Black Death (Podcast: Film-Review)

Horrorfilmer Christopher Smith nutzte die Gunst der Stunde und drehte mit „Black Death“ eine bunte Genremischung passend zur aktuell aufkommenden historisch angehauchter Soldatengeschichten. Ob Sean Beans Mitarbeit reicht um den Film aus seiner B-Movie Vorhölle zu erlösen, oder Smiths Machwerk so schnell nicht mehr das Licht eines Kinoprojektor erblicken wird, erfahrt ihr wie immer nach dem Klick.


Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 44. Folge des Babbel-Net Podcast!

Inhalt:
1348 im Namen des Herrn, die Pest greift um sich und die Bewohner ganz Europas sind in Angst und Schrecken. Der Schwarze Tod macht vor niemandem halt und so verwundert es nicht, dass die Kirche in ihrer Unfähigkeit die Seuche zum Machwerk des Teufels erklärt. Im Zuge der Seuche werden in allen Orten Schuldige für die Plage gesucht und oft in Form von vermeintlichen Hexen gefunden und natürlich grausam hingerichtet. Es ist eine dunkle Zeit für Europa und einzig die Kirche bietet eine gewisse Form von Schutz. Hinter den Mauern eines englischen Klosters lebt der junge Mönch Osmund, welcher seine Geliebte – Averill – zu ihrem Schutz von dort fortschickt um sie vor der Pest zu bewahren. Hin und hergerissen, ob er ihr folgen und seinem Herz nachgeben soll, oder doch im Kloster ausharren und seinen Dienst an Gott leisten soll, betet er um ein Zeichen. Dies erscheint in Form des Ritters Ulric, welcher vom Bischoff beauftragt wurde ein Dorf zu untersuchen, welches angeblich von der Plage verschont ist und deshalb die Aufmerksamkeit der Kirche weckt. Ulric soll für seinen Bischoff herausfinden ob an den Gerüchten um einen Nekromanten im Dorf etwas Wahres dran ist. Für die Reise dorthin brauchen er und seine Söldnertruppe jedoch noch einen der Mönche der ihnen den Weg weisen kann, woraufhin sich Osmund freiwillig meldet. Schnell stellt er jedoch fest, dass der Ritter und seine Söldner auf sehr dünnem moralischen Eis wandern und irgendwo zwischen blutigen Mördern und frommen Christen pendeln. Ihre Reise ist nicht ganz ungefährlich, doch schlussendlich erreichen sie das Dorf hinter einem Moor. Hier scheint die Welt noch heil zu sein, fast zu heil. Die Atmosphäre ist bei ihrer Ankunft unerträglich und von großem gegenseitigem Misstrauen geprägt. Der Auftrag der Söldner und ihre fanatisierte Einstellung, sowie die Präsenz heidnischer Rituale im Dorf führen schnell zu Spannungen die letzten Endes eskalieren und das Geheimnis des Dorfes offenbaren.

Fazit:
Über Umwege habe ich von diesem Film erfahren und war erst ziemlich skeptisch, sah der Trailer doch sehr trashig aus und einzig Sean Bean als Teil der Crew gefiel mir auf Anhieb. Nachdem ich den Film nun doch gesehen habe, bin ich positiv überrascht. Sean Bean ist zwar immer noch die coolste Sau in Kettenhemd, doch gefällt mir der Film auch gerade wegen seiner bunten Mischung verschiedener Genres. Man könnte Regisseur Christopher Smith vorwerfen sich nie ganz entscheiden zu können was es denn nun für ein Film werden soll, doch macht gerade diese etwas irritierende Mischung einen großen Teil der Atmosphäre für mich aus. So wechselt die Stimmung zwischen den Szenen doch manchmal sehr stark und man hängt ähnlich wie die Charaktere in der Luft was denn nun als nächstes passiert. Beginnt das ganze noch wie ein mittelalterliches Roadmovie mit Pesthauch, wechselt es später zwischen Horrorelementen, Mysterflair, Abenteurfilm und Drama. Einzeln mögen die jeweiligen Szenen relativ normal in ihrem Genre wirken, doch in ihrer Kombination ergibt sich ein merkwürdig anfühlendes Machwerk, welches nie so ganz ankommt, dafür mit seinem Schluss doch überzeugt.
Zu den wenigen echten Mankos gehört aber definitiv die Kameraführung. Handkamera in allen Ehren, aber diese Achterbahnfahrten bei Verfolgungen und Kämpfen waren fast zu viel für meinen Magen. Die Ausstattung ist zwar ok, aber nicht wirklich gut. Hier kommt dann auch der B-Movie Flair zum tragen.
Dafür gefiel mir aber die farbliche Gestaltung der Bilder sehr gut. Gerade das gesuchte Dorf mit all seinen möglichen Geheimnissen, wird nach den Gefahren des dunklen Waldes plötzlich sehr hell in Szene gesetzt und bietet einen interessanten Kontrast – nicht nur zum Wald sondern auch zu seiner inhaltlichen Bedeutung.

Alles in allem wurde ich gut unterhalten und bekam wieder Lust eine Runde “Cthulhu” – diesmal natürlich im Mittelalter – zu spielen. Wem diese gewisse Mischung aus leichtem Trash und dunklen, zeitweilig blutigen Mittelalterhorrors zusagt, sollte einen Blick riskieren.

Laufzeit: 102 Minuten

Freigabe: Keine Jugendfreigabe

Cast:
Sean Bean (Ulric)
Eddie Redmayne (Osmund)
Johnny Harris (Mold)
Carice van Houten (Langiva)

Links:
Offizielle Seite

Black Death – Trailer:

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