Criminal 4: Obsession (Comic-Review)

criminal4Seit dem 20. Oktober ist der vierte Band von Ed Brubakers Meisterwerk “Criminal” in den Läden. Auf der Spielemesse Essen bzw. der parallel dazu stattfindenden Comic Action konnte ich ein Exemplar mit einem tollen Druck von Sean Phillips ergattern. Ob sich der aktuelle Band auch für Neueinsteiger in die Serie lohnt und ob Brubaker seine wahnwitzige Qualität der letzten Bände halten kann, das erfahrt ihr hier.

Titel: Criminal
Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Sean Phillips
Publisher: Panini Comics (Icon Comics)
Format: Trade Paperback, 116 Seiten
Status: laufend
Umfasst: Originalausgaben 4-7 von Vol.2

Story:
Eifrige Leser der Reihe werden den Hauptcharakter dieses Bandes schnell erkennen. Jacob Kurtz, der Autor und Zeichner des etwas merkwürdigen Zeitungsstrips „Frank Kafka, Privatdetektiv“, welcher bereits im zweiten Band einen Auftritt hatte, als er Tracy mit seiner alten Spezialität aushalf – dem Fälschen. Nun dreht sich die Geschichte diesmal ganz um ihn, denn sein Leben ist seit dem Tod seiner Frau ein einziger Trümmerhaufen. Er kann nicht schlafen und arbeitet daher nachts an seinem Strip um danach in einem Lokal in der Stadt etwas zu essen. Zu dieser nächtlichen Uhrzeit sind nur wenige Menschen in der Stadt unterwegs und die Leute im Lokal kennen ihn bereits. Als er dort jedoch auf die rothaarige Schönheit Iris und ihren brutalen Freund trifft, ändert sich sein Leben schlagartig. Er wird von ihnen in einen Sumpf aus Betrug und Mord hineingezogen, in dem sich Jacobs wahre Seite offenbart und der Tod seiner Frau endlich aufgeklärt wird.

Fazit:
Wie auch bereits die vorherigen Bände, so ist auch Band 4 ein kleines Meisterwerk. Die Figuren wirken komplett und real und der Plot ist wunderbar noir. Sean Phillips zeigt auch hier wieder was für ein toller Künstler er ist. Die Charaktere besitzen alle Kanten und Ecken, können jedoch auch ganz wunderbar „glatt“ wirken und strahlen dann den ganzen Schmutz und die Sünden weg, die überall in dieser Geschichte kleben.
Leser der Serie werden die Verknüpfungen die in diesem Band an der Figur des Jakob hängen erkennen und Rückschlüsse auf vorherige Geschichten ziehen, doch auch Einsteiger sind wie immer sehr willkommen. Die Geschichten die Brubaker in den einzelnen Bänden von “Criminal” erzählt sind noire Kunstwerke, die man jederzeit ohne Vorkenntnisse genießen kann. Wer jedoch mag der sollte alle der Reihenfolge nach lesen und die Zusammenhänge erkennen. Denn die Welt von “Criminal” ist ein zusammenhängender Kosmos, in dem es auch um Aktion und Reaktion geht. Die Taten der Charaktere haben Auswirkungen, die nicht nur sie selber betreffen.
Sehr gut gefallen hat mir auch diese fast schon Meta-Geschichte um Frank Kafka. Jakob als Comicautor und Zeichner, welcher eine Figur in einem Comic ist und mit seinem Comic im Comic über das Comicmachen philosophiert, ist eine sehr gelungene Idee in meinen Augen. Klar, man muss das ganze Metageschwafel nicht als solches wahrnehmen, doch man kann es. Das ist das tolle an “Criminal” und an Brubaker, seine Geschichten lassen sich einfach lesen oder man kann tiefer in sie eintauchen und mehr dort finden. Beides lohnt sich und ist ergiebig.

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2 Kommentare zu “Criminal 4: Obsession (Comic-Review)”

  1. Ratzfatz sagt:

    Gute Review. Muss zu meiner Schande gestehen noch keinen einzigen Criminal Band gelesen zu haben. Ich mochte aber Brubakers “Scene of the Crime” was ja auch so ne Noir/Detektiv Geschichte gewesen ist.
    Muss mir wohl wirklich mal was von Criminal besorgen…

  2. Paul sagt:

    Scene of the Crime habe ich hier auch im Regal stehen und war sogar mein erster Brubaker. Criminal wird dir gefallen wenn du Scene of the Crime mochtest. Brubaker hat sich seit SotC deutlich weiterentwickelt in diesem Genre und erzählt viel stringenter und klarer, das macht das Lesen zu einer echten Freude. Naja und zu Phillips muss ich wohl nicht viel erzählen …
    Criminal lohnt sich in jedem Fall zu lesen, wirklich.