Supernatural 1: Der verlorene Sohn (Comic-Review)

John Winchester musste miterleben wie seine Frau auf mysteriöse Weise ums Leben kam und ist seitdem bessesen davon die Ursache zu finden. Als sich herausstellt, dass übernatürliche Kräfte am Werk waren und Dämonen der Hölle wirklich existieren und die Winchester Familie im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit steht, ändert sich das Leben der beiden Söhne von John schlagartig. Mit “Der verlorene Sohn” erscheint nun erstmals ein Comic zur beliebten Mystery-Serie “Supernatural” auf deutsch. Der Band ist eine Vorgeschichte zur Serie und klärt dennoch einiges auf, was in der Serie noch nicht eindeutig aufgelöst wurde. Somit ist eindeutig Spoilergefahr angesagt, für alle die noch nicht wirklich weit in der Serie gekommen sind.

Titel: Supernatural 1: Der verlorene Sohn
Autor: Peter Johnson, Rebecca Dessertine
Zeichner: Diego Olmos
Publisher: Panini Comics (Wildstorm)
Format: Trade Paperback, 148Seiten
Status: abgeschlossen
Umfasst: Supernatural: Rising Son

Story:
Die Geschichte setzt einige Jahre nach der Handlung aus dem ersten Comic zur Serie – “Supernatural: Origins” (bisher nicht auf deutsch erschienen) – ein und erzählt aus der Sicht von John Winchester die Reisen der Familie Winchester quer durchs Land und wie sich eben dies auf die Familie auswirkt. Gerade die ersten beiden Originalbände wirken wie einzelne Folgen der Serie, wenn John von Stadt zu Stadt zieht um arglose Menschen vor den Monstern dort draußen zu beschützen. Die beiden Jungs, Dean ist zu diesen Zeitpunkt 11 Jahre alt und Sam etwa 7, begleiten ihren Vater dabei, wissen jedoch nicht welcher gefährlichen Tätigkeit er nachgeht. Für sie ist es schon schwierig genug mit ihrem eigenen Leben klarzukommen und die ständigen Schulwechsel zu ertragen. Nach einigen Vorfällen erkennt Dean jedoch dass mit seinem Vater etwas nicht stimmt bzw. dass sein Vater ihnen Dinge verheimlicht. Stück für Stück wächst der altere Bruder Dean in eine Partnerrolle und hilft seinem Vater bei der Jagd auf Monster. Als Sam jedoch plötzlich im Zentrum des Interesses der Monster steht und diese John geschickt in Sicherheit wiegen um an Sam zu gelangen, ist es Zeit für Dean seine Bruderrolle ganz auszufüllen und seinen Bruder zu retten.

Fazit:
Anders als in “Origins” steht hier nicht John Winchester und seine Wandlung zum Jäger hin im Vordergrund, sondern der Blutzoll den die Familie Winchester zahlen muss für ihre Tätigkeit. Dieser Band ist eine gute Mischung aus Roadmovie, Monsterhatz und kaputter Familiengeschichte. Eben all die Elemente die Supernatural als Serie ausmachen. Vor allem die ersten “Episoden” der Geschichte fühlen sich sehr nach dem TV-Vorbild an und bieten dank ihrer Retrospektive auf John auch genug neues Material für Fans. Aber auch die wenigen, aber dafür guten, Hinweise auf Sams dunkles Geheimnis werden Fans sicherlich neue Nahrung für Spekulationen geben, so sie denn noch nicht sehr weit in der Serie fortgeschritten sind. Zuschauer die auf dem aktuellen US-Stand der Serie sind oder gerne im Netz vorlesen werden aber nicht groß überrascht werden von den Ereignissen im Band. Deshalb wundert mich die aktuelle Veröffentlichung von Panini zu diesem Zeitpunkt doch etwas. Hier hätte zumindest zunächst die Veröffentlichung der ersten Comicreihe “Origins” mehr Sinn gemacht, da sie sich mehr auf John konzentriert, einen Charakter aus der Serie von dem man dort zu wenig erfährt, und dann mit “Der verlorene Sohn” das zeichnerisch deutlich bessere Comic nachlegen können. Zeichnungen sind ein guter Punkt, da Diego Olmos ein deutlich besseres Zeugnis ablegt als sein Vorgänger bei eben genannter “Origins”. Gerade John Winchester wirkt sehr markantig und kommt gut rüber. Die beiden Jungs wirken je nach Umgebung mal mehr, mal weniger gut gelungen. Die Weiblichen Nebenfiguren wissen durch ihre Stilisierung zu gefallen, wenn sie auch etwas oberflächlich bleiben. Sehr gut gefallen haben mir dagegen die Variant Cover der Originalausgabe von Dustin Nguyen, der mir schon bei Detective Comics als Zeichner zu gefalllen wusste.
Abschließend kann ich diesen Band jedem “Supernatural” Fan nur sehr empfehlen. Leute die mit der Serie bisher nicht warm geworden sind oder sie gar nicht kennen (Shame on you!) sollten zumindest einen Blick riskieren, denn es wird einem eine gute Familiengeschichte mit Monstern, Knarren und einem 67er Chevrolet Impala geboten.

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