Die Crew des Kampfsterns Galactica hat bereits vor einem Jahr ihr Reiseziel erreicht, doch Ronald D. Moore hat noch viele Geschichten um Zylonen, Menschen und die Götter von Kobol zu erzählen. Mit “Caprica” schlägt er ein Kapitel im Battlestar-Universum auf, welches zeitlich jedoch vor der besagten Geschichte um den alternden Kampfstern spielt. Wer schon die dramatischen Geschichten der letzten Überlebenden der 12 Kolonien mochte, sollte schnell weiterklicken und erfahren warum “Caprica” auch für ihn interessant ist.
Story:
Es herrscht Frieden unter den 12 Kolonien. 58 Jahre vor den Geschehnissen aus “Battlestar Galactica” sind die Zylonen noch nicht mal ein Gedanke und die Kolonien streben einem neuen Hoch an Wohlstand und Bildung entgegen.
Die Geschichte der Serie beginnt mit einem echtem Big Bang, als religiöse Fanatiker einer monotheistischen Sekte einen vollbesetzten Schwebezug in Caprica City, der Hauptstadt der namensgebenden Kolonie Caprica, in die Luft jagen. Unter den Opfern befinden sich auch Zoe Graystone, die Tochter des reichen Forschers Daniel Graystone, sowie Frau und Tochter des Anwalts Joseph Adama. Fans von BSG werden erkannt haben, dass es sich bei Joseph Adama um den Vater von William Adama – seines Zeichens Admiral des Kampfsterns Galactica – handelt. Daniel Graystone findet nach dem Tod seiner Tochter jedoch heraus, dass sie eine virtuelle Kopie von sich selber erstellt hat und diese im Holoband – einem Mischung aus Matrix und Internet – frei und selbständig herumläuft. Besessen davon seine Tochter “zu erhalten” speichert er das virtuelle Abbild seiner Tochter auf seinem Computer ab. Die beiden Väter – Graystone und Adama – treffen sich nach einer Gedenkzeremonie und freunden sich langsam an. Es stellt sich heraus, dass Adama Kontakte zu einer Verbrecherorganisation hat, welche Graystone nun nutzen möchte um an besonderes Stück Hardware seiner Konkurrenz zu gelangen und damit Zoe in seinen Kampfroboterprototypen einzubinden. Als Gegenleistung erschafft Daniel Graystone für Joseph ein virtuelles Abbild seiner getöteten Tochter, so wie es Zoe getan hat. Von nun an kreuzen sich die Wege der beiden Familien, doch als es nach einer Vorführung für seine Auftraggeber zu einem Fehler im “Cylon” kommt, so nennt Graystone seinen Roboter, glaubt er seine Tochter nun ganz verloren zu haben.
Fazit:
Meine kurze Zusammenfassung der Anfänge der Serie kann leider nicht tief genug auf die einzelnen Handlungsstränge eingehen ohne Gefahr zu laufen, zu viel zu verraten und die anfängliche Freude und Konfusion zu verderben. Die Themen der Serie erstrecken sich jedoch weit vielfältiger als es hier auf den ersten Blick erscheint. So ist Rasse ein wichtiges Thema, welches durch die Tauron-Herkunft der Adamas immer wieder angesprochen wird. Joseph Adama erkennt im Laufe der Serie, dass er seine Herkunft und die Traditionen die damit einhergehen nutzen muss um mit seiner Situation fertig zu werden. Daniel Graystones Thema ist die freie Wahl und die moralischen Konsequenzen aus freiem Handeln. Bereits in der tollen “Battlestar Galactica” Serie war Religion bzw. Glaube eine wichtige Komponente in den Geschichten. So sind die 12 Kolonien hauptsächlich polytheistisch und beten zu Göttern, die starke Ähnlichkeiten mit römischen und griechischen Göttern haben. Die religiöse Fanatiker der “STO” – Soldiers of The One – sind jedoch strickt monotheistisch und verfolgen ihre Ziele mit absoluter Disziplin und allen Mitteln. Fanatismus, gerade religiöser Fanatismus, ist somit ebenfalls ein sehr zentrales Thema der Serie.
Anders als ihr weltraumlastiger Vorgänger ist Caprica jedoch viel mehr eine Kreuzung aus Science-Fiction und Familiendrama als es BSG je war. Kritiker und Autoren haben Caprica liebevoll als Dalls im Weltraum bezeichnet. Das ist natürlich etwas ungenau, da Caprica halt nicht im Weltraum spielt, doch stimmt die Tendenz zumindest.
Mir hat die Serie nach anfänglichem Zögern gerade wegen ihrer ungewöhnlichen Ausrichtung und der Zentrierung auf die Familie und die sehr menschlichen Probleme im Kontext eines Sci-Fi Settings zugesagt. Caprica ist für mich eine sehr geerdete Variante von BSG mit mehr künstlerisch-esoterischem Flair, ohne diese ständige Angst und Dunkelheit die “Battlestar Galactica” ausgezeichnet hat.
Ebenfalls sehr positiv hervorzuheben ist der Soundtrack, den wie auch schon bei BSG Bear McGreary komponiert hat. Somit schlägt die Serie auch musikalisch wunderbar die Brücke zu ihrem Vorgänger.
Cast:
Alessandra Torresani (Zoe Graystone)
Eric Stoltz (Daniel Graystone)
Magda Apanowicz (Lacy Rand)
Esai Morales (Joseph Adama)
Panou (Olaf Willow)
Paula Malcomson (Amanda Graystone)
Sasha Roiz (Sam Adama)
Links:
Offizielle Seite
Caprica – Trailer:

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