Victorian Undead 01 (Podcast: Comic-Review)

London zur Jahrhundertwende. Da fallen mir spontan Dinge wie “Jack the Ripper”, “Königin Viktoria”, “Sherlock Holmes” und “Okkultismus” ein. Zombies wären mir beim besten Willen jedoch nicht in den Sinn gekommen. Dafür aber dem Briten Ian Edginton, welcher gemeinsam mit Davide Fabbri bei Wildstorm seine sechsteilige Miniserie um den größten aller Detektive und seine erste Begegnung mit Zombies herausbringt. Logik trifft auf Pulp trifft auf Zombies, wenn das keine interessante Mischung ist, dann kann ich leider nicht helfen. Hinter dem Klick gibt es einen Blick auf das erste Heft der Reihe.


Dies hier ist die verschriftlichte Version unserer Review aus der 26. Folge des Babbel-Net Podcast!

Titel: Victorian Undead
Autor: Ian Edginton
Zeichner: Davide Fabbri
Publisher: Wildstorm (DC)
Erscheint seit: November 2009
Format: Miniserie
Bisher erschienen: 1 von 6 Ausgaben

Story:
London im Jahre 1854. Ein grünlich schimmernder Komet ist am nächtlichen Himmel der Metropole zu sehen. Die Bewohner der Broad Street sind erstaunt über dieses Phänomen, bis eine alte Frau sie warnt, dass die ein Zeichen einer drohenden Gefahr sei. Etwa fünf Monate später untersuchen der Arzt Mr. Snow und ein Priester Vorfälle von Cholera in London. Nach der Obduktion einer kürzlich verstorbenen Frau müssen sie jedoch mit Erschrecken feststellen, dass diese sich plötzlich wieder erhebt und sie angreift.
London im Jahre 1898. Sherlock Holmes und sein Partner Dr. Watson untersuchen den Fall eines mysteriösen Schwindlers, welcher mit Lichteffekten seine Opfer dazu bringt ihm alle ihre Geheimnisse zu verraten. Die beiden Ermittler stellen den Mann der anscheinend dafür verantwortlich ist, müssen jedoch erkennen dass dieser nur ein “Automat” – sprich Roboter – ist. Einige Tage später werden Holmes und Watson dann von ihrer Erforschung des Roboters abgelenkt, da Inspektor Lestrade von Scotland Yard sie zu einem seiner Fälle hinzuziehen möchte. Bei diesem Fall handelt es sich um einen seltsamten Zwischenfall während dem Bau eines U-Bahn Tunnels. Dieser Zwischenfall weckt jedoch nicht nur Holmes Interesse, sondern auch dass des Geheimdienstes.

Fazit:
Dieses Heft ist erfrischend anders, als die so zahlreich auf dem Markt erhältlichen Zombiegeschichten momentan. Ian Edginton schafft hier gekonnt den Spagat zwischen gesetztem Sherlock Holmes Flair, pulpigen Steampunk und Zombiegeschichte. Davide Fabbris Zeichnungen unterstützen den Briten dabei sehr gut, da die klaren Linien hier stimmig mit dem klaren und sehr linearen Storyverlauf einhergeht. Das erste Heft macht nicht viel falsch, es lässt den Leser jedoch aber etwas zu unbefriedigt zurück um definitiv zum nächsten Heft zu greifen. Die Geschichte wird sehr linear erzählt und erlaubt sich kaum Schlängel in kleine Anekdoten. Gefallen hat mir jedoch, wie Edginton die Geschehnisse der Cholera-Epidemie in London 1854 aufgreift um darauf seine Zombiepest zu bauen. Somit steht die Geschichte, was ihre Geschichte angeht :) , auf sicheren Beinen und kann in den folgenende Heften hoffentlich an Fahrt gewinnen, denn das muss sie nun um mich als Leser nicht zu verlieren.
Wer also ein etwas anderes Zombiecomic sucht, Steampunk oder Sherlock Holmes mag, der sollte sicherlich einen Blick reinwerfen.

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