Obwohl der Vampire Hype so langsam abklingt, hat sich Wildstorm dazu entschlossen seinem interessanten Konzept, klassische Figuren mit Monstern zu kreuzen, nach „Victorian Undead“ nun einen Titel mit Vampiren zu widmen. Wie sich die Mischung von Vampiren und antiken Römern verträgt erfahrt ihr nach dem Klick.
Titel: Ides of Blood #1
Autor: Stuart C. Paul
Zeichner: Christian Duce
Publisher: Wildstorm
Format: Heft, 32 Seiten
Status: laufend, Ausgabe 1 von 6
Story:
Zum Ende seiner Kriegszüge hörte Caesar Geschichten über die Vampire in Transsylvanien und entschloss sich dort ebenfalls einzufallen. Der geballten Macht der römischen Armee konnten auch die Vampire nicht widerstehen und wurden daher in silbernen Ketten nach Rom gebracht. Dort teilt sich die Stadt nun nicht mehr nur in reich und arm ein, sondern auch in Tag und Nacht, sowie untot und lebend.
Nach dem Mord an einem einflussreichen Römer durch Vampire, wird der vampirische Praetorianer Valens zu den Ermittlungen herbeigezogen. Neben der Tatsache, dass er ein loyaler Soldat ist und gleichzeitig auch Vampir, will Caesar ihm auch ein Zeichen geben dass er von seiner Affäre mit seiner Nichte bescheid weiss. Somit findet sich Valens in einer Gemengelage aus Stolz, Loyalität und Intrigen wieder. Seine Ermittlungen führen ihn auf die Spur einer vampirischen Verschwörung rund um die Zentren der Macht Roms.
Fazit:
Ich muss gestehen, dass mir „Ides of Blood #1“ erst durch sein Cover aufgefallen ist im Laden. Michael Geigers vampirische Hommage an die Iden des März und die Messerung Caesars, in diesem Fall durch einige Legionäre, hat mir sofort gefallen. Jedoch erst auf den zweiten Blick fiel mir auf, dass einer der Legionäre Vampirzähne hat.
Die Mischung aus Rom in der Antike und Vampiren kann sehr gut funktionieren, wie „Requiem for Rome“ als Ergänzungsband für das Rollenspiel „Vampire: The Requiem“ gezeigt hat. Deshalb erwartete ich etwas ähnlich gutes, mit viel Politik und einigen blutigen Morden.
Das erste was mir jedoch auffiel, waren die schwammigen Zeichnungen von Christian Duce. Bedingt durch den Inhalt, liegen viele Gesichter im Schatten oder sind nur in Ausschnitten zu erkennen, was einerseits sehr dramatisch und filmisch daherkommt, aber es in einigen Fällen schwierig macht Figuren klar zu erkennen. Gerade die etlichen Legionäre sind oftmals nur über das Gesicht zu unterscheiden, was aber durch Duces Zeichnungen und die rotschwarze Farbgebung von Carlos Badilla mehr erschwert als erleichtert wird. Generell finde ich den ständig vorhandenen blutroten Himmel und die vielen schwarzen Schatten thematisch sehr gelungen und mit dem Silber der Schwerter und Uniformen ergibt sich eine sehr klassische Atmosphäre was Horror und Vampire angeht.
Wenn da bloß nicht die Geschichte wäre. Sie beginnt mit dem Mord an einem einflussreichen Römer, durch Vampire und verfängt sich dann in gängigen Klischees über Markus Antonius und intrigante Vamps. Ich kann nicht sagen, wo genau mich Stuart C. Paul verloren hat, doch sagte mir zum Ende des Hefts das Konzept deutlich weniger zu als noch zu Beginn. Mir ist noch nicht klar ob ich mir weitere Hefte zulegen werde. Momentan tendiere ich dazu, erst in das nächste Heft reinzulesen und davon meine Entscheidung abhängig zu machen. Ich habe nämlich keine Lust weiter diese Vampirorgien-Dioramen anzuschauen. Für semi historische Fiktion greife ich dann wohl doch lieber zu europäischen Titeln wie „Skorpion“ oder „Die Adler Roms“. Wer Vampire mag und Rom in der Antike interessant findet, sollte einen Blick riskieren, doch allen anderen Lesern rate ich von diesem Titel ab.



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