Wer wie wir in den 80ern vor dem Fernseher kultiviert wurde, wird wohl nie die Titelmelodie der “A-Team” Serie vergessen. Neben “Knight Rider”, war das “A-Team” wahrscheinlich die wichtigste Institution in der junge Menschen dieser Zeit Werte wie Ehrlichkeit, Treue und den geschickten Einsatz von Traktoren und Klebeband erlernt haben. Wie alles im Leben kehren auch die Kindheitserinnerungen von Zeit zu Zeit wieder. Ob es sich beim “A-Team” Film lohnt, oder die verklärten Erinnerungen an Hannibal und B.A. mit Füßen getreten werden, erfahrt ihr nach dem Klick.
Inhalt:
Nachdem man in den ersten zehn Minuten erfährt, welche zufälligen Umstände die vier Army Ranger zusammenbringen um später das “A-Team” zu bilden, beginnt der Film so richtig erst im Irak. Dort ist die Alpha Einheit – daher “A-Team” – bestehend aus Hannibal Smith, Lt. Peck, B.A. und Captain H.M. Murdock bekannt für ihren Wagemut und ihre aberwitzigen Stunts. Aus diesem Grund spricht CIA Agent Lynch auch Hannibal Smith an und unterbreitet ihm eine besonders wichtige und verdeckte Mission. Anhänger des alten Regimes sind im Besitz amerikanischer Dollar-Druckplatten und wollen diese aus Bagdad rausbringen. Smith und sein Team sollen trotz eines bestehenden Verbots, sich nach Bagdad zu begeben, die Druckplatten organisieren. Mit viel kreativer Energie, etwas roher Gewalt und etlichen Airbags gelingt es dem Team dann auch den bewaffneten Konvoi quasi zu stehlen und die Druckplatten sicher im Camp abzusetzen. Dort erwartet sie aber eine Überraschung. Nicht nur explodiert der Wagen von Lagerkommandant und gutem Freund Hannibals, General Russel Morrison, vor ihren Augen, auch der Anhänger mit den Druckplatten geht in die Luft. Von Soldaten umstellt, können sie jedoch noch erkennen wie Pike, Anführer der Söldner von Blackforest, mit den Druckplatten verschwinden kann.
Das Team wird des Verrats beschuldigt, seiner Ränge beraubt und in verschiedene Gefängnisse gesteckt.
Es dauert einige Zeit bis sich CIA Wurm Lynch mit Hannibal im Gefängnis trifft und einen Plan ersinnt die Platten, welche noch im Besitz von Pike sind, zu beschaffen. Mit etwas Hilfe von Lynch kann Smith entkommen und befreit auch den Rest der Gruppe. Wieder vereint, planen die vier ihre Mission die Druckplatten zu organisieren und ihre Namen wieder reinzuwaschen. Die Spur Pikes führt sie nach Frankfurt wo es zu einem ersten Showdown kommt, an dessen Ende einige Erkenntnisse auf das Team warten.
Fazit:
Einen Film über eine Serie wie das “A-Team” zu machen ist immer eine gewagte Sache. Einerseits muss man vorher schon wissen, ob die Vorlage überhaupt noch bekannt ist und wenn ja, wer sie denn noch kennt. Im Falle des Teams um Hannibal, hatte sich dieses einen guten Platz im Herzen etlicher Actionfilmgeeks gesichert und ist wohl auch noch sehr präsent bei vielen Menschen die sich nun in ihren 30ern befinden. Das größte Problem, wenn man ein Remake eines halbwegs erfolgreichen Produktes angeht, sind die Erwartungen der “Fans”. Mit einer Haltung wie “This better be good”, sind sie der Schrecken aller Produzenten. Zurecht wie ich finde, denn viel zu oft wurden gute Filme oder Serien ausgekramt und lauwarm “erneuert”. Generell finde ich die Idee einer Erneuerung eines Produktes für eine neue Generation, mit leicht veränderten Einzelheiten und vielleicht auch der ein oder anderen Umbesetzung der Rollen, nicht schlecht. Hier gilt es jedoch immer im Auge zu behalten, was denn das Original im Kern ausgezeichnet hat. Ob man dann aus einem Mann im Remake eine Frau macht (“Battlestar Galactica”), Propmonster durch CGI ersetzt (“Clash Of The Titans“) oder einfach die Location von Hong Kong nach Boston verlegt (“The Departed”) ist in Fan Augen nicht mehr wichtig, so lange man die Idee und die Seele des Originals nicht verändert.
Meinem Empfinden nach hat Joe Carnahan mit seinem Remake der “A-Team” Serie in Filmform so gut wie alles richtig gemacht, was man bei so einem Projekt richtig machen kann. Die Serie zeichnete sich damals durch ihren lockeren Umgang mit Gewalt als Lösung für Probleme aus, obwohl kurioserweise nie jemand dabei starb – zumindest nicht im Bild. Auf Grund der Zusammenstellung des Teams herrschte ein Form von humorvollem Chauvinismus, der natürlich leider sehr zeitgemäß war, was damalige TV-Produktionen anging. Ansonsten zeichnete sich die Serie durch die vier unterschiedlichen Charaktere im Team aus, deren Idee von Robin Hood Gerechtigkeit und ihrem kreativen Einsatz aller (un)möglichen Dinge zum Bau von Waffen. Viel mehr steckt im Original nunmal nicht drin.
Das Remake greift zum Glück nicht zu sehr den latenten Chauvinismus eines Faceman auf und ist auch in der Darstellung der Gewalt etwas realistischer. So sterben im Film zum Glück auch Menschen im Bild an den Folgen von Gewalt. Die Besetzung der vier wichtigen Rollen hat mir bis auf die von Quinton Jackson als B.A. gut gefallen. Jackson wirk in einigen Szenen einfach mehr wie ein Laiendarsteller, was halt daran liegt dass er normalerweise ordentlich Ärsche tritt im Octagon und nicht schauspielert. Liam Neeson ist mir optisch auch etwas zu nah an George Peppards Aussehen als Hannibal angelegt. Das wirkte in den ersten Szenen zu gewollt, störte mich im Verlauf dann aber weniger. Sharlto Copley als Murdock ist eigentlich wie in “District 9” schon die Entdeckung auf der Leinwand. Die Rolle des leicht irren, lustigen, kreativen, aber immer auch ehrlichen Piloten passt hier einfach wie die Faust aufs Auge.
Das ständige CIA Gebashe im Film gefiel mir äußerst gut und mit dem schmierigen Schreibtischtäter Lynch und seinem Mann fürs Grobe Pike gibt es auch zwei gute Gegenspieler für das Team. Insgesamt bietet der Film eine runde Packung für einen netten Herrenfilmabend, die spontane Popcornorgie oder den günstigen Kinotag unter der Woche. Wer also schon lange auf einen echten Actionfilm für den Sommer gewartet hat, wird mit “Das A-Team – Der Film” sicherlich fündig geworden sein.
Laufzeit: 117 Minuten
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Cast:
Liam Neeson (Colonel Hannibal Smith)
Bradley Cooper (Lt. ‘Faceman’ Peck)
Quinton ‘Rampage’ Jackson (B.A. Baracus)
Sharlto Copley (Captain H.M. Murdock)
Jessica Biel (Charissa Sosa)
Patrick Wilson (Lynch)
Gerald McRaney (Gen. Russell Morrison)
Henry Czerny (Director McCready)
Brian Bloom (Pike)
Links:
Offizielle Seite
Das A-Team – Der Film – Trailer (Deutsch):
The A-Team – Extended Trailer (Englisch):
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