Nachdem das Undenkbare geschah, brauchte man Leute mit Visionen, Weitblick und viel Fantasie um das nächste Undenkbare zu verhindern. Was es heißt, das Undenkbare sich auszudenken und wie man es dann auch noch verhindert, erfahrt ihr hinter dem Klick, wenn ich mich “Unthinkable” von Mark Sable widme.
Titel: Unthinkable
Autor: Mark Sable
Zeichner: Julian Totino Tedesco
Publisher: BOOM! Studios
Erscheint seit: Mai 2009
Umfasst: 5 Ausgaben (abgeschlossen)
Story:
9-11, das Undenkbare geschieht als Terroristen mit zwei Linienflugzeugen in das World Trade Center rasen. Die Nation ist im Schockzustand und die Regierung ist hilflos. Wie hätte man sich gegen so einen Anschlag vorbereiten sollen, was hätte man tun müssen um es vorher zu verhindern und warum gab es keine Pläne für ein solches Szenario? Diese und weitere Fragen stellt die Öffentlichkeit der Regierung. Um so eine Tat nicht noch einmal zu ermöglichen wird eine Gruppe “kreativer” Köpfe aus den verschiedensten Richtungen zu einem Think Tank geschweist und soll das Undenkbare sich ausdenken. Unter ihnen ist der Bestsellerautor und Hollywoodproduzent Alan Ripley, der beim Anschlag auf das Pentagon seinen Bruder verlor. Zusammen mit einem alternden Atomphysiker, einer jungen Virologin, einem fanatischen Religionsführer und Bestsellerautor sowie einigen anderen Spezialisten der besonderen Art, denkt sich Alan etwa ein Jahr Schreckensszenarien aus.
Plötzlich und ohne genaue Erklärung wird die Gruppe aufgelöst und Alan muss wieder mit dem echten Leben klarkommen, anstatt mit fiktiven Terroristen. Sein Leben geht ziemlich den Bach runter, bis auf einmal eins seiner Szenarien wirklich passiert. Von diesem Ereignis wachgerüttelt versucht er den Rest der Gruppe zu kontaktieren, doch das ist schwerer als erwartet. Nach einem weiteren Anschlag, der ebenfalls auf seiner Idee fußt, geschieht, sieht sich Alan auf einmal als Zielscheibe diverser Organisationen die ihn als Drahtzieher ansehen. Nun muss er also mit dem Rest der Truppe ihre eigenen Horrorszenarien für den Weltuntergang verhindern.
Fazit:
Diese abgeschlossene Miniserie von Mark Sable und dem Argentinier Julian Totino Tedesco am Stift, kombiniert wunderbar echte Verschwörungstheorien mit den fiktiven Möglichkeiten eines Comics. Wenn der Autor eines Comics einen Autor als Hauptfigur durch fiktive Szenarien, die plötzlich Realität werden, hetzt, dann ist Spaß auf der Metaebene gerantiert. Doch auch Leser ohne Interesse an solchen Spielereien werden voll auf ihre Kosten kommen, so sie sich denn für Comics mit politischer Handlung interessieren. Der 11. September wird hier als Basis genommen um eine Geschichte voller abgedrehter Weltuntergangsszenarien zu erzählen. Das liest sich in einer solchen Zusammenfassung etwa so wie die Inhaltsangabe eines Actionkrachers von Michael Bay, wirkt beim Lesen des Originals jedoch deutlich intelligenter und geschmeidiger. Wer also schon immer mal wissen wollte wie die Moderne Welt an den Rand des Untergangs getrieben werden könnte, einen Hauch von Verschwörungstheoretiker in sich verspürt und sich fünf Hefte lang an einer solchen, fast schon übertriebenen Handlung erfreuen kann, dem sei die Miniserie von Mark Sable wärmstens empfohlen.




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