The Light (Comic-Review)

Dank Ratzfatz bin ich auf eine wunderbare Miniserie aus dem Hause Image gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Besser noch, ich möchte sie euch wärmstens ans Herz legen. Wovon Nathan Edmondsons „The Light“ handelt und welche grafischen Wunder sie parat hält, erfahrt ihr nach dem Klick


Titel: The Light
Autor: Nathan Edmondson
Zeichner: Brett Weldele
Publisher: Image Comics
Format: 30 Seiten
Status: abgeschlossen, 5 von 5 Ausgaben

Story:
Coyle ist ein ziemlich fertiger Typ, der gerade wieder gefeuert wurde. Diesmal hat er seinen Job als Schweißer wohl verloren, nachdem er angetrunken zur Arbeit kam oder aggressiv wurde. Zu hause will er sich eigentlich nur betrinken und den miesen Tag beenden, als er plötzlich aus dem Schlaf aufgeweckt wird durch einen Schrei. Sein Nachbar kommt panisch die Staße entlang gerannt und redet wirr davon, dass Coyle nicht ins Licht schauen soll. Vor Coyles Augen bricht sein Nachbar aber zusammen und scheint von innen zu verbrennen. Sofort rennt er wieder ins Haus um nach seiner Tochter und seiner Mutter zu schauen, doch sieht er schon seine Mutter im Wohnzimmer verbrennen. Gerade noch rechtzeitig kommt er ins Zimmer seiner Tochter, um sie davor zu bewahren ihr Licht anzuschalten.
Die beiden sehen von ihrem Haus jedoch überall in der Stadt Brände und Flammen aufleuchten. Coyle schnappt sich seine Schweißerbrille und verbindet seiner Tochter Avery mit einem Tuch die Augen. Ohne zu wissen, was nun eigentlich gerade passiert machen sich Vater und Tochter auf, um sich in Sicherheit zu bringen. Schnell stellt Coyle fest, dass Menschen die ins Licht schauen, welches an das Stromnetz angeschlossen ist, anfangen zu verbrennen. Somit muss Avery ihre Augenbinde stets auflassen um am Leben zu bleiben.

Fazit:
Mir ist schleierhaft warum ich “The Light” nicht schon vorher bemerkt habe. Diese Mini von Nathan Edmondson, den man durch „Olympus“ kennen mag, und dem “Surrogates” Zeichner Brett Weldele ist grandios. Das fängt bei den tollen Zeichnungen an, welche diese endzeitliche Stimmung ohne Licht genau richtig einfangen und setzt sich bei Edmondsons guter Schreibe fort.
Im Grunde ist “The Light” eine klassische Survivor Story mit all ihren Merkmalen. Wir haben den unverhofften Helden mit persönlichen Problemen, die unschuldige Maid in Not und die bedrohliche Katastrophe ohne Erklärung. Schritt für Schritt auf ihrem Weg zeigt sich der wahre Kern der Figuren und wie sie in solch urtümlichen Zuständen reagieren. Ähnlich wie sich in Robert Kirkmans „The Walking Dead“ die Figuren mehr und mehr in ihrem Kern zeigen und der Leser so mit sehr archetypischen Charakteren konfrontiert wird, schafft es Edmondson mit seinen Figuren sich dem Thema „Katastrophe“ und „Menschlichkeit“ zu nähern. Mit seinen kleinen Epilogen am Ende jedes Hefts, geht der Edmondson noch gezielter auf die Thematik der Miniserie ein und zeigt die Hintergründe für Verhalten in Katastrophen auf, genauso gibt er Beispiele für globale Ereignisse denen die Menschheit hilflos ausgeliefert war. Neben der Überlebensgeschichte kann man die Story auch als Anspielung auf die Globalisierung und ihre evolutionären Auswirkungen auf diesen Planeten betrachten. Das muss man natürlich nicht, um mit “The Light” einen vergnüglichen Lesespaß zu haben. Dankenswerterweise bietet die Miniserie ein anständiges Ende, welches den Leser nicht für dumm verkauft und die Geschichte ernst nimmt. Zwar gibt es keine klare Erkenntnis, ob das Licht nun eine übernatürliche Ursache hat oder eine von Menschen herbeigeführte Katastrophe ist, doch ist der Grund einer Katastrophe in solchen Geschichten auch nie der Kern der Erzählung. Es geht um Menschen und wie sie sich in solchen Zuständen reagieren.

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