Pax Romana (Comic-Review)

PaxRomana„Erschaffe die Zukunft, zerstöre die Vergangenheit“, so lautet das Thema der Miniserie von Jonathan Hickman „Pax Romana“. Mit der in diesem Monat erscheinenden letzten Ausgabe, baut Hickman seinen Ruf als junger aufstrebender Stern am Comichimmel weiter aus. Lest hier weiter, warum er bereits als neuer Warren Ellis gefeiert wird.


Titel: Pax Romana
Autor: Jonathan Hickman
Zeichner: Jonathan Hickman
Publisher: Image
Format: Mini-Serie
Status: laufend
Umfasst: 3 von 4 Heften bisher veröffentlicht

Story:
Wir schreiben das Jahr 2053, als Forscher des Vatikannahen CERN Labors eine unglaubliche Entdeckung machen. Nach langer Zeit des Forschens sind sie nun in der Lage Zeitreisen zu begehen. Kardinal Pelle lässt diese Errungenschaft jedoch zunächst geheim halten, und trägt die Nachricht dem Papst vor. Nach einer langen Diskussion unter den Kardinälen, wird beschlossen eine 5000 Mann starke Truppe ins Rom Kaiser Konstantins zu schicken, um die Fehler der Neuzeit zu beheben. Die Kirche soll zu ihrer wahren Größe erwachsen und die Gefahren des Islam und Judenverfolgung bereits im Vorfeld umgehen bzw. beseitigen. Der pensionierte General Chase, der Neffe des aktuellen Papstes, wird damit beauftragt die Truppe zu rekrutieren und alles weitere Benötigte zu organisieren. Chase rekrutiert Männer und Frauen aus allen Lagen der Welt und aus verschiedensten Professionen für seine Mission. Dann kommt der Tag der Abreise. Die „Armee“ der Kirche reist durch die Zeit und beginnt mit ihrer Mission.

Doch Chase hat andere Pläne als Kardinal Pelle, der ebenfalls mitreist, und so gibt es bereits zu Beginn ihrer Ankunft den ersten Toten. Mit Hilfe ihrer modernen Technologie (Satelliten und Trucks, Maschinengewehre und mobile Kommunikation) erreichen die Reisenden schnell ihr Ziel: Rom. Dort sollen / wollen sie Kaiser Konstantin unterstützen und ihn und Rom zur Bastion der Christenheit und der Moderne machen. Mit der Zeit verliert der Führungsstab unter Chase, und auch er selber, ihr Ziel aus den Augen und es droht die Spaltung der Truppe.

All dies wird dem kleinen Kaiser Konstanz IV. vom aktuellen Gen-Papst in der „Zukunft“ erzählt, um ihn daran zu erinnern wie alles begann.

Fazit:
Zu Recht hat Blair Butler bereits im Mai diesen Jahres Jonathan Hickman in die Kategorie eines Warren Ellis und Alan Moore gehievt. Alle bisher von ihm erschienen Serien (“The Nightly News”; “Transhuman” und auch “Red Mass for Mars”) sind unglaublich gut gemachte Comics und gleichzeitig doch soviel mehr.
“Pax Romana” sticht hierbei in meinen Augen besonders hervor. Zum einen sind die Zeichnungen hier etwas, das ich so noch nicht gesehen habe, und zum anderen ist die Idee, die hier präsentiert wird, unglaublich faszinierend. Hickmans Serien sind immer nah am Puls der Zeit und des politischen Geschehens, so auch hier wieder. Die schleichende Abnahme von Religiosität in der westlichen Welt – Ausnahme die Radikalen – und die zunehmende Macht des Islam, auch in Europa, und die Probleme die uns daraus erwarten werden hier als Grundlage genommen um eine wirklich interessante Geschichte zu erzählen. Es ist halt nicht nur die Geschichte um den Trupp von Soldaten in der Vergangenheit, sondern auch um Menschen und ihre Verlangen, ihre Schwächen und ihre Arroganz der Intelligenz.

Wenn man an dieser vielschichtigen und grafisch wie auch inhaltlich erstaunlichen Comicserie etwas „bemängeln“ kann, so ist es sicher die „Textlastigkeit“. Wie in den anderen Serien von Hickman auch, gibt es in “Pax Romana” mehrere Seiten auf denen die Unterhaltung in reinster Dialogform einfach aufgeführt wird und nur spärlich von ein zwei kleinen Panels illustriert wird. Dieses Vorgehen nimmt der Geschichte etwas von ihrer Geschwindigkeit, führt im Umkehrschluss aber auch zu einem tieferen Verständnis der Figuren und ihrer Beweggründe.

Insgesamt kann ich die Serie nur jedem empfehlen, der sich für Comics interessiert. Ich denke jeder, der auch nur etwas Interesse besitzt mal ein wenig über den Tellerrand „gewöhnlicher Comicshandlungen“ zu schauen, wird bei “Pax Romana” mit einer sehr guten Handlungen und wirklich außergewöhnlichen Zeichnungen belohnt.

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