Criminal 1: Feigling (Podcast: Comic-Review)

CriminalEd Brubaker zeigt mit Criminal mal wieder, warum er der Beste ist wenn es um Crime, Character und Coolness geht. Nach seinen Ausflügen in die kriminelle Unterwelt der Superhelden mit “Sleeper”, zeigt er sein ganzes Können mit dieser Serie um kleine Gangster und deren Tragödien.



Titel: Criminal
Autor: Ed Brubaker
Zeichner: Sean Phillips
Publisher: Panini Comics (Icon Comics)
Format: Trade Paperback, 128 Seiten
Status: laufend
Umfasst: Originalausgaben 1-5

Story:
Der Kriminelle Leo wird von einem alten Bekannten und Polizisten für einen Coup „rekrutiert“. Er und eine Hand voll anderer Kleinganoven sollen Blutdiamanten aus dem Gewahrsam der Polizei stehlen, bevor diese für immer aus der Stadt verschwinden. Abgesehen von Leos guten Ideen, hat man ihn für diesen Job ausgewählt weil er eine besondere Begabung besitzt. Leo ist ein Feigling. Er weiß genau wann er abhauen muss um nicht im Gefängnis zu landen – Leos großer Angst. Der Coup gelingt, doch er und die anderen Ganoven werden von den beteiligten Polizisten ausgetrickst und müssen fliehen. Leo will jedoch seinen Anteil an der Beute und heckt einen Plan aus.

Fazit:
Brubakers herausragende Leistung bei dieser Serie ist es, dem Leser eine Geschichte zu präsentieren die in ihrer Art bereits oft erzählt wurde und dennoch einen gefangen nimmt. Die Geschichte des Verrats unter Dieben oder das Motiv des Verbrechers mit strikten Regeln sind nicht neu, das müssen sie auch nicht sein, werden jedoch gekonnt inszeniert und ergeben am Ende eine wunderbar spannende Geschichte. Der Autor schafft es hier gezielt mit Erwartungen an die Geschichte und ihre Figuren zu spielen, in dem er Bekanntes aufzeigt um es aber dann zu umgehen oder gezielt zu verzerren. Vor allem der Schluss zeigt wie gut sich Brubaker im Krimigenre auskennt und weiß wie er spannende Figuren mit Tiefgang aufbauen muss. Mich hat besonders die Atmosphäre fasziniert, die Brubaker, dank der guten Unterstützung von Sean Phillips, im gesamten Verlauf der Geschichte erzeugt. Das erste Drittel atmet die Luft von Michael Manns “Heat”, während im Mittelteil Scorseses “Hexenkessel” übernimmt um am Schluss in der harten Realität anzukommen, in der es kein Glück für Diebe gibt. Leute die mit Brubakers anderen Werken wie “Sleeper” oder auch “Daredevil” vertraut sind, werden hier zugreifen können. Allen anderen Interessierten sei gesagt, dass man mit dem vorliegenden Band nicht viel falsch machen kann und auch bedenkenlos zugreifen kann, so man denn dem Krimigenre zugeneigt ist.
CRIM001CVR_CLR.pdf

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