, oder jene am Rand des Handlungsspektrums sind mit sehr talentierten Leuten besetzt. Diese Besetzung von selbst kleinen Rollen mit bekannten und guten Schauspielern unterstützt die Atmosphäre von Intrige und schnell wechselnden Allianzen gut, da man sich nie sicher sein kann wer überleben wird oder doch schnell stirbt und selbst große Namen nicht vor dem Tod sicher sind.

Mir hat die Serie in ihrer ersten Staffel sehr gut gefallen, wenn ich auch erst bei Folge drei vollkommen überzeugt war vom Konzept und den Besetzungen. Es braucht einen Moment bis man sich an das Setting und die Ziele der Figuren gewöhnt. Anders als in vielen “normalen” Serien steht nicht der Plot im Vordergrund sondern die Figuren. Natürlich entsteht die Handlung durch die Figuren, aber gerade hier hat man viel eher das Gefühl die Personen zu begleiten und sehen wie sie sich in bestimmten Situationen – die mehr und mehr in die Situationen der anderen Figuren ineinandergreifen – verhalten, anstatt Figuren beim Lösen eines Plotziels zuzuschauen. Die einzelnen Antriebe der Figuren sind in “Game Of Thrones” viel stärker Auslöser von Handlungen als in Serien deren Protagonisten eher Statisten in einer Geschichte sind.

Cast:
Lena Headey (Cersei Lannister)
Jack Gleeson (Joffrey Baratheon)
Sean Bean (Eddard Stark)
Michelle Fairley (Catelyn Stark)
Emilia Clarke (Daenerys Targaryen)
Iain Glen (Ser Jorah Mormont)
Sophie Turner (Sansa Stark)
Maisie Williams (Arya Stark)
Alfie Allen (Theon Greyjoy)
Peter Dinklage (Tyrion Lannister)
Jason Momoa (Khal Drogo)
Nikolaj Coster-Waldau (Jaime Lannister)
Mark Addy (Robert Baratheon)

Links:
Offizielle Seite
George R. R. Martin’s Official Website

Game Of Thrones – Trailer:

!Vorsicht Spoiler!
Game Of Thrones – Rückblick der ersten Staffel:
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