Eine klassische Detektivserie im viktorianischen England, geschrieben von Mike Mignola, was kann da noch schief gehen denkt der geneigte Leser. Sir Edward Grey, der Hexenfinder, der erstmals in “Wake the Devil” einen Auftritt hatte, bekommt nun eine eigene Miniserie spendiert vom Meister. Ob Fans des großen Roten auf ihre Kosten kommen und wen die Serie noch begeistern könnte, erfahrt ihr hier.
Titel: Sir Edward Grey, Witchfinder – In the Service of Angels
Autor: Mike Mignola
Zeichner: Ben Stenbeck
Publisher: Dark Horse
Erscheint seit: Juli 2009
Format: Miniserie
Bisher erschienen: 1 von 5 Ausgaben
Story:
London, 1879. Sir Edward Grey, Hexenjäger seiner Mäjestät Konigin Viktoria, wird als Ermittler für eine seltsame Mordserie in London herbeigerufen. Mehrere Männer wurden tot und ohne jegliche Körperflüssigkeiten aufgefunden. Die Polizei vermutet eine affenähnliche Gestalt hinter den Taten und die Bevölkerung lechzt förmlich nach dem nächsten übernatürlichen Phänomen. Grey erfährt durch Lord Wellington jedoch, dass es eine ganz andere Macht hinter den Morden steckt und schon viel länger als gedacht umhergeht. Die bisher ermordeten waren nämlich Mitglieder einer Expedition, an der auch Lord Wellington teilnahm, welche in den endlosen Sanddünen der Sahara eine alte und längst vergessene Stadt gefunden hatten. Noch bevor Wellington seine Geschichte über die seltsamen Funde dort beenden kann, wird er von einem affenähnlichen kleinen Dämon getötet und Sir Grey kann sich nur mit größter Mühe dessen erwähren. Durch die Begegnung mit dem Dämon bestärkt, setzt Sir Grey seine Ermittlungen nach dem Ursprung dieses Wesens fort.
Fazit:
Leider bin ich kein regelmäßiger Leser der Mignola Werke. Ich sage leider, weil Hefte wie dieses zeigen, was für ein toller Autor Mike Mignola ist. Mignolas Geschichten versprühen immer diesen langsamen, fast gothischen, Horrorcharme der erst nach mehreren Ausgaben an Tempo gewinnt. Die Figuren haben viel Platz sich zu entfalten und zur Geltung zu kommen. Im vorliegenden Heft zeichnet der Meister leider nicht selber – schade, da die Kulisse Londons 1879 sicherlich gut zu Mignola gepasst hätte – doch legt Ben Stenbeck eine gute Leistung an den Tag und gibt der Geschichte die passenden Bilder.
Mignola entwickelt die Geschichte um den königlichen Hexenjäger Sir Grey relativ schnell, und kommt zügig zum Kern der Geschichte. Die Figur des Sir Grey bleibt in meinen Augen seltsamerweise etwas blass und fast passiv. So ist der Ermittler fast nur am Zuhören und handelt, außer im Kampf gegen den Dämon, der sich über ganze sechs Seiten erstreckt, kaum aus sich heraus. Ich hoffe dass in den den kommenden Ausgaben mehr Bewegung in die Figur selber kommt, sonst könnte diese Miniserie meines Erachtens nach sehr schnell an Stimmung verlieren. Fans des großen Roten können eine neue Geschichte aus der Feder von Mignola genießen und mehr über den Hexenjäger des voktorianischen Hellboyversums erfahren. Allen anderen Lesern sei zumindest ein erster Blick ins Heft vorher geraten, da die erste Hälfte des Heftes sehr textlastig ist und dann spontan zu sechs Seiten voller Action umschwenkt.



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