Californication (Podcast: Serien-Review)

Californication“I won’t go down in history, but I will go down on your sister.”

So oder ähnlich, ist das Lebensmotto von David Duchovny im neuen Serienhit aus den Staaten. Lange hat es gedauert, bis Duchovny wieder ein richtig gutes Projekt am Start hatte, doch nun geht’s los!

“I love women. I have all their albums.”

David Duchovny spielt Hank Moody, einen Schriftsteller, der nach dem kommerziellen Erfolg seiner Bücher und der Trennung von Frau und Kind, in eine Sinnkrise gerät. Sein letztes Werk wird von Hollywood gerade in eine belanglose Romanze verwandelt und dem wahren (autobiografischen?) Hintergrund entrückt. Mehr oder minder schwer getroffen von dieser Tatsache und der Erkenntnis, dass man das Loch in seinem Herzen nicht mit Alkohol, anderweitigen Drogen oder noch so viel Muschis stopfen kann, besinnt er sich auf seine Familie zurück.
Problem: Karen, seine Ex, steht kurz vor der Hochzeit mit Hanks neuem Boss Bill. Dieser ist Chef des „Hell-A Magazine“, für das Hanks Agent Charlie ihn als Blogschreiber engagiert hat. Nun setzt Hank alles daran, seine Familie wieder zurück zu gewinnen, doch das ist leichter geplant als getan. Erschwerend kommt noch hinzu, dass er mit Bills 16-jähriger Tochter Mia Sex hatte.

In zwölf recht kurzen – etwa nur eine halbe Stunde – Folgen kann man einen exzellent aufspielenden David Duchovny dabei begleiten, wie er einen Hank Moody spielt, der mit Mitte 40 sein Leben neu ordnen will. Sind die ersten beiden Folgen noch recht gemächlich und setzen den Ton fürs Weitere, geht es im Verlauf der Serie immer mehr daher. Hanks Ausflüge ins „Meer nutzloser Muschis“ oder sein nicht unerheblicher Konsum alkoholischer Getränke, führen unweigerlich zu tiefen Einblicken in die Seele dieser Figur. Anders als man es von amerikanischen Serien allgemein gewohnt ist, wird dieser destruktive Teil von Duchovnys Figur mit einem guten Gespür für Timing und Realismus umgesetzt. Nie ist Hanks „Sinnlosigkeit“ nur Mittel der Inszenierung, sie wird mit Witz aber auch mit bitterem Zynismus dargestellt. Generell bietet die Serie all ihren Charakteren Momente wirklicher, aufrichtiger Verletzlichkeit und Offenheit. In L.A. / Hollywood dem Ort der Handlung, stellt diese Inszenierung quasi einen Gegenpol zu all der Oberflächlichkeit dort dar.
Neben Duchovny stechen vor allem Natascha McElhone als Karen und die mir vollkommen unbekannte Madeleine Martin als Hanks Tochter Becca aus dem Cast heraus. Mit Duchovny zusammen stellen die beiden Damen eine unglaublich gute und glaubwürdige Partie auf die Beine, dass es einem bei manchen Dialogen fast umhaut.

Dennis hat es im Podcast ganz gut getroffen, als er sagte, dass Californication Sex in the City für Männer sei. Denn ein Großteil der Handlung dreht sich nun mal um Frauen, Sex und Musik. Doch mit fortschreitender Handlung dringt die Serie auch in ernstere Themen vor und präsentiert einem Charaktere mit denen man mitfühlen kann und hofft. Aus all diesen Gründen und weil David Duchovny einfach cool ist, kann ich die Serie wirklich nur empfehlen.

Anmerkung: Ab Montag, dem 29. September läuft die Serie im Doppelpack mit Dexter auf RTL2 im deutschen Fernsehen. Leider bin ich nicht sicher ob die Serie hierzulande nicht geschnitten wird, deswegen schnell mal bei eurem Händler eures Vertrauens nach einem DVD-Import fragen und in voller Länge genießen.

Cast:
David Duchovny (Hank Moody)
Natascha McElhone (Karen)
Madeleine Martin (Becca Moody)
Madeline Zima (Mia Lewis)
Evan Handler (Charlie Runkle)
Damian Young (Bill Lewis)

Link zur offiziellen Seite:
Deutsch / Englsich

Californication – Season 1 Trailer:

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