“You either die a hero, or live long enough to see yourself become the villain.”
So lautet ein sehr treffender Werbeslogan für diesen Film, und es ist auch gleichzeitig die Quintessenz der neuesten Comicverfilmung aus dem Hause DC. Mehr Action, mehr Drama und mehr Bösewichte als zuvor.
Drei Jahre ist es nun schon her, seit Christian Bale sich zum ersten Mal das Cape des dunklen Ritters überzog. Seitdem hat sich viel getan in der Welt der Comicverfilmungen, und doch gilt Batman stets als DER Comicfilm, auf den zu warten es sich lohnt. So auch dieses Mal Christopher Nolans zweiter Streich knüpft dort an wo der Erste endete – Bruce Wayne als Alter Ego von Batman. Batman ist gereifter und verfolgt sein Ziel, Gotham entgültig vom Mob und Verbrechen zu säubern, mit allen Mitteln. Wir sehen Batman wie er bis nach Shanghai reist und dort hinter dem Geld der Mobbosse von Gotham her ist. Hier zeigt sich bereits, dass dieser Batman bereit ist jedwede Regel zu umgehen um das Verbrechen zu bekämpfen. Seine Mitstreiter – Lucius Fox, der nun die Geschicke von Wayne Enterprise lenkt und auch Alfred, Wayne’s Butler – weisen ihn auch darauf hin, dass er die Verhältnismäßigkeit seiner Mittel doch bedenken soll.
Mit Harvey Dent betritt jedoch sehr energisch ein Mann die Bühne der Retter von Gotham City, mit dem Batman nicht gerechnet hat und von dem er sich einiges erwartet. In ihm sieht Bruce seinen Retter und den Ritter den Gotham schon immer gebraucht hat – einen Ritter in strahlender Rüstung und nicht einen dunklen Ritter der Nacht, wie ihn selbst. Mit Dent und Gordon bildet er eine Allianz der Guten, in einer Stadt voller korrupter Polizisten und Politiker. Die Drei Ritter setzen dem organisierten Verbrechen arg zu, bis ein neuer Spieler die Bühne betritt. Vollkommen unverhofft und mit einem sehr schrägen Humor ausgestattet, bietet ein Mann seine Dienste dem Mob an, der sich selbst nur der Joker nennt.
Nun kennen wir alle die Figur des Jokers, aus der Verfilmung von Tim Burton, mit Jack Nicholson als der Joker. Doch was Nolan hier mit der Figur anstellt ist sehr bemerkenswert. Diese hochgradig soziopathisch angelegte Figur eines Kleinkriminellen, der zu Batmans Nemesis wird und gleichzeitig zu dessen einzig wahrem Spiegelbild, wird von Nolan mit dem gleichen Respekt und Fingerspitzengefühl angepasst wie es mit Batman im ersten Teil geschah. Nie ist der Charakter des Jokers nur Mittel für irgendwelche Gags oder Ventil für Gewalt per se. Heath Ledger kann hier in eine Rolle schlüpfen die Tiefgang besitzt und nicht deplaziert wirkt, in dieser dunklen und “realistischen” Comicverfilmung. So kommt es dann auch nicht von ungefähr, dass Ledger eine formidable Leistung abliefert und in vielen Szenen selbst Bale an die Wand spielt.
Das Auftauchen des Jokers verschärft die Lage in Gotham und führt zu Chaos und Gewalt. Nun wird Batman der Gejagte und muss auch um seine Vertrauten bangen, die ebenfalls ins Ziel des Jokers geraten. Immer mehr führt der Joker mit seinen Spielchen, den Ritter der Nacht an seine moralischen und auch psychischen Grenzen. Die Grenzen die sich Batman selbst auferlegte um moralisch gerecht zu handeln, geraten mehr und mehr ins Wanken, bis sie am Ende ganz umgestoßen werden, im Versuch den Joker ausfindig zu machen. Die Wandlung des Batman ist vollzogen und Bruce Wayne nun entgültig nur noch die Fassade. Der Joker siegt, auch wenn er am Ende verliert. Batman bleibt alleine zurück und muss erkennen, dass seine Taten Niemanden geretet haben, nicht mal seine Stadt.
Mit dieser Erkenntnis endet der Film schließlich und lässt den Zuschauer etwas bedrückt im Kinosessel zurück.
Fazit:
Was erwartet den Zuschauer in diesem neuen Batmanfilm?
Erstmal ein ziemlich langer aber sehr dicht erzählter Film. Die fast drei Stunden die man im Kino sitzt, sind fast noch zu wenig um zu einem guten Schluss zu kommen. Das Ende des Films ist sicherlich gut und auch angemessen, doch war ich etwas enttäuscht dass der Film nicht mehr weiterlief. Christopher Nolan und seine Crew haben in dieser Geschichte so viele Handlungsstränge untergebracht, dass es einem manchmal zu viel wird. Doch dann tritt wieder Heath Ledger in Erscheinung und man will mehr sehen. Mehr von diesem Joker, der so gar nicht dem entspricht was man zuvor erwartet. Mehr von Harvey Dent dem Retter von Gotham und Batman, und dessen Abstieg man fast beweint. Schlussendlich auch mehr von diesen Bildern die Nolan einem präsentiert. Unglaublich gut gefiel mir direkt die Eröffnungsszene, welche sehr nah an “Heat” von Michael Mann herankommt. Gotham City ist diesmal weniger dreckiger Sündenpfuhl der Moderne, sondern vielmehr Bühne eines sehr moralischen Konfliktes zweier Männer, die so unterschiedlich sie auch sind, im Grunde sich sehr ähnlich sind. Am Ende des Films reift im Zuschauer dann die Erkenntnis, dass dies nur der Mittelteil einer sehr interessanten Trilogie sein kann. Nolans Batman ist am Ende nicht wieder der Retter der Nacht oder der Mitternachtsdetektiv, sondern der dunkle Ritter vor dem sich die Menschen fürchten.
Dieser Film ist in meinen Augen für jeden zu empfehlen, der bereits von ersten Teil sehr begeistert war und sehen möchte wie sich Batman entwickelt, wenn er an seine Grenzen getrieben wird. Alles in allem für mich einer der Top 3 Filme des Jahres.
Laufzeit: 152 Minuten
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Cast:
Christian Bale (Bruce Wayne / Batman)
Heath Ledger (The Joker)
Aaron Eckhart (Harvey Dent / Two-Face)
Michael Caine (Alfred Pennyworth)
Maggie Gyllenhaal (Rachel Dawes)
Gary Oldman (James Gordon)
Morgan Freeman (Lucius Fox)
Links:
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Trailer:

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